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    av-Test

    Onkyo TX-NR 717 (Test)

    1. April 20136 Minuten Lesezeit

    Onkyo TX-NR 717 – AV-Receiver für 900 Euro

    Onkyo TX-NR 717 - AV-Receiver für 900 EuroOnkyos neuer Mittelklasse-Receiver hat Pfiff: Der AV-Receiver mit THX-Gütesiegel klingt nicht nur gut, sondern bietet auch viele Extras.   

    1993 stellte Onkyo mit dem weltweit ersten THX-Receiver seine Heimkino-Kompetenz eindrucksvoll unter Beweis. Seitdem sind hochwertige AV-Receiver der Kernbestandteil im Produktprogramm der japanischen Firma. Der TX-NR 717 setzt diese Tradition fort: Der 900-Euro-Mittelklasse-Receiver mit "THX Select 2 Plus"-Siegel verspricht eine kraftvolle Akustik in bis zu 40 Quadratmeter großen Räumen.

    Ausstattung und Technik

    Auf einen analogen Mehrkanaleingang verzichtet der 7.1-Receiver, dafür bietet er zehn HDMI-Buchsen, einen Phono-Eingang und elf Lautsprecher-Anschlüsse, von denen sieben gleichzeitig aufspielen können. Der Onkyo versorgt somit wahlweise 7.1-Lautsprechersets, bis zu drei Räume unabhängig und ein Lautsprecherpaar im Bi-Amping-Modus. Im Unterschied zum größeren Modell TX-NR 818 (Test in audiovision 11-2012) fehlt die integrierte Digitalweiche. Bei den Lautsprecher-Einstellungen wartet der Receiver mit praktischen Details wie einer Phasenschaltung für den Subwoofer (0/180 Grad) und individuellen Bass-Entlastungsfiltern je Lautsprechergruppe auf. Punktabzug gibt es für die mit 15-Zentimeter-Schritten zu grobe Distanz­regelung, mit der man feine Lautsprecher-Asymmetrien nicht hinreichend genau ausgleichen kann.

    Die Einmess-Automatik von Audyssey ist einfacher gestrickt als beim Marantz. Audyssey 2EQ berücksichtigt nur drei statt acht Einmessorte, die Filter linearisieren den Frequenzgang weniger präzise. Wer mit den beiden nach der Einmessung zur Verfügung stehenden Klang-einstellungen nicht zufrieden ist, kann auf einen Grafik-Equalizer mit fünf Bändern zugreifen. Er gestattet individuelle Einstellungen je Lautsprechergruppe (Front, Surround, Center) und wirkt auch auf den Subwoofer. Weitere Filter optimieren den Klang von datenreduzierter Musik, sorgen bei Filmsoundtracks für entschärfte Höhen oder verstärken Bässe und Höhen bei niedrigen Lautstärken.     

    Onkyo TX-NR 717 - AV-Receiver für 900 Euro 
      Die Fernbedienung liegt gut in der Hand.   

     

    Video und Multimedia

    Videotechnisch setzt der Onyko auf Marvells Qdeo-Chipsatz, der eingehende Videosignale auf verschiedene 4K-Modi bis 4.096 x 2.160 Pixel skaliert. 4K-Signale, wie sie erste Blu-ray-Player bereits liefern, kann der Onkyo allerdings nicht durchleiten. Dafür wartet er mit umfangreichen Bildeinstellungen auf, die auch bei 3D-Signalen funktionieren: Helligkeit, Kontrast, Farbton und Farbsättigung lassen sich in 100 Stufen fein einstellen, hinzu kommen Zusatzformate für hochskaliertes 4:3-Material – ein Segen bei Fernsehern ohne entsprechende Einstellmöglichkeiten. Die vordere HDMI-Buchse unterstützt MHL zum Einspeisen von HD-Videos vom Smartphone. Der Musikplayer lässt sich über USB, freigegebene Netzwerkordner ("Home Media") und Netzwerkstream ("DLNA") füttern. Er unterstützt alle wichtigen Audioformate wie MP3, WMA, AAC, OGG, WAV, FLAC 192/24 und ALAC 96/24 und sogar Exotendateien wie DSD- und DolbyTrueHD – nur die nahtlose Musikwiedergabe klappt nicht. Über vTuner und Aupeo! Personal Radio kommen tausende Radiostationen herein, beide Portale unterstützen aber keine Podcasts. Mit Last.fm, Spotify, simfy und MP3-Tunes lässt sich Musik herunterladen. Per WLAN-Dongle UWF-1 für rund 60 Euro geht der Onkyo drahtlos ins Internet. An der Bedienung gefallen uns das großzügige Display sowie die gelungene Smartphone App (siehe Kasten). Weniger schön sind die teils doppelt belegten Tasten, die bei vielen Bedienschritten ein Umschalten mit der Mode-Taste erfordern.

    Onkyo TX-NR 717 - AV-Receiver für 900 Euro 
      Aufgeräumt: Dank des durchdachten Aufbaus mit senkrecht stehenden
    Platinen springt der leise Lüfter (links, senkrecht stehend) nur selten an.

     

    Onkyo TX-NR 717 - AV-Receiver für 900 Euro
    Praktisch: Horizontale Schraubterminals erleichtern das Anschließen der Lautsprecher.
    Eine Besonderheit ist der VGA-Eingang, der sich auf ältere PCs versteht.  

     

     

    Tonqualität Surround

    An sechs Ohm sackt die Leistung bei Volllast an allen Endstufen auf 34 Watt pro Kanal ab, was zu Punktabzug führt. Allerdings kommt besagte Volllast bei Soundtracks äußerst selten vor, selbst die brachiale Verfolgungsjagd entlang des Gardasees in "Ein Quantum Trost" meistert der Onkyo souverän und lässig. Aufheulende Motoren, durchschlagende Maschinengewehrsalven, bassgewaltige Crashes und die klar verständliche Sprache beeindrucken selbst bei THX-Pegeln. Mit feinsinnig produzierter Musik wie der Audio-DVD von Steely Dan "Two Against Nature" macht sich der Onkyo nicht minder gut. Präzise bringt er den Gesang und das komplexe Surround-Arrangement zur Geltung, der Bass steht präzise im Hörraum. Die Einmess­Automatik sorgt für eine saubere Pegeljustage, aber die Distanzeinstellung fällt, wie bereits erwähnt, zu grob aus. Die beiden automatisch ermittelten Equalizer-Korrekturkurven Movie und Music ändern das Klangbild nicht zu massiv, sondern schaffen nur etwas mehr Transparenz. Was 2EQ genau macht, bleibt mangels eines Bildschirms, der die Equalizer-Kurve zeigt, verborgen. Den temperaturgeregelten Lüfter nahmen wir im Hörtest nicht wahr. 

     

    Tonqualität Stereo

    Die grobe Distanzeinstellung nach der automatischen Einmessung wirkt sich speziell im Stereo-Hörtest negativ aus, da die Stereoabbildung leicht diffus und verschoben erscheint. Erst als wir trotz leicht abweichender Lautsprecher-Entfernungen identische Werte für Links und Rechts einstellten, baute sich eine stabile Stereomitte auf: Im Electronic-Pop-Stück "The Girl And The Robot" von Röyksopp rockt der Onkyo dann mit klasse Bassfundament und spielt offen und präzise. Beim Zuschalten des Auto-EQs gewinnt das Klangbild an Transparenz, ohne die Höhen zu stark anzuheben. Die leicht verfärbte Note, die beim Zuschalten vieler Auto-EQs im ersten Moment auffällt, ist beim Onkyo nur leicht ausgeprägt.

     

     

    Onkyo TX-NR 717 - AV-Receiver für 900 €
    Funktional: Wegen der zahlreichen Buchsen und Tasten wirkt die Front nicht
    so edel wie bei anderen Receivern, das große Display zeigt viele Informationen
    auf einen Blick.

     

    Komfortabel steuern übers Smartphone

    Mit der kostenlosen Onkyo Remote-App für Apple- und Android-Smartphones gelingt die Steuerung des Receivers über das heimische Netzwerk: Grundfunktionen wie AV-Quelle, Hörmodus, Lautstärke und einfache Klangeinstellungen lassen sich ohne Sichtkontakt zum Display oder Bildschirm­menü steuern. Dank des integrierten DLNA-Servers kann man Musik, die auf dem Telefon gespeichert ist, über den Receiver abspielen. Für Technik-Fans ist der Info-Screeen interessant, denn besser als am Bildschirmmenü sind hier alle Infos zu den ein- und ausgehenden Audio- und Videosignalen zusammengefasst. Eine runde Sache ist die Steuerung von Internet-Apps wie dem vTuner-Radio, wo farbige Logos die Bedienung erleichtern. Theoretisch lassen sich über Softkeys für Cursor, Enter, Return, Setup und Home alle Einstellungen erreichen; allerdings braucht es dafür einen Blicks aufs Receiver-Display oder besser aufs Bildschirmmenü, sodass man gleich die Fernbedienung zur Hand nehmen kann, denn damit gehen die Einstellungen schneller. Im Praxistest lief die App – getestet in der Version 1.40 auf einem Android 4.0 Smartphone – zuverlässig und problemlos. Nur am Lautstärkeregler nach Art eines Faders sollten die Entwickler noch feilen. Der ist nämlich, weil halb verdeckt, nur schlecht zu handhaben. Alles in allem ist die App gelungen und eine tolle Bedienhilfe für den Receiver. Wichtig: Damit sich der Onkyo übers Telefon einschalten lässt, muss der Menüpunkt "Netzwerk-Standby"eingeschaltet sein, der den Verbrauch im Bereitschaftsbetrieb mit 2,4 Watt nur geringfügig erhöht.

    Onkyo TX-NR 717 - AV-Receiver für 900 €

    Praktisch: Mit der kostenlosen Onkyo Remote App lässt sich der 717
    nicht nur komfortabel steuern (oben), man bekommt auch
    alle wichtigen AV-Informationen auf einen Blick (unten).

    Onkyo TX-NR 717 - AV-Receiver für 900 €

     

    Fazit

    Die Stärken des neuen Mittelklasse-Onkyo sind sein guter Klang und die vielen Multimedia-Extras. Lediglich die vergleichsweise einfache Einmess-Automatik weist einige Schwächen auf.  Florian Goisl

    Onkyo TX-NR 717 - AV-Receiver für 900 €

     

    Technische Ausstattung und Bewertung 

    Onkyo TX-NR 717 - AV-Receiver für 900 €

     

     

     

     

     

    Der Testbericht Onkyo TX-NR 717 (Gesamtwertung: 76, Preis/UVP: 900 Euro) ist in audiovision Ausgabe 4-2013 erschienen.

    Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

    • Onkyo TX-NR 717 (audiovision 4/2013)In den Warenkorb

      Onkyo TX-NR 717 (audiovision 4/2013)

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