Sony UBP-X700 (Test)

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Schrumpfkur: Die Fernbedienung fällt kompakter und weniger hochwertig aus als bei den teureren Brüdern, hat aber alle wichtigen Tasten an Bord. Auch dank einer Ausbuchtung auf der Rückseite für den Zeigefinger liegt sie gut in der Hand.

Sonys neuer 4K-Blu-ray-Einsteiger UBP-X700 kommt kompakter als seine Vorgänger daher – trotzdem wartet der Kleine mit einem exklusiven Feature auf: Dolby Vision

Nachdem Sony mit dem 800 Euro teuren UBP-X1000ES (Test in 2-2018) preislich in Oppo-Regionen vorstieß, bedient man mit dem 270 Euro günstigen UBP-X700 das untere Ende des Preisspektrums. Das 400-Euro-Modell UBP-X800 (Test in 7-2018) bleibt weiterhin im Programm.

Angesichts dieser Differenzen stellt sich die Frage, wo man den Rotstift angesetzt hat. Eine der Antworten gibt bereits ein Blick auf das Gehäuse. Denn statt der klassischen Hifi-Breite von 43 bringt es der UBP-X700 nur auf 32 Zentimeter, auch die Tiefe schrumpft von 26,5 auf 21,7 Zentimeter. Platz für das Netzteil fanden die Japaner offenbar nicht mehr, so muss die Stromversorgung eine externe 220V-Einheit mit 12V-Ausgang übernehmen. Auch die Materialanmutung fällt im Vergleich zu den größeren Brüdern minderwertiger aus. So wirkt das mit einer Klavierlack-Front versehene Kunststoffgehäuse nicht sonderlich robust, auf eine Metall-schienen-Verstrebung zur Minderung der Vibrationen wurde ebenfalls verzichtet. Genauso wie auf ein Display (ein Schicksal, dass der UBP-X700 mit dem UBP-X800 teilt), lediglich eine LED-Leuchte gibt Auskunft darüber, ob das Gerät in Betrieb ist. Im Gegensatz zu den größeren Brüdern ist die USB-Öffnung vorne rechts offen.

Ausstattung und Technik

Apropos Betrieb, der UBP-X700 verfügt über eine Abschaltautomatik, die ihn nach 20 Minuten in den Standby-Modus versetzt, der 0,35 Watt aus der Steckdose zieht. Das ist beachtlich, kommt die eher schlicht gelagerte Disc-Lade bei Betätigung der Auswurf-Taste (neben der An/Aus-Taste die einzige am Gerät) doch unmittelbar zum Vorschein. Das Laufwerk verrichtet seine Tätigkeit meist recht leise, lediglich zu Beginn einiger UHD-Scheiben kann es schon mal etwas lauter werden. Auch scheint die Fehlerkorrektur bei 4K-Discs weniger effektiv zu arbeiten als bei normalen Blu-rays oder DVDs – ein Fettfleck oder Staub führte zumindest in unseren Tests recht schnell zu Aussetzern. 

Ausschließlich digital: Bild und Ton werden über zwei HDMI- oder einen koaxialen Ausgang an den Receiver beziehungsweise das Display geschickt. Als Alternative zum eingebauten WLAN (2,4 GHz) steht ein Ethernetport (100 Mbit/s) zur Verfügung. Die gelbe Buchse ganz links ist für das externe Netzteil. Einen USB-Port gibt es nur auf der Vorderseite.

Von der Rückseite gibt es Positives zu berichten. Denn auch Sonys Kleinster verfügt über zwei HDMI-Ausgänge (einer davon nur für den Ton) sowie einen koaxialen Digitalausgang und einen LAN-Anschluss (limitiert auf 100 Mbit/s). Natürlich nimmt der Player auch kabellos Kontakt mit seiner Umwelt auf, allerdings nur im 2,4-GHz-Band, was nicht gerade zeitgemäß ist. Die Netzwerkfähigkeit begrenzt sich auf den heimischen NAS-Server, Bluetooth wird nicht unterstützt. Via Screen-Mirroring-Funktion kann man den Handy- oder Tablet-Screen auf den TV übertragen.

Tausende Filme, Serien und Dokus auf Knopfdruck – Internet und Online-Videotheken machen es möglich. Das Entertainment-Angebot des Sony umfasst aber nur rund ein Dutzend Apps, darunter die kommmerziellen Streaming-Platzhirsche Netflix und Amazon Video, aber auch unbekanntere Vertreter wie Mubi und Netzkino für Fans ausgefallener Filmkost.

Vom Home-Menü aus lassen sich alle Funktionen des Players inklusive Internet-Apps aufrufen, darunter Amazon Video, Netflix und YouTube.

Leider fehlt Maxdome, ebenso wie Mediatheken von Fernsehsendern, für das Musik-Streaming ist Spotify zuständig. YouTube ist an Bord, bei manchen Clips kam es aber zu Bildrucklern. SD- und HD-Inhalte skaliert der Player automatisch auf 4K-Auflösung, HDR-Videos werden unterstützt.

4K/HDR-Clips von YouTube werden auch in HDR an den Fernseher gereicht, wie die Einblendung oben links belegt.

In Sachen mediale Vielfalt macht der UBP-X700 eine gute Figur. Er kann nicht nur UHD-Blu-rays, normale Blu-rays (2D und 3D), DVDs und CDs wiedergeben, sondern spielt auch Super Audio CDs ab – ein in dieser Preisklasse einmaliges Feature. Wer DVD-Audio-Scheiben wiedergeben möchte, muss nach wie vor zum X800 oder X1000ES greifen. Auch die High-Resolution-Audio-Zertifizierung bleibt den größeren Brüdern vorbehalten. An Lossless-Codecs werden DSD (bis 11,2 MHz), FLAC, ALAC und WAV abgespielt, an verlustbehafteten Formaten stehen unter anderem AAC und MP3 zur Verfügung. Die „DSEE HX“-Technologie zum Aufpäppeln von MP3s fiel leider dem Rotstift zum Opfer.

Vorbildlich informiert der UBP-X700 über die AV-Codecs samt den entsprechenden Bitraten.

Die Bedienung sowie die Einrichtung erfolgt dank übersichtlicher Menüs selbsterklärend. Die Fernbedienung macht optisch wie haptisch zwar nicht viel her und hat auch keinen Ziffernblock, liegt aber gut in der Hand und verfügt über Schnellwahltasten für Audio und Untertitel – selbst für eine Netflix-Taste war Platz. Sehr gut gefällt das flotte Vorspulen, ebenfalls lobenswert ist die detaillierte Informationsanzeige über AV-Codecs.

Bild- und Tonqualität

Die wichtigste Disziplin für einen UHD-Blu-ray-Player ist natürlich die Wiedergabe von UHD-Blu-rays. Hier liefert der UBP-X700 hervorragende Ergebnisse, die mit bloßem Auge nicht von denen der teureren Sony-Modelle zu unterscheiden sind. Vorzeige-Videos wie „Postcards from Stockholm“ von der „Best of 4K“-Disc sehen gestochen scharf und feinauflösend aus. Auch eher düsteres Material wie in „Batman v Superman“ meistert der Sony bra-vourös. Auf Wunsch wird die 4:2:0-Farbauf-ösung des 4K-Disc-Formats auf bis zu YCbCr 4:4:4 konvertiert. Apropos konvertiert. Ein eigens entwickelter Algorithmus soll für eine bestmögliche Bildqualität auf SDR-Geräten sorgen. Über eine Dynamikbereichanpassung für lichtschwache HDR-Fernseher oder Projektoren, wie sie unter anderem die Panasonic-Modelle bieten, verfügt der UBP-X700 allerdings nicht – Punktabzug.

Bei HDR-Material auf HDR-Displays stehen die Modi „Heller Raum“ und „Dunkler Raum“ nicht zur Verfügung.

Dafür unterstützt er als erster Scheibendreher von Sony neben HDR10 auch Dolby Vision, allerdings erst nach einem für den Sommer geplanten Firmware-Update. Mit dem jüngst von der Blu-ray-Disc-Association verabschiedeten Standard HDR10+ kann der UBP-X700 hingegen nichts anfangen. Bis jetzt sind Inhalte im Format HDR10+ aber auch nur über Streaming-Plattformen wie Amazon verfügbar.     

Der Menüpunkt HDR-Konvertierung wird erst sichtbar, wenn die HDR-Wiedergabe auf „aus“ steht oder kein HDR-Display angeschlossen ist. Die Anpassung des Dynamik­bereichs fällt mit 5 Schritten weniger engmaschig aus als bei den Panasonic-Modellen.

Beim Video-Equalizer konnten wir keine Unterschiede zu den großen Brüdern feststellen. Neben den drei Rauschfiltern FNR (Frame Noise Reduction), BNR (Blockrauschfilter) und MNR (Moskitorauschfilter) lassen sich Kontrast, Helligkeit, Farbe und Farbton regeln. Das ist ordentlich, aber der hauseigene UHP-H1 (Test in 9-2016) und die 4K-Konkurrenz von Panasonic haben hier ausgefeiltere Video-Filter zu bieten. Blu-rays und DVDs können auf Wunsch sauber auf bis zu 4K/60p-Auflösung skaliert werden, die Ausgabe der Original-Auflösung ist im Gegensatz zum UBP-X800/UBP-X1000ES nicht mehr möglich. Meist (so auch in unserer Geräte-Konstellation) ist das Ergebnis aber ohnehin besser, wenn die Skalierung bereits bei der Quelle erfolgt.                                                     

Der Testbericht Sony UBP-X700 (Gesamtwertung: 76, Preis/UVP: 270 Euro) ist in audiovision Ausgabe 6-2018 erschienen.

Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

AV-Fazit

76 gut

Dank der geplanten Dolby-Vision-Unterstützung übertrifft der UBP-X700 in Sachen Bildqualität sogar seine teureren Brüder. Die Ausstattung und Materialanmutung entsprechen hingegen dem in dieser Preisklasse üblichen Niveau.
Christoph Steinecke

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