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    Grado Labs GT220 (Test)

    4. Juli 20222 Minuten Lesezeit

    Grado Labs sind Analog-Spezialisten aus New York. Ihre Tonabnehmer und Kopfhörer genießen in der HiFi-Szene einen legendären Ruf. Um mit der Zeit zu gehen, stellt die 1953 gegründete Manufaktur jetzt ihren ersten Bluetooth-In-Ear-Hörer vor. Da man bei Grado grundsätzlich ganz eigene Vorstellungen vom angestrebten Klangideal hat, stammen die 8-Millimeter-PET-Vollbereichstreiber für den nur fünf Gramm leichten GT220 aus eigener Fertigung. Gehäuse und Bluetooth-5.0-Technik liefern dagegen OEM-Lieferanten zu.

    Bemerkenswert: Trotz eines Preises von 280 Euro leistet sich der mobile 32-Ohm-Hörer den Verzicht auf Active Noise Cancelling (ANC). Dafür kann der Akku des spritzwassergeschüzten GT220 bis zu sechs Stunden durchhalten. Das kratzfeste Aufbewahrungs-Case, das gerade mal 42 Gramm wiegt, fungiert dabei als Powerbank und sorgt so für bis zu fünf Nachladevorgänge. Damit summiert sich die Spielzeit auf 36 Stunden, bevor man per USB-C oder kabellos auf einem QI Pad nachladen muss. Der GT220 beherrscht die Codecs aptX, AAC und SBC. Verbinden lässt er sich sowohl mit Siri auf iPhones als auch mit Google Assistant auf Android-Telefonen. Weder beim Sprachassistenten noch bei der Anrufqualität gab es im Praxistest etwas auszusetzen. Die Anbindung an ein neues iPhone verlief ebenfalls völlig einwandfrei. Für die Anpassung an die Gehörgänge legt Grado allerdings nur Ohrstücke in drei unterschiedlichen Größen bei, was etwas knauserig ist.

    Emotionaler Sound
    Saß das Ohrstück aber sauber im Gehörgang, beeindruckte der erste In-Ear-Hörer von Grado Labs mit einem ungemein druckvollen und präsenten Sound, der insbesondere bei Popmusik begeistert. In musikalischer Hinsicht positionierte sich der GT220 damit im Rock- und Pop-Lager. Wechselte man von energiegeladener Musik zu filigraneren Jazz- und Klassikprogrammen, zeigte sich, dass dem Grado bei aller Schnelligkeit und Detail liebe im Mittelhochtonbereich etwas der Feingeist im Umgang mit den höchsten Tönen abging. „So what“ werden eingefleischte Grado-Fans dazu nur schulterzuckend sagen und an dieser Stelle lieber auf das satte Bassfundament verweisen, das vielleicht etwas zu voll, aber nie weich und undifferenziert tönte und sich so auch für fette Actionfilm-Passagen empfahl. Kurzum: Grado ist ein Name, den sich AV-Leser, die Musik gerne laut und energetisch mögen, merken sollten.

    Der Testbericht Grado Labs GT220 (Gesamtwertung: sehr gut, Preis/UVP: 280 Euro) ist in audiovision Ausgabe 3-2022 erschienen.

    Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

    • Grado Labs GT220 (audiovision 03-2022)In den Warenkorb

      Grado Labs GT220 (audiovision 03-2022)

      PDF-Download €1,99

    AV-Fazit

    0 Sehr gut

    Der In-Ear-Hörer von Grado begeistert mit einer Musikwiedergabe, die Emotionen weckt. Auf Noise-Cancelling muss man aber verzichten.

    Marius Dittert

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