Sony UBP-X500 (Test)

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Schrumpfkur: Die Fernbedienung fällt kompakter und weniger hochwertig aus als bei den teureren Brüdern, hat aber alle wichtigen Tasten an Bord. Auch dank einer Ausbuchtung auf der Rückseite für den Zeigefinger liegt sie gut in der Hand. Ohne Netflix gibt es natürlich auch nicht die Netflix-Taste vom Geber des UB-X700.

Mit dem UBP-X500 hat Sony vor allem die preisbewussten Format-Einsteiger im Visier. Ob sich der 200 Euro teure 4K-Player auch für Cineasten eignet, klärt unser Test. 

Es scheint als könne Sony sich nicht recht entscheiden, wen man als Zielgruppe für die UHD-Blu-ray im Visier hat. Auf das 400 Euro teure Mittelklasse-Modell UBP-X800 folgte ein paar Monate später der doppelt so teure UBP-X1000ES, der über die Professionell-Sparte des Unternehmens vertrieben wird und daher nicht auf der regulären Sony-Webseite auftaucht. Als dritter ging der mit 270 Euro zu Buche schlagende UBP-X700 auf Käuferfang. Doch aller guten Dinge sind in Japan offenbar vier – und so befindet sich seit Kurzem zusätzlich der UBP-X500 im Sortiment. Wie an der Modellbezeichnung unschwer zu erkennen, sortiert sich der 200 Euro günstige Scheibendreher ganz unten in Sonys UHD-Produktportfolio ein.

Trotz der beachtlichen Ersparnis gegenüber dem UBP-X700 gibt es äußerlich erstmal keine Differenzen, zumindest nicht, solange man den Player von vorne betrachtet. Statt der klassischen Hifi-Breite von 43 bringt es der UBP-X500 nur auf 32 Zentimeter.

Platz für das Netzteil fanden die Techniker offenbar nicht mehr, so muss die Stromversorgung eine externe 220V-Einheit mit 12V-Ausgang übernehmen. Auch die Materialanmutung ist maximal befriedigend und fällt gegenüber dem X800 und dem X1000ES spürbar minderwertiger aus. So wirkt das mit einer Klavierlack-Front versehene Kunststoffgehäuse nicht sonderlich robust, auf eine Metallschienen-Verstrebung zur Minderung der Vibrationen wurde ebenfalls verzichtet, genauso wie auf ein Display (ein Schicksal, das der X500 mit dem X700 und dem X800 teilt). Lediglich eine LED-Leuchte gibt Auskunft darüber, ob das Gerät in Betrieb ist. Im Gegensatz zu den größeren Brüdern ist die USB-Öffnung vorne rechts offen. Unterm Strich wirkt selbst der kaum teurere LG UBK80 hochwertiger.

Weniger geht kaum: Bild und Ton wird ausschließlich über einen HDMI-Ausgang an den Receiver beziehungsweise das Display geschickt. Der Ethernetport (100 Mbit/s) ist für Firmware-Updates und BD-Live gedacht. Die gelbe Buchse ganz links ist für das externe Netzteil.

Ausstattung und Technik

Wer einen Blick auf die Rückseite wirft, sieht sich mit den ersten Unterschieden zum UBP-X700 konfrontiert. Statt zwei HDMI-Ausgängen offeriert der UBP-X500 nur einen, der koaxiale Digitalton-Ausgang wurde ersatzlos gestrichen – was die parallele Versorgung eines Receivers nicht gerade erleichtert. Ein auf 100 Mbit/s limitierter LAN-Anschluss ist zwar vorhanden, doch dient dieser ausschließlich der Firmware-Aktualisierung und dem Zugriff auf BD-Live-Inhalte. Will heißen, es gibt keine Apps und keinen Streaming-Zugriff auf Netzwerk- und Heimserver. Da macht es Sinn, die WLAN-Funktion gleich mit unter den Tisch fallen zu lassen. In Anbetracht all dieser Tatsachen fällt der Startbildschirm recht übersichtlich aus.      

Der UBP-X500 verfügt über eine Abschaltautomatik, die ihn nach 20 Minuten in den Standby-Modus versetzt, der 0,3 Watt aus der Steckdose zieht. Das ist beachtlich, kommt die eher schlicht gelagerte Disc-Lade bei Betätigung der Auswurf-Taste (neben der An/Aus-Taste die einzige am Gerät) doch unmittelbar zum Vorschein. Das Laufwerk verrichtet seine Tätigkeit meist relativ leise, lediglich zu Beginn einiger UHD-Scheiben kann es in Form eines Surrens schon mal etwas lauter werden. Auch scheint die Fehler-korrektur bei 4K-Discs weniger effektiv zu arbeiten als bei normalen Blu-rays oder DVDs – ein Fettfleck oder Staub führte zumindest in unseren Tests recht schnell zu Aussetzern. 

Mehr als diese drei Kacheln sind im Home-Menü des Sonys nicht zu sehen, von Apps fehlt jede Spur.

In Sachen mediale Vielfalt macht der UBP-X500 hingegen eine gute Figur. Er kann nicht nur UHD-Blu-rays, normale Blu-rays (2D und 3D), DVDs und CDs wiedergeben, sondern spielt auch Super Audio CDs ab – ein in dieser Preisklasse einmaliges Feature. Wer auch DVD-Audio-Scheiben wiedergeben möchte, muss nach wie vor zum X800 oder X1000ES greifen. Auch die High-Resolution-Audio-Zertifizierung bleibt den großen Brüdern vorbehalten. An Audio-Codecs werden unter anderem MP3, AAC, FLAC, ALAC, WMA, AIFF, DSF und WAV abgespielt. Bildseitig versteht sich der X500 auf MPEG1, MPEG2, Xvid, VC1, WMV, HEVC und AVCHD.

Da der UBP-500 auch Super Audio CDs wiedergibt, lässt sich einstellen, ob man lieber der 2.0- oder der 5.1-Spur (sofern vorhanden) lauscht.

Die Bedienung sowie die Einrichtung erfolgt dank übersichtlicher Menüs und eingeschränktem Funktionsumfang selbsterklärend. Die Fernbedienung macht optisch wie haptisch zwar nicht sonderlich viel her und hat auch keinen Ziffernblock, liegt aber gut in der Hand und verfügt über Schnellwahltasten für Audio und Untertitel. Sehr gut gefällt das flotte Vorspulen, ebenfalls lobenswert ist die detaillierte Informationsanzeige.

Bild- und Tonqualität

Die wichtigste Disziplin für einen UHD-Blu-ray-Player ist natürlich die Wiedergabe von UHD-Blu-rays. Hier liefert der UBP-X500 Top-Ergebnisse, die mit bloßem Auge nicht von denen der teureren Modelle zu unterscheiden sind. Vorzeige-Videos wie „Postcards from Stockholm“ von der „Best of 4K“-Disc sehen gestochen scharf und feinauflösend aus. Auch eher düsteres Material wie in „Batman v Superman“ meistert der Sony bravourös.

Vorbildlich informiert der UBP-X500 über die AV-Codecs wie Dolby TrueHD und HEVC samt den entsprechenden Bitraten.

Auf Wunsch wird die 4:2:0-Farbauflösung des UHD-Disc-Formats auf bis zu YCbCr 4:4:4 konvertiert. Allerdings ist das Bild-Tuning eingeschränkt, zudem kann der UBP-X500 derzeit weder mit Dolby Vision noch mit HDR10+ etwas anfangen. Blu-rays und DVDs können auf Wunsch sauber auf bis zu 4K/60p-Auflösung skaliert werden.    

In vielen Disziplinen muss man beim UBP-X500 gegenüber den teureren Brüdern Abstriche machen. Der Video-Equalizer gehört nicht dazu und bietet einen identischen Funktionsumfang. Neben den drei Rauschfiltern FNR (Frame Noise Reduction), BNR (Blockrauschfilter), MNR (Moskitorauschfilter) lassen sich Kontrast, Helligkeit, Farbe und Farbton regeln. Die Werte kann man in den Speicherplätzen „Custom 1“ und „Custom 2“ ablegen. Neben der Voreinstellung „Direkt“, die das ursprüngliche Video-Signal nicht verändert, stehen die Presets „Heller Raum“ und „Dunkler Raum“ zur Verfügung, die bei HDR-Material an einem HDR-Fernseher nicht aufrufbar sind.

Bei HDR-Material auf HDR-Displays sind die Presets „Heller Raum“ und „Dunkler Raum“ ausgegraut.

Wer den Player an einem SDR-Fernseher oder SDR-Projektor betreibt, kann über die HDR-Konvertierungs­funktion bei HDR-Material den Dynamikbereich für die Helligkeit in 5 Schritten einstellen. Je höher der Wert, desto näher ist man an einem HDR-Look, allerdings leidet die Gesamthelligkeit darunter. Eine Dynamikbereichsanpassung für HDR-Material an einem HDR-Display, wie sie Panasonic bietet, gibt es beim Sony hingegen nicht.

Bei der HDR-Konvertierung nach SDR lässt sich der Dynamikbereich in 5 Schritten anpassen.

 

Der Testbericht Sony UBP-X500 (Gesamtwertung: 69, Preis/UVP: 200 Euro) ist in audiovision Ausgabe 11-2018 erschienen.

Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

AV-Fazit

69 befriedigend

Wer auf Apps und viele Anschlüsse verzichten kann, bekommt mit dem UBP-X500 von Sony einen günstigen UHD-Blu-ray-Player, der genau das macht, was er soll: 4K-Scheiben mit sehr guter Bild- und Tonqualität wiedergeben.
Christoph Steinecke

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