Blu-ray-Verkäufe sinken

0

Auch 2019 ist der weltweite Markt für Home Entertainment gestiegen, gegenüber dem Vorjahr konnte die Branche einen Zuwachs von 14 Prozent auf nunmehr 58,8 Milliarden US-Dollar verzeichnen. Blu-ray- und DVD-Verkäufe konnten von diesem Anstieg allerdings nicht profitieren, sie fielen im Vergleich zum Vorjahr um 18 Prozent. Dieser Verlust wurden durch den Streaming-Sektor, der gegenüber 2018 um 21 Prozent auf nunmehr 47,7 Milliarden US-Dollar zulegen konnte, aber mehr als kompensiert.   

Betrachtet über die letzten fünf Jahre haben sich die Erlöse aus dem Verkauf physischer Medien beinahe halbiert, während der digitale Markt sich verdreifachte. Die Zahlen für die greifbaren Datenträger errechnen sich dabei sowohl aus Verkäufen als auch Videothekenleihen, wie groß der Anteil der einzelnen Disc-Formate (DVD, Blu-ray, UHD-Blu-ray) ist, weist die Studie nicht aus. Zumindest in Deutschland wird mit DVDs immer noch mehr umgesetzt als mit Blu-ray-Discs. Für den digitalen Markt sind sowohl digitale Käufe und -leihen sowie Abos bei Streamingdiensten wie Amazon Video und Netflix erfasst. Die Zahl der Abos nahm im Jahr 2019 um mehr als 28 Prozent zu – 864 Millionen Menschen weltweit setzen auf Streaming. So verzeichnete Disney+ (Test auf Seite 26) bereits wenige Tage nach dem US-Start im November 20 Millionen Abonnenten. 

Für die Studie wurden auch 8.000 US-Bürger zu ihrem Sehverhalten befragt. Jeder Zweite davon streamt mindestens einmal die Woche einen Film, nur 22 Prozent gaben an, im vergangenen Jahr keinen Film online geschaut zu haben. Nur bei einem Fünftel der Befragten rotierte 2019 regelmäßig eine Blu-ray oder DVD im Player. Ein Drittel der Befragten gab an, im letzten Jahr keinen einzigen Film auf runder Scheibe gesehen zu haben. Zahlen wie diese dürften mitverantwortlich dafür sein, dass in 2019 kaum neue Blu-ray-Player auf den Markt kamen. Dabei bleibt die Disc-Welt eine Männerdomäne: 62 Prozent der Disc-Käufer sind Herren der Schöpfung. Die Damen tendieren hingegen zum Streaming, sie machen bei Netflix & Co. mit 53 Prozent eine knappe Mehrheit aller Nutzer aus.

Bei der Erhebung der Altersklassen bietet sich ein überraschendes Bild: Entgegen der landläufigen Meinung fällt die prozentuale Verteilung der Altersgruppen bei physischen und digitalen Käufen nahezu identisch aus. Der Absturz der Blu-ray ist demnach keine Folge einer desinteressierten Jugend, sondern vielmehr ein gesamtgesellschaftlicher Trend.

Kommentarfunktion deaktiviert.