Nach gut drei Jahren hat Epson mit der EH-Q-Serie neue 4KProjektoren für das anspruchsvolle Heimkino auf den Markt gebracht. Ob sich das Warten gelohnt hat, klärt der Test des Einsteiger-Modells QB1000.
Wenn schon, dann richtig: Die japanische Beamer-Großmacht Epson bringt gleich drei neue Heimkino-Projektoren unters Volk. Die in Schwarz und Weiß erhältliche Baureihe umfasst die Modelle EH-QB1000, EH-QL-3000 und EH-QL7000. Bei den Preisen muss man für Epson-Verhältnisse erst mal schlucken, denn die bewegen sich zwischen 5.500 und 24.000 Euro. Daher schicken wir mit dem EH-QB1000 den günstigsten der drei Bildwerfer durch unseren Testparcours.
Der Proband wiegt vertrauenserweckende 12,8 Kilogramm und besitzt eine Standfläche von 52 x 44,7 Zentimetern. Zum Lieferumfang gehören neben einer großen Fernbedienung mit hinterleuchteter Tastatur ein User-Guide, ein Stromkabel und eine Kabelabdeckung, die hinten auf den Projektor aufgesteckt wird. Wer den Beamer im Wohnzimmer unter der Decke installiert, erhält so eine wunderbar aufgeräumte Optik.
Die Leistungsaufnahme ist in Anbetracht der Luminanz relativ niedrig, sie liegt mit 278 Watt auf höchster Lichtstufe sogar unter der Herstellerangabe von 285 Watt. Epson gibt 5 Jahre Garantie oder eine Betriebsdauer von 12.000 Stunden, je nachdem, was zuerst erreicht ist.
Ausstattung und Technik
Für Epson wenig überraschend nutzt der EH-QB1000 die im Unternehmen bewährte 3LCD-Technologie und hat drei 0,74 Zoll große C2-Fine-Panels der neuesten Generation verbaut. Diese besitzen eine native Full-HD-Auflösung, können aber bis zu 3.840 x 2.160 Pixel verarbeiten und via E-Shift projizieren (siehe Kasten nächste Doppelseite). Der Vorteil der 3LCD-Technik im Vergleich zur Ein-Chip-DLP-Variante ist der fehlende Regenbogen-Effekt, da die Farben nicht sequenziell projiziert werden, sondern gleichzeitig auf der Leinwand erscheinen.
Die relativ große Fernbedienung besitzt eine illuminierte Tastatur. Praktisch sind die Direktwahltasten für Lens-Memory 1 und 2; hinter dem Lens-Button befinden sich Fokus, Zoom und Lens-Shift.




Als Lichtquelle kommt ein Laser-Phosphor-Hybrid zum Einsatz, der laut Hersteller 3.300 Lumen liefern soll. Die Lebensdauer ist mit 20.000 Stunden veranschlagt. Die Lichtausbeute kann via Slider in 5-Prozent-Schritten geregelt werden. Für die bestmögliche Farbdarstellung stehen ein 6-Achsen-Farbmanagement, Gain/Offset-Regler und ein Gamma-Equalizer zur Verfügung. Für Presets gibt es 10 Bildspeicher. Die Nutzer einer Cinemascope-Leinwand haben so die Möglichkeit, verschiedene Seitenverhältnisse anzulegen und diese via Lens-Memory-Menü zu speichern. Auf Knopfdruck werden die Formate selbstständig angefahren (siehe Kasten nächste Doppelseite).
Die dynamische High-Dynamic-Range-Variante HDR10+ wird vom EH-QB1000 unterstützt. Ebenso versteht er es, mit statischen HDR10- und HLG-Signalen umzugehen. Für die beiden letztgenannten Technologien hat Epson ein dynamisches Tone-Mapping entwickelt, das einzelne Filmbilder optimiert. Einzig bei Dolby Vision muss der Japaner passen.
Für Gamer hält der Projektor einen Auto-Low-Latency-Modus bereit, um ein überzeugendes Spielerlebnis zu schaffen. Eine Zwischenbildberechnung bietet vier Modi: „Aus“, „Niedrig“, „Normal“ und „Hoch“. Spielfilme werden mit 24 Bildern pro Sekunde dargestellt, ebenso TV-Serien und Sportübertragungen mit 50 und 60 Hz. Auf Frame Interpolation „Niedrig“ nimmt die Bewegungsschärfe zu, ohne dass ein Seifenoper-Effekt entsteht.
Der Projektor lässt sich dank der integrierten Unterstützung von Crestron, Control4 und RS232/wired-LAN in ein Smart-Home-Netzwerk einbinden, was die Steuerung noch komfortabler macht. Verzichten muss der Nutzer hingegen auf die Wiedergabemöglichkeit von 3D-Inhalten und auf ein smartes Betriebssystem mit Apps.




Nun hat Epson aus der Not eine Tugend gemacht. Die E-Shift-Technologie verschiebt alle Full-HD-Pixel beim EH-QB1000 so weit, dass sie auf das Gritt projiziert werden. Somit werden die Pixel nicht übereinander dargestellt, wie es bei LCOS und DLP der Fall ist, sondern es wird der „freie“ Platz zwischen den einzelnen Pixeln dafür verwendet. Der Vorteil: Es wird zusätzliche Auflösung via Shift-Technologie generiert.

Installation und Bedienung
Auf der Rückseite des Epson EH-QB1000 sind alle Anschlüsse tief ins Gehäuse eingelassen. Die Kabel sitzen fest in den Buchsen, so dass eine stabile Signalübertragung gewährleistet ist. Das 2,1-fache Zoomobjektiv ist so groß bemessen, dass eine 2,50 Meter breite 16:9-Leinwand aus einer Entfernung von 3,38 bis 7,10 Meter vollständig ausgeleuchtet wird. Darüber hinaus kann das Bild um +/- 96 Prozent vertikal und +/- 47 Prozent horizontal verschoben werden. Das Lens-Shift ist derart flexibel, dass der Proband oberhalb und unterhalb der Leinwand platziert werden kann. Fokus, Bildgröße und Bildlage sind bequem mit der Fernbedienung einstellbar.
Die Navigation durch das übersichtlich strukturierte On-Scree-Display geht flott vonstatten. Auf der linken Seite sind die Menüs aufgeführt, rechts daneben befinden sich die Reiter für die Anpassungen. Welche Einstellungen darin vorgenommen werden können, steht in den Infokästen ganz rechts. Man kann kapitelweise vorgehen oder einfach von oben nach unten scrollen. Diese Menüführung von Epson ist einzigartig.
Sollte die Konvergenz nicht passen, können die Säume leicht behoben werden, indem diese entsprechend verschoben werden. Unser Proband bietet dafür zwei Möglichkeiten: Die Anpassung erfolgt in allen vier Ecken, oder es wird das ganze Fernster versetzt. Die Farbeinstellungen finden wir hingegen suboptimal. Wird zum Beispiel der Bildmodus „Natürlich“ für SDR-Inhalte verwendet, können wir darin alle gewünschten Anpassungen vornehmen. Wird danach ein HDR-Signal übertragen, wechselt „Natürlich“ nicht etwa in einen eigenen „HDR“-Modus. Vielmehr führen Einstellungen nun dazu, dass die für SDR vorgenommenen Parameter überschrieben werden. Das lässt sich nur vermeiden, indem man die Anpassungen in separate Speicher ablegt.
Das Herunterfahren des Projektors ist in drei Sekunden erledigt, danach befindet er sich im Standby-Modus. Das Hochfahren dauert auch nicht viel länger, bis ein zugespieltes Bildsignal auf der Leinwand erscheint.


Licht und Farbe
Nach dem erstmaligen Einschalten befindet sich der Epson EH-QB1000 im Bildmodus „Lebendig“. Das Betriebsgeräusch hat hier einen recht angenehmen Pegel von 29 Dezibel. Allerdings geben die Laserdioden nicht 100 Prozent ihrer Leistung ab, sondern liegen rund 11 Prozent darunter. Der Projektor erzielt hier 2.160 Lumen mit einer etwas zu kühlen Farbtemperatur von 8.715 Kelvin. Wir schalten in den Bildmodus „Natürlich“, weil dieser sich in der Vergangenheit herstellerübergreifend für eine präzise Farbabstimmung bewährt hat. Auch in diesem Fall müssen wir nur geringfügige Anpassungen vornehmen, um die Industrievorgaben einzuhalten. Dafür haben wir den Laser auf 100 Prozent gestellt und die Gain/Offsetregler bemüht. Die Lichtausbeute beträgt nun mit korrekten Farben satte 2.361 Lumen für SDR und HDR. Damit lassen sich Bildbreiten bis 5 Meter mit 16 Footlambert (HDTV) befeuern. Für HDR-Signale reicht es immer noch für 3,50 Meter Breite mit 32 Footlambert. Die Maximalhelligkeit ermitteln wir erwartungsgemäß im Bildmodus „Dynamisch“. Die Herstellerangabe von 3.300 Lumen übertrifft unser Testgerät mit 3.390 Lumen, allerdings mit zu kühler Farbdarstellung.
Die Kontrastangaben von Epson sind ebenfalls lobenswert ehrlich. Nach der Kalibrierung erhalten wir einen statischen Kontrast von 5.160:1 (On/Off), 5.070:1 (In-Bild) und 514:1 (ANSI). Dynamisch lässt sich der Wert auf bis zu 25.800:1 steigern. Allerdings macht sich die dynamische Helligkeitsregelung im Setting „Hohe Geschwindigkeit“ unschön durch massives „Pumpen“ bemerkbar. Daher empfehlen wir, den „Dynamischen Kontrast“ auf „Normal“ zu schalten, weil dann keine sichtbare Regelung den Filmgenuss stört. Der dynamische Kontrast beträgt bei dieser Einstellung immer noch herausragende 17.100:1. Der HDTV-Farbraum Rec.709 wird zu 100 Prozent abgedeckt, DCI-P3 noch mit 93 Prozent. Das Gamma 2,4 hält seine Vorgabe ebenfalls ein. Der Graustufenverlauf ist mit durchschnittlich 1,1 DeltaE ordentlich. Alle Helligkeitsabstufungen werden farbneutral reproduziert, nichts läuft im Schwarz zu oder überstrahlt ins Weiß. Die Ausleuchtung gefällt mit 94 Prozent, weil kein sichtbarer Helligkeitsabfall zu den Seiten vorhanden ist.
Starkes High-Dynamic-Range
Die hohe Lichtausbeute im Zusammenspiel mit der fantastischen Schärfe und dem großen DCIP3-Farbraum sorgen für eine brillante HDR-Performance. Nachtaufnahmen sind wunderbar plastisch und frei von einem Grauschleier. Es läuft nichts im Schwarz zu. Tageslichtszenen begeistern ebenfalls mit prachtvollen Bildern. Signale von 0 bis 4.000 Nits werden reproduziert. Das dynamische Tone-Mapping gibt sich kaum eine Blöße. Allenfalls in „Sully“ sind nicht alle Inhalte auf den Displays am Times Square zu sehen. Andere Filme wie „Elvis“, der in HDR10+ projiziert wird, und „West Side Story“ begeistern mit messerscharfen Bildern. Bis zum Rand sind kleinste Buchstaben zu lesen. Bewegungen erscheinen realistisch. Darüber hinaus werden TV-Signale in SDR von 720p und 1080i perfekt auf die UHD-Auflösung des Projektors hochskaliert. Die Farben innerhalb des Rec.709-Spektrums werden komplett auf der Leinwand abgebildet.




Der Testbericht Epson EH-QB1000 (Gesamtwertung: 91, Preis/UVP: 5.500 Euro) ist in audiovision Ausgabe 5-2025 erschienen.
Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.
AV-Fazit
Das Warten hat sich gelohnt: Der 4K-Laser-Projektor EH-QB1000 zieht mit hoher Lichtausbeute, messerscharfem Bild, exzellenter HDR-Performance und sehr guter Farbdarstellung in unsere Referenzklasse ein. Das hat noch kein Epson vor ihm geschafft.
Michael B. Rehders

