UHD-Blu-ray für Bildprofis

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Obwohl die Einführung der UHD-Blu-ray bereits über drei Jahre zurückliegt, sind Testdiscs mit einer Auflösung von 3.840 x 2.160 Pixel rar gesät. Jetzt füllt die neue „UHD HDR Benchmark“-Scheibe von Spears & Munsil diese Lücke und liefert erstmals UHD-Sequenzen und Tests für alle HDR-Konfigurationen.

Zum Kalibrieren von HDR-Displays braucht man nämlich von jedem Testbild und jeder HDR-Sequenz verschiedene Versionen: Je nach Leuchtkraft und Farbraum müssen die Testbilder passend zum Display angepasst werden. Bei dem 45 Euro teuren Silberling, erhältlich bei Amazon und ausgewählten Heimkino-Fachhändlern, geschieht das im Kapitel „Configuration“: Hier wählt man zwischen Leuchtstärken von 600, 1.000, 2.000, 4.000 bis zu 10.000 Candela/m² (Nits) sowie den HDR-Farbräumen DCI-P3 oder BT.2020. Damit mutiert der UHD-Blu-ray-Player zum perfekt an die Leistungsfähigkeit des eigenen Displays angepassten HDR-Signalgenerator. Bei Testbildern und Demomaterial lässt sich der gewünschte HDR-Standard auswählen und direkt umschalten.

Unter der Serie „Hand Forged Video (zu deutsch: handgeschmiedete Videos) haben die amerikanischen Spezialisten von Spears & Munsil für jeden etwas im Programm: Nach einem „Video Setup“ mit grundlegenden Test-Charts für die wichtigsten HDR-Bildparameter und einem A/V-Sync-Test finden sich in weiteren Kapiteln Testsequenzen zu Themen wie „Chroma Upsampling Error“, „Dynamic Range Low“ oder „Viewing Angle Dots“, die den Laien vermutlich überfordern, aber Kalibrier-Profis staunen lassen. Neben Cropping- und Skalierungs-Tests decken animierte Sequenzen wie „Quantization Rotate“ oder „Motion Interpolation“ im Kapitel „Video Processing“ Artefakte bewegter Muster auf. Das Kapitel „Windows“ ermöglicht mit verschiedenen Fenstergrößen (variable Display Load) Messungen der Spitzenhelligkeit (5 Prozent) bis zur vollen Weißfläche (100 Prozent). Und im Chapter „SDR BT.709“ liefert die UHD-Blu-ray die wichtigsten Testcharts für die Bildjustage älterer Displays ohne HDR.

Im letzten Kapitel „Demo Material“ finden sich 13 Versionen einer auf 8K-Material basierenden, knapp 8-minütigen Demosequenz: Hier lassen sich je nach Display Naturszenen in den HDR-Varianten Dolby Vision, HDR10+, HDR10 (in 8 unterschiedlichen Mastering-Versionen von 600 bis 10.000 Candela/m² bzw. Nits) sowie ein dynamisch adaptiertes SDR/HLG-Mastering abspielen.

Mit den englischen Fachbegriffen sollte man vertraut sein, denn deutsche Menüs sind nicht auf der Disc.

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