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    av-Test

    LG 65UK7550 (Test)

    9. Mai 20196 Minuten Lesezeit
    Mauszeiger: Mit der Magic Remote von LG kann man auch frei in der Luft hantieren – das vereinfacht das Navigieren im Internet oder in unterschiedlichen Menüs. Für Netflix und Amazon Video sind eigene Tasten vorhanden.

    Als markante Erscheinung tritt der 1.800 Euro teure LG 65UK7550 auf: Sein geschwungener und nach vorne hin geöffneter Standfuß ist ein echter Hingucker. Während der Fuß lediglich aus Kunststoff besteht, haben die Koreaner die Rückwand und die Display-Verkleidung aus Metall gefertigt.

    Silberpfeil: Während der Fuß des 65-Zöllers aus Kunststoff ist, kommt bei der Displayeinfassung und der Geräterückseite höherwertiges Metall zum Einsatz.

    LG setzt bei der Hintergrundbeleuchtung auf Edge-LED mit Local Dimming. Im Gegensatz zu den OLEDs aus der LG-Produktion wie der 77C8 (Test Seite 34) unterstützt der 65-Zöller keine High-Frame-Rate-Wiedergabe mit 120 Bildern pro Sekunde. Für den Ton ist ein 2.0-Soundsystem mit 20 Watt verbaut, das für den Surround-Klang DTS Virtual:X beherrscht.

    Ausstattung und Praxis

    Bei der Ausstattung muss man lediglich mit einem größeren Manko leben: Tuner für Kabel, Satellit und DVB-T2 HD sind nur einfach verbaut. Das macht sich jedoch erst bemerkbar, wenn man den 65UK7550 mit einer USB-Festplatte bestückt. Zeichnet man eine Sendung auf, sind die anderen Programme tabu. Umschalten ist nicht möglich. Anschlussseitig ist der LG hingegen mit vier HDMI- und zwei USB-Buchsen, einem „CI+“-Slot, einem optischen Audioausgang und einem Component-Anschluss auf der Höhe der Zeit. Hinzu kommen WLAN und Bluetooth 4.2.

    Für den Bedienkomfort und das Betriebssystem webOS 4.0 verdient sich der LG Bestnoten. Ebenso für die ergonomisch geformte und durchdachte Fernbedienung mit Gyrosensor, wodurch sie wie ein Mauszeiger frei in der Luft benutzt werden kann. Nur bei der Geschwindigkeit hält der 65-Zöller mit den LG-Spitzenmodellen nicht ganz mit. Ruft man beispielsweise „Alle Einstellungen“ oder den EPG auf, so braucht der Apparat einen kurzen Moment, um die einzelnen Menüpunkte anzuzeigen.

    Empfangs-Diät: Der 65UK7550 ist lediglich mit Single-Tunern für Kabel, Satellit und DVB-T2 ausgerüstet. Dieses Manko macht sich bei Aufnahmen bemerkbar.

    Fotos, Videos und Musik holt sich der LG von USB-Speicherträgern oder aus dem Netz von Netzwerkfestplatten, einer Fritz!Box oder einem Medienserver. Über die Sprachsteuerung und Google Assistant hat man unter anderem die Möglichkeit, Sender per Stimme zu wechseln, die Aufnahmen zu öffnen, Sport-, Wetter- und Wirtschaftsinfos abzurufen oder Wikipedia-Wissen abzufragen. Das klappt zuverlässig und schnell. Für die App-Steuerung und zum unkomplizierten Streamen von Inhalten per Smartphone sollte man die kostenlose Anwendung „LG TV Plus“ auf seinem Android- oder iOS-Mobilgerät installieren.

    Bedienen und Spiegeln: Die iOS- und Android-App „LG TV Plus“ steigert den Bedienkomfort des 65UK7550 bei bestimmten Aktionen erheblich.

     

    Bild- und Tonqualität

    Über die insgesamt neun Bildmodi kann man das Bild für jeden Inhalt und für jede Umgebungshelligkeit optimal anpassen. Mittels dreistufig modifizierbarem HDR-Effekt lässt sich auch der Lieblingsserie oder dem Fußballspiel ein kon-trastreicherer Look verpassen. Das gelingt gut und eignet sich nicht nur, wenn der Fernseher direktem Sonnenlicht ausgesetzt ist.

    Nicht voll ausgereizt: Im HDR-Bereich geht der LG bei der Grün-Darstellung nicht bis ans Limit.

    Spielt man dem LG eine Blu-ray zu, so fällt sofort auf: Beim Schwarz stößt er an seine Grenzen, das ist dunkles Grau, aber auch nicht mehr. Das Display ist recht gleichmäßig ausgeleuchtet, an der Seite und oben schimmert jedoch etwas Streulicht durch. In dieser Disziplin ist der 65-Zöller von OLED-Qualitäten weit entfernt. Auch die Maximalhelligkeit hält sich in Grenzen. Im HDR-Modus „Kino“ schafft der UK7550 bei Spitzlichtern 390 Candela, also rund die Hälfte von dem, was ein Fernseher mit organischen Leuchtdioden erreicht. Der ANSI-Kontrast von 770:1 ist hingegen ordentlich, auch die Voreinstellung der optimalen Farbtemperatur ist mit „Warm 3“ und 6.490 Kelvin sehr gut gelungen.

    Hohe Trefferquote: Die Farbreproduktion im SDR-Spektrum bereitet dem 65-Zöller keine Probleme.

    Für saubere Bewegungen, wenn auch nicht auf höchstem Niveau, muss „TruMotion“ auf „Flüssig“ stehen. Zu Beginn der Blu-ray „Deutschland von oben“ merkt man anhand der verschneiten Berglandschaften, dass es dem LG an Leuchtkraft mangelt. Diese Szenen haben wir schon brillanter gesehen. Hier lohnt es sich in der Tat, den HDR-Effekt zu aktivieren. Aber Achtung: Die unschöne Begleiterscheinung, dass bei weißen Titeleinblendungen vor schwarzem Hintergrund der mittlere Bildbereich wie durch einen Lichtspot aufgehellt wird, verstärkt sich so noch mehr.

    Praktisch: Durch einen Druck auf das Scrollrad der Fernbedienung öffnet sich das Aufnahme-Menü. Allerdings kann man nur den Sender aufnehmen, den man schaut.

    Farben zeigt der LCD-Fernseher kräftig und differenziert. In einer überflogenen Sommerwiese packt er die komplette Grün-Palette mit zahlreichen Abstufungen aus. Ab einem seitlichen Betrachtungswinkel von um die 40 Grad dunkelt das Bild ab, die Durchzeichnung geht dann etwas verloren. UHD-Material holt der LG vollkommen rausch- und pixelfrei auf seinen Bildschirm. Die Plastizität gefällt, auch hier macht die manuelle HDR-Einstellung das Bild spürbar dynamischer. Der 65UK7550 unterstützt die Formate HDR10 und HLG, aber kein Dolby Vision oder HDR10+.

    Bewährt: Das LG-Betriebssystem webOS 4.0 bildet das Herzstück des 65-Zöllers und erlaubt eine intuitive Bedienung ohne lange Eingewöhnungszeit.
    Auto-Tuning für den Sound
    Raumanpassung: Über die Fernbedienung kann der LG die Akustik im Zimmer analysieren und ganz alleine optimieren. Das dauert keine zehn Sekunden.

    Für die automatische Klanganpassung hat der LG das Feature „One Touch Sound Tuning“ an Bord. Die Fernbedienung dient dabei als Hilfsmittel, um die Raumakustik zu ermitteln und zu optimieren. Dazu spielt der Fernseher einen Testton ab und misst den Raumhall mithilfe der Magic Remote. Nach acht Sekunden ist alles vorbei, in dieser Zeit sollte es im Zimmer so leise wie möglich sein.

    Übersichtlich: Der Elektronische Programmführer kennt das Programm der kommenden Woche. Auch zum Programmieren von Aufnahmen ist der EPG geeignet.

    Die Ergebnisse – den Klang vor und den nach dem Tuning – kann man sich nun im direkten Vergleich anhören. Der angepasste Ton war in unserem Test etwas dynamischer, fülliger und präziser. Indem man „Anwenden“ auswählt, werden die optimierten Settings übernommen. Ist „Adaptive Sound Control“ aktiviert, wird der Ton automatisch anhand des aktuellen Inhaltstyps optimiert. Dann hat man jedoch keinen Zugriff auf die sechs verfügbaren Klangmodi.

    Direktvergleich: Klingt die Soundanpassung wirklich besser? Beide Ergebnisse lassen sich beliebig oft abspielen, um die richtige Auswahl zu treffen.

    Beim Ton empfehlen wir die Modi „Kino“ oder die „Adaptive Sound Control“. Gegenüber dem „Standard“-Setup werden die Sprachverständlichkeit und die Lebendigkeit deutlich angehoben. Der LG erwacht so aus seinem Dornröschenschlaf. Die Räumlichkeit ist gut. Zu hoch sollte man den Pegel allerdings nicht drehen. Sonst wird der Ton schnell unpräzise. Das Bassvolumen ist solide, übertriebene Tiefton-Erwartungen sollte man allerdings nicht haben.

    Der Testbericht LG 65UK7550 (Gesamtwertung: 74, Preis/UVP: 1800 Euro) ist in audiovision Ausgabe 2-2019 erschienen.

    Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

    • LG 65UK7550 (audiovision 2-2019)In den Warenkorb

      LG 65UK7550 (audiovision 2-2019)

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    AV-Fazit

    74 gut

    Der LG 65UK7550 ist der richtige Fernseher für den alltäglichen TV-Betrieb mit hohem Bedienkomfort und Aufnahme-Funktion. Für anspruchsvolle Cineasten ist er hingegen nicht die beste Wahl. Ihm fehlt es für gelungene HDR-Darstellungen an Leuchtkraft, beim Schwarz kommt der LCD-Fernseher nicht über ein dunkles Grau hinaus.
    Jochen Wieloch

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