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    Panasonic TX-65GZW954 (Test)

    9. Oktober 20196 Minuten Lesezeit
    Alles wie gehabt: Die Panasonic-Fernbedienung kennt man seit gefühlten Ewigkeiten.

    Der 5,5 Kilo schwere Standfuß verleiht dem Panasonic sicheren Halt. Natürlich ist auch eine Wandmontage möglich. Der 65-Zöller unterstützt die VESA-Norm 400 x 400 mm.

    Äußerlich sieht man dem 3.000 Euro teuren TX-65GZW954 nicht an, dass er zur 2019er OLED-Flotte aus dem Hause Panasonic gehört. Ein dünnes Panel, ein massiver Standfuß, die gewohnte Fernbedienung – hier besinnen sich die Japaner auf klassische Werte.

    Schnell montiert: Einfach das Panel auf den Fuß setzen und festschrauben, schon ist der Panasonic einsatzbereit.

    Die Innovationen stecken vielmehr im schlanken Gehäuse. Dort werkelt erstmals der HCX Pro Intelligent Processor, der Bildsignale noch detaillierter auswerten und optimieren möchte. Premiere feiert ebenfalls der bereits von Sony bekannte Netflix Calibrated Mode: Er stellt bei Net-flix-Inhalten den Fernseher automatisch so ein, wie die Filmemacher ihre Studio-Monitore kalibriert haben.

    Zusätzliche Annehmlichkeiten: Der 65-Zöller unterstützt Dolby Atmos, mit HLG, HDR10, HDR10+ und Dolby Vision alle aktuellen HDR-Formate und hat zudem die „HD+“-Plattform integriert, um Privatsender in HD auch ohne zusätzliche Hardware empfangen zu können. Wer 1.000 Euro sparen will, bekommt den OLED eine Nummer kleiner in 55 Zoll.

    Vorbildlich: Bei den Anschlüssen macht Panasonic keiner etwas vor. Pay-TV-Anhänger freuen sich über zwei seitliche Einschübe für „CI+“-Module.

    Ausstattung und Praxis

    Mehr Ausstattung als beim Panasonic geht kaum. Neben den erwähnten Features punktet der TX-65GZW954 durch seinen Quattro-Tuner. Zusätzlich zu den Empfängern für Kabel, Satellit und DVB-T2 – jeweils in doppelter Ausführung – ermöglicht der Flachmann TV>IP, um TV-Signale auch in Räumen bereitzustellen, in denen keine TV-Buchse verbaut wurde oder in die DVB-T2-Signale nicht hingelangen. Das Arbeitstempo des Japaners ist hoch, Menüwechsel oder das Starten von Apps gelingen verzögerungsfrei.

    Empfangs-Genie: Der Panasonic fischt TV-Programme per Satellit und Antenne vom Himmel, aus dem Kabel, beherrscht TV>IP und hat „HD+“ an Bord.

    Die Benutzeroberfläche My Home Screen 4.0 ist extrem aufgeräumt, kann natürlich mit den Lieblings-Anwendungen bestückt werden und erlaubt auch Erstnutzern ein vollkommen intuitives Handling ohne Eingewöhnungszeit. TV-Aufnahmen landen auf externer Festplatte. Damit sich diese realisieren lassen, muss man im Menü „Setup Aufzeichnung“ die „Permanente Aufzeichnung“ auf „Auto“ stellen.

    Durchdacht: Die Oberfläche des Betriebssystems My Home Screen 4.0 ist individuell konfigurierbar. Sie erlaubt schnelles Navigieren und ist ein optischer Genuss.

    Hat man einen Lautsprecher im Betrieb, der Amazon Alexa oder Google Assistant unterstützt, so erlaubt der Panasonic Funktionen wie Ein-/Ausschalten, Kanalwechsel oder das Anpassen der Lautstärke per Sprache. Die kostenlose App „TV Remote 2“ bietet neben umfassenden Kalibrier-Optionen auch Steuermöglichkeiten und den Zugriff auf Live-TV sowie Aufnahmen.

    Kalibrierung per App

    Ein Kalibriergerät für perfekte Bildeinstellungen dürfte man in so gut wie keinem Privathaushalt finden. Brauchen Besitzer des TX-65GZW954 auch gar nicht, um die Bildqualität ihres Fernsehers zu optimieren. Denn Pana­sonic hat in seine App „TV Remote 2“ jede Menge Bildanpassungs-Optionen integriert.

    Ungewohnte Einblicke: Das Farbsegel war für die meisten Zuschauer bisher ein Tabu. Panasonic erlaubt hier ebenso Änderungen wie am Gamma-Wert.

    Hat man den gewünschten Bildmodus ausgewählt, erscheint das jeweilige Farbsegel mit der Möglichkeit, die Messpunkte für Grün, Cyan, Blau, Magenta, Rot und Gelb zu verschieben. Zudem hat man Zugriff auf das Farb-Remastering (Aus, Niedrig, Hoch) und unterschiedliche Farbräume. Einzelne Settings lassen sich speichern und jederzeit per Fingertipp anwenden. Auch Laien müssen keine Angst haben, etwas zu verstellen und das Bild zu verhunzen: Alle Änderungen lassen sich jederzeit zurücksetzen. Welche Auswirkungen auf die Bildqualität hat der Gammawert? Über diverse Gammakurven kann man dies ausprobieren – das Ergebnis sieht man sofort auf dem Display des 65-Zöllers. Hier hat man zudem Einfluss auf sämtliche Bildparameter. Angefangen bei Farbtemperatur und Kontrast-Regelung über Schärfe und den Abgleich einzelner Farben bis hin zur Bewegungskompensation und Rauschunterdrückung. So macht das Tunen des Bildes sogar Spaß.

    Feinschliff ohne Ende: Kein Bildparameter ist vor der App sicher. Änderungen nimmt man so deutlich schneller als über das Menü des Fernsehers vor.

    Bild- und Tonqualität

    Nur wenige Sekunden von „Shaft“ genügen, um das enorme Potenzial des OLEDs zu erkennen. Im Modus „True Cinema“ zaubert der Panasonic einen brillanten Look wie im Profi-Kino auf den Bildschirm. Dass Schwarz brutal dunkel ist, kennen wir von allen OLEDs. Begeistert sind wir aber von der extrem feinen Zeichnung in dunklen Bereichen. Das dunkelbraune Sofa offenbart selbst im Schatten seine Lederstruktur und Nähte, am Wollpullover erkennt man kleinste Fussel und jede Schattierung.

    So soll es sein: Der TX-65GZW954 unterstützt nicht nur sämtliche HDR-Formate, sondern trifft bei der Messung im DCI-P3-Spektrum auch alle Farben ganz exakt.

    Obwohl der Streifen nur in HD-Auflösung vorliegt, ist die Schärfe immens. Das „Kontrast-Remastering“ kann man aktivieren, um noch mehr Details hervorzuheben und die Tiefenwirkung zu steigern. Die Macher des Films wollten die Handlung offenbar gerne eine Nuance dunkler sehen, denn der Netflix-Modus sorgt für entsprechende Modifikationen, die an den hervorragenden Grundtugenden wie Plastizität, Farbnatürlichkeit und der Schärfe nichts verändern.

    Wie aus dem Lehrbuch: Bei der Messung im SDR-Bereich läuft der 65-Zöller zur Höchstform auf. Minimale Abweichungen gibt es, wenn überhaupt, nur bei Violett.

    Bei HDR-Inhalten schafft der 65-Zöller eine maximale Helligkeit von 900 Candela. Der „Dynamik“-Modus sollte aber bestenfalls bei voller Sonneneinstrahlung ein Thema sein. Die natürlichsten Ergebnisse erreicht man mit „True Cinema“, in Spitzlichtern erzeugt der OLED hier mit 866 Candela kaum weniger Leuchtkraft. Bei 50-prozentigem Weißanteil sind es 327, bei vollflächiger Weißdarstellung 176 Candela. Generell haben wir den Eindruck, dass der neue HCX Pro Intelligent Processor dem Bild noch einmal einen kleinen Schub nach vorne verpasst. Dieses wirkt noch ausgewogener, noch harmonischer, ungemein dynamisch und rauschfrei. „Area Range Remaster“ teilt das Bild in 128 Segmente auf und versucht, diese separat zu optimieren und das Maximum aus Farben, Helligkeit und Kontrast herauszuholen. Mit 2.000:1 fällt der ANSI-Kontrast sehr hoch aus. Die Farbtemperatur „Warm2“ liefert mit 6.865 Kelvin die beste Voreinstellung.

    Neuer Modus: Wer gerne Netflix-Filme schaut, sollte das eigene Bild-Setup ausprobieren. Hier werden alle Parameter so eingestellt, wie es sich der Regisseur wünscht.

    Ebenfalls angetan sind wir von den Skalierungseigenschaften des OLEDs: Der Klassiker „Manta, Manta“ aus dem Jahr 1991, abrufbar über Netflix, sieht deutlich besser aus als erwartet. Mit Rauschunterdrückung auf mittlerer Stufe entsteht ein erstaunlich harmonisches Bild mit präzisen Kanten und fast frei von Artefakten. Steht die „Intelligent Frame Creation“ auf „Mittel“, begeistert der Fernseher mit wunderbar geschmeidigen Bewegungen, wie er in der Doku „Die Nordsee von oben“ unter Beweis stellt.

    Das Soundsystem leistet 50 Watt. Auch bei höheren Lautstärken präsentiert sich der Panasonic weitgehend pegelfest. Vier unterschiedliche Surround-Modi erzeugen eine breite Klangbühne, der Modus „Musik“ klingt dabei deutlich dynamischer als „Standard“. Dolby-Atmos-Titel wie „Formula 1: Drive To Survive“ machen Spaß, weil Effekte schön im Raum platziert werden. So rasen die Boliden nicht nur auf dem Bildschirm, sondern auch im Zimmer vorbei. Die Motorengeräusche sind nicht statisch, sie wandern mit. Die Räumlichkeit erreicht dadurch ein höheres Level.

    Der Testbericht Panasonic TX-65GZW954 (Gesamtwertung: 91, Preis/UVP: 3000 Euro) ist in audiovision Ausgabe 8-2019 erschienen.

    Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

    • Panasonic TX-65GZW954 (audiovision 8-2019)In den Warenkorb

      Panasonic TX-65GZW954 (audiovision 8-2019)

      PDF-Download €1,99

    AV-Fazit

    91 sehr gut

    Den will man haben: Das Bild des TX-65GZW954 ist ein Traum, ausgewogen, scharf, dynamisch und sehr realistisch. Alle HDR-Formate stehen zur Verfügung, die Ausstattung fällt mit „HD+“, TV>Ip und der App-Kalibrierung üppig aus. Auch klanglich gefällt der Panasonic, speziell Dolby-Atmos-Filme faszinieren durch greifbare Effekte.
    Jochen Wieloch

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