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    Projektoren

    Awol Vision LTV-2500 (Test)

    9. April 20265 Minuten Lesezeit

    Das Awol-Einstiegsmodell LTV-2500 kostet mit 3.000 Euro nur die Hälfte des hauseigenen Flaggschiffs LTV-3500. Auf was man dafür verzichten muss, klärt dieser Test.

    Die Standfläche unseres 12 Kilo schweren Ultrakurzdistanz-Probanden ist mit 60 x 35 Zentimetern identisch zum Flaggschiff (Test in 3-2024). Auch sonst gleichen sich die Geräte wie ein Ei dem anderen. Das taillierte Gehäuse besitzt abgerundete Ecken, eine goldene Applikation wertet das schwarz-anthrazitfarbene Gerät optisch auf. Die Leistungsaufnahme messen wir mit 145 Watt. Für einen 500-Euro-Aufpreis liefert Awol Vision eine passende 120-Zoll-Leinwand in Mattweiß.

    Ausstattung und Technik
    Der LTV-2500 ist ein DLP-Projektor mit 0,47 Zoll großem Full-HD-Chip, der via XPR-Technologie 3.840 x 2.160 Pixel verarbeiten und projizieren kann. Als Lichtquelle kommen die gleichen RGB-Laserdioden (Tri-Color-Technologie) zum Einsatz, die beim großen Bruder überzeugen konnten. Die Farben werden sequenziell ohne Farbrad erzeugt, so dass der Regenbogen-Effekt stark reduziert wird. Die Lebensdauer wird wie beim großen Bruder mit 25.000 Stunden beziffert.

    Zwei Fernbedienungen sind im Lieferumfang enthalten. Während mit dem großen Controller (rechts) alle Einstellungen am Beamer durchgeführt werden, ist die kleinere Fire-TV-Remote für die Smartfunktionen vorgesehen. Für Netflix und Prime Video gibt es Direktwahltasten.

    Der LTV-2500 verfügt über drei HDMI-Eingänge, einer davon befindet sich hinter einer Klappe und ist dem Fire-TV-Stick vorbehalten, der in dieser Aussparung „unsichtbar“ angeschlossen wird. Ein Kopfhöreranschluss, LAN für kabelgebundenes Internet, Composite für Videozuspielung und S/PDIF für die Tonübertragung sind ebenfalls vorhanden. Von zwei USB-Schnittstellen ist eine gut zugänglich auf der rechten Seite des Gehäuses untergebracht.
    Dreidimensionale Welten
    Die nordamerikanischen Filmfreunde von Awol Vision haben dem LTV-2500 nicht nur eine 3D-Wiedergabemöglichkeit spendiert, sondern schenken dem Nutzer auch zwei dafür nötige 3D-Brillen. Via Rotblitz findet die Synchronisation zwischen Beamer und Brillen statt. Dieses rote Licht wird von den Gläsern vollständig unterdrückt. Darüber hinaus kann die Zwischenbildberechnung genutzt werden, um die Bewegungs schärfe zu verbessern oder den natürlichen 24-Bilder-Look wie im Kino zu erhalten. Crosstalk-Effekte glänzen durch Abwesenheit.

    Die räumliche Tiefenstaffelung ist hervorragend, Pop-out-Effekte begeistern. Wenn in „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ ein Sternenzerstörer vollständig aus der Leinwand herauskommt und komplett im Heimkino schwebt, dann ist das ein wahrer 3D-Wow-Moment.

    Eine von zwei 3D-Brillen, die Awol Vision dem LTV-2500 beigelegt hat.
    Wichtig zu wissen: Die 3D-Funktion muss von Hand erst ein- und später wieder ausgeschaltet werden. Eine automatische Aktivierung gibt es nicht.

    Für die Kalibrierung stehen ein 6-Achsen-Farbmanagement, Gain/Offset-Regler und ein Gamma-Preset zur Verfügung. Zur Steigerung des Kontrastumfangs hat Awol Vision eine dynamische Laserlichtregelung („Dynamischer Kontrast“) implementiert, die unauffällig arbeitet, sowie das Feature „Verbessertes Schwarz“, welches dunkle Inhalte im Pegel weiter absenkt. Alle High-Dynamic-Range-Technologien inklusive Dolby Vision und HDR10+ sind verfügbar. Die statischen Varianten HDR10 und HLG profitieren von einem dynamischen Tone-Mapping, das Bild für Bild analysiert und optimiert. Für Gamer hat der Laser-TV einen „Turbo Modus“ im Gepäck, der mit einem Input Lag von 15 Millisekunden bei 4K@60Hz-Zuspielung und 8 Millisekunden bei 1.080p/120Hz voll spieletauglich ist.

    3D-Liebhaber kommen ebenfalls auf ihre Kosten (siehe Kasten rechte Seite). Eine Zwischenbildberechnung zur Steigerung der Bewegungsschärfe, Smartfunktionen via Fire-TV-Stick, Bluetooth sowie ein Motorfokus komplettieren das prallvolle Ausstattungspaket. Lediglich die Haussteuerung (zum Beispiel mit Crestron) bleibt dem Flaggschiff vorbehalten.

    Installation und Bedienung
    Unser Sample benötigt für eine 100-Zoll-Diagonale einen Abstand von 25 Zentimetern; für 120 Zoll sind es 35 Zentimeter. Die Schärfe lässt sich elektrisch mit der Fernbedienung einstellen. Der Fokus sitzt bis in die Ecken. Sollte das Bild verzerrt sein, kann die 8-Punkte-Trapezkorrektur verwendet werden, um die Geometrie anzupassen. Die Verbindung des Projektors und des Fire-TV-Sticks mit Netzwerk und Internet gelingen zügig. Innerhalb von 20 Minuten ist unser Testgast fertig konfiguriert. Die Navigation durch die Menüs funktioniert schnell und treffsicher. Smartfunktionen und Apps lassen sich wie auf einem Fernseher nutzen.

    Für die beste Performance von Dolby Vision und HDR10+ müssen Leinwanddiagonale (Screen Size) und Leuchtdichtefaktor „Screen Gain“ eingestellt werden.
    Android-TV bietet alle Apps und Streamingdienste, die wir von Fernsehern kennen.

    Licht und Farbe
    Vom Hersteller liegen uns mit 1.700 und 2.000 Lumen unterschiedliche Helligkeitsangaben vor. Also haben wir selbst nachgemessen. Unser Proband erzielt exakt 2.066 Lumen im Bildmodus „Hell“ mit einer zu kühlen Farbtemperatur von 10.650 Kelvin. Wir schalten daher in den „Benutzer“-Modus zur Kalibrierung. Heraus kommen bei einer Farbtemperatur von 6.500 Kelvin 1.730 Lumen (SDR) und 1.915 Lumen (HDR). Das reicht aus, um Leinwandbreiten bis 4,20 Meter mit HDTV- und 3,15 Meter mit HDR-Signalen zu befeuern, oder entsprechend kleinere Bildwände bei zunehmendem Umgebungslicht beispielsweise im Wohnzimmer.

    Der statische Kontrast beträgt 1.120:1 (On/Off), 1.055:1 (In-Bild) und 220:1 (ANSI). Dynamisch lässt sich der Kontrast auf 2.812:1 steigern. Für eine natürliche Farbwiedergabe sorgen die Farbräume Rec.709 und Rec.2020, die mit 100 Prozent bzw. 98 Prozent abgedeckt werden. Die Ausleuchtung überzeugt mit 92 Prozent, so dass das Bild bis in die Ecken unverfärbt und frei von Abschattungen ist.

    Bildqualität
    Wird unter „MEMC“ der Reiter „Film“ aktiviert, werden Inhalte mit 24, 50 und 60 Hz originalgetreu reproduziert. Während HDTV-Filme bereits natürlich aussehen, begeistern uns die Farben von Spielfilmen in High-Dynamic-Range. Der Projektor schaltet selbstständig in die Presets für Dolby-Vision und HDR10+, sobald ein entsprechendes Signal anliegt. Sämtliche HDR-Inhalte reproduziert er von 0 bis 4.000 Nits mittels dynamischem Tone-Mapping. Selbst schwierige Filme wie „Sully“ verschlucken keine Inhalte. Mit unseren Einstellungen wird förmlich ein Grauschleier von dunklen Szenen gezogen. Das Rec.2020-Profil sorgt überdies für prachtvolle Farben.

    Ein Leisetreter ist der AWOL LTV-2500 mit einem Betriebsgeräusch von 32 Dezibel nicht gerade. Das verbaute 35-Watt-Stereo-Soundsystem klingt solide und kann auch größere Wohnzimmer adäquat beschallen.

    Der Testbericht Awol Vision LTV-2500 (Gesamtwertung: 82, Preis/UVP: 3.000 Euro) ist in audiovision Ausgabe 5-2025 erschienen.

    Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

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      AWOL VISION LTV-2500 (audiovision 5-2025)

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    AV-Fazit

    82 Sehr gut

    Der Awol Vision LTV-2500 punktet mit scharfen und farbenfrohen XXL-Bildern im Wohnzimmer sowie einer guten App-Funktionalität. Wer auf etwas Lichtausbeute und Home-Automation-Features verzichtet, spart viel Geld gegenüber dem Flaggschiff.

    Michael B. Rehders

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