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    av-Test

    Denon AVR-3311 (Test)

    1. Oktober 20106 Minuten Lesezeit

    Denon AVR-3311 – AV-Receiver für 1.400 Euro

    Denon AVR-3311 - AV-Receiver für 1.400 €Mit seinen sieben Endstufen kann der neue AVR-3311 bis zu elf verschieden platzierte Lautsprecher ansteuern. Je nach Lust und Laune setzt man per Dolby ProLogic IIz auf zusätzliche Höhenkanäle für stärker von oben ortbare Effekte oder wählt Audyssey DSX und damit zwei Breiten­kanäle für noch weiter nach außen versetzte Boxen. Zudem ist der AVR-3311 mit aktueller HDMI-1.4a-Technik auch für 3D bestens gerüstet.

    Ausstattung und Technik

    Im Vergleich zum AVR 4310 spart sich der Neue viele S-Video-Buchsen und versorgt Nebenräume nur mit zwei Tonausgängen und einem FBAS-Video­signal. Analoge und digitale Videoquellen kann er hochskalieren und an zwei HDMI-Buchsen ausgeben, jedoch nicht gleichzeitig. Der erste HDMI-Ausgang ist ARC-fähig; über ihn lässt sich der TV-Ton zum Receiver zurückleiten. Pluspunkte gibt es ferner für die flexible Weiterleitung von HDMI-Signalen im Stand-by, die wenig Strom verbraucht.

    Denon AVR-3311 - AV-Receiver für 1.400 €

    Denon liefert zwei Fernbedienungen mit; die einfachere
    eignet sich zur Steuerung in einer der beiden Nebenzonen.

    Zum 100-jährigen Firmenjubiläum spendiert Denon dem AVR-3311 die Einmess-Automatik Audyssey MultEQ XT, die bis zu acht Positionen im Raum erfasst. Ebenfalls an Bord sind Audyssey Dynamik EQ für gehörrichtigen Klang bei geringen Lautstärken und Audyssey Dynamik Vol­ume für eine automatische Pegelanpassung von unterschiedlich lauten Tonquellen. Für Eingriffe in die Klangcharakteristik oder zum Ausgleich der Raumakustik steht neben überbrückbaren Bass- und Höhenreglern ein Neun-Band-Equalizer bereit. Er lässt sich unterschiedlich einstellen, entweder für alle Kanäle gleichzeitig, nur für die Frontboxen oder für jeden einzelnen Kanal. Schade, dass er bei 63 Hertz Schluss macht. Des Weiteren bietet das Audiomenü eine Tonverzögerung bis 200 Millisekunden.
    Mittels Firmware-Update, das Ende September erhältlich sein soll, lässt sich der Denon mit dem iPhone und iPad bedienen.

    Denon AVR-3311 - AV-Receiver für 1.400 €

    Professionelles Feedback: Nur wenige AV-Receiver liefern so ausführliche Informationen wie der Denon.

    Videoverarbeitung

    Fast alle Videofunktionen des Könners AVR-4310 wurden übernommen. Die Videokonvertierung des neuen Denon kümmert sich wahlweise nur um analoges Video oder zusätzlich um digitale Quellen. Alle Auflösungen bis 1080/24p lassen sich auch manuell einstellen; dazu stehen Regler für ein Rauschfilter sowie Kontrast, Helligkeit, Farbsättigung, Farbton und Schärfe bereit. Die Einstellungen merkt sich der Denon für jeden Eingang. So kommen unterschiedliche Bildquellen mit besten Voreinstellungen beim Display an.

    Bei der Verarbeitung von SDTV-Video wechselte der Denon AVR-3311 immer wieder in einen falschen Bildmodus und ruckelte heftig. Betroffen davon ist nur TV-Material mit 50 Hertz, Kinofilme funktionieren. Die Filmmode-Erkennung klappt bei unserem Stolperstein "Sechs Tage, sieben Nächte" gut, mit "Space Cowboys" verursacht sie jedoch Flackern. Der Wechsel vom Bildmodus "Auto" auf "Video 2" bringt nichts – außer andere Störungen.

    Upscaling von HDTV-Video auf 1080p gelingt in Perfektion. Im Modus "Auto" meistert der Denon all unsere Tests für Filme, Dokumentationen und sogar exotisches 1080/30p. Per "Inverse Tele­cine" eliminiert er zudem das 3:2-Pulldown-Ruckeln, sowohl von DVDs im Format 480/60i als auch von HDTV-Kino im Format 1080/60i und stellt die originale Kino-Frequenz von 24 Bildern pro Sekunde wieder her – Filmfans mit großer NTSC-DVD-Sammlung werden es ihm danken. Allerdings wandelt der Denon im Auflösungsmodus "Auto" Kinofilme von der Blu-ray im Format 1080/24p unnötigerweise in ruckelnde 60-Hertz-Videos um – das hat der AVR-4310 nicht gemacht. Gut gefallen die detaillierten Menü-Informationen zu den Bildparametern.

     

     

    Tonqualität Surround

    Die sieben volldiskreten Endstufen des Denon liefern manchmal mehr Leistung, als es sich die Entwickler bei der Dimensionierung der Sicherung offenbar vorgestellt hatten. In unserem Messlabor nämlich löste sich die Sicherung bei Maximallast mit sieben gleichzeitig betriebenen 4-Ohm-Lasten just beim Erreichen der Klirrgrenze in Luft auf. Doch keine Bange: Man kann davon ausgehen, dass in der Praxis nie alle Kanäle voll belastet werden. Einen Punkt Abzug bringt der kleine Leistungsverlust im Siebenkanal-Betrieb, während mit 105 Watt im Fünfkanal-Modus und satten 190 Watt im Stereobetrieb selbst hohe Anforderungen erfüllt werden.

    Denon AVR-3311 - AV-Receiver für 1.400 €

    Wohlig warm: Im Gegensatz zum Pioneer LX-83 mit Class-D Verstärkertechnik
    wird der Denon im Betrieb deutlich heißer und benötigt größere Kühlkörper.

    Im Vergleich zum leistungsstärkeren und deutlich teureren Pioneer SC-LX 83 schlägt sich der Denon im Hördurchgang sehr gut, etwa beim Superhelden-Spektakel "Iron Man" mit DTS-HD Master Audio-Ton. Beim Überfall der Schurken auf den Militärkonvoi beendet eine Explosion mit Wucht die im Hintergrund laufende Musik der Hardrock-Band AC/DC. Die folgende, extrem dynamische Surround­kulisse mit Schützenfeuer, das von allen Seiten auf den Zuschauer einprasselt, präsentiert der Denon mit ungebremster Dynamik und löst dabei feinste Details wie das leise Geräusch umherspringender Patronenhülsen glasklar auf. Mit dieser stressfreien Auflösung kann der Denon auch im lautesten Getümmel dem Pioneer die Stirn bieten; dieser allerdings wuchert im Bass mit ein paar Pfunden mehr. Mit derben Rock-Titeln wie "Duck and Run" von 3 Doors Down lässt der Denon bei den tiefen Tönen ebenfalls eine Spur an Druck und gleichzeitiger Lockerheit vermissen.
    Famose Feinzeichnung beweist der Receiver beim Live-Konzert von Dave Matthews und Tim Reynolds mit dem Titel "Crash Into Me" in Dolby True­HD. Dass zwei akustische Gitarren plus Gesang, die einen riesigen Konzertsaal füllen, auch im Heimkino für Gänsehaut sorgen, liegt an der seidig weichen Hochtonauflösung des Denon, der zudem eine spürbare Publikumspräsenz vermittelt. Nur wenige Konkurrenten schaffen es, die knis­ternde Atmosphäre der "Radio City Music Hall" so luftig und prickelnd in die eigenen vier Heimkinowände zu projizieren.

     Denon AVR-3311 - AV-Receiver für 1.400 €

    Gut zu bedienen: Der Denon AVR-3311 zeigt in seinem Display die Tonformate
    am Eingang sowie das gewählte Klangprogramm übersichtlich an.
    Das OSD-Menü wird aber nur noch in Englisch ausgegeben.

    Tonqualität Stereo

    Seine Qualitäten unterstreicht der Denon bei der Stereo-Wiedergabe besonders. Uns Testern gefiel der Klang bei der Zuspielung über HDMI und mit aktiviertem "Pure Direct"-Modus am besten. Beim Titel "Soul of Song" von Hans Thessink kommt reine Freude auf. Die sonore Reibeisenstimme und die ultratiefe Tuba erklingen bei jedem Pegel einfach traumhaft fest und stabil – daran kann selbst der größere Pioneer SC-LX 83 nicht rütteln.

    Denon AVR-3311 - AV-Receiver für 1.400 €

    Elf unterschiedlich platzierte Boxen lassen sich über die sieben Endstufen
    des neuen Denon ansteuern. Zur Unterstützung der zusätzlichen
    Anschlüsse von einem Paar Höhen- oder einem Paar Breiten-
    Lautsprechern sind die neuen Tonformate ProLogic IIz und Audyssey DSX an Bord.

    Fazit

    Zum Firmenjubiläum schüttelt Denon mit dem preisgünstigen AVR-3311 ein attraktives Angebot aus dem Ärmel. Ein paar Winzigkeiten gibt es zwar zu bemängeln, doch die sehr gute Ausstattung und der starke Klang verdienen einen Preistipp.

    Denon AVR-3311 - AV-Receiver für 1.400 €
    Denon AVR-3311 - AV-Receiver für 1.400 €

     

    Technische Ausstattung und Bewertung 

    Denon AVR-3311 - AV-Receiver für 1.400 €

     

     

    Der Testbericht Denon AVR-3311 (Gesamtwertung: 88, Preis/UVP: 1400 Euro) ist in audiovision Ausgabe 10-2010 erschienen.

    Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

    • Denon AVR-3311 (audiovision 10/2010)In den Warenkorb

      Denon AVR-3311 (audiovision 10/2010)

      PDF-Download €1,99

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