Sangean Revery R4 (Test)

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Der Revery R4 des taiwanesischen Herstellers Sangean bietet eine erstaunliche Funktionsvielfalt. So empfängt das mit 280 Euro nicht gerade günstige Radio sowohl DAB+ und UKW als auch Internetsender. Streamingdienste wie Spotify und Deezer sind ebenfalls integriert.

An der Oberseite des R4 finden sich Tasten für die Lautstärke, die Navigation durch die Menüs und zur Auswahl von DAB+, UKW und Internetradio.

An der Unterseite des mit einem Tragegriff  versehenen Turm-Gehäuses (13,4 x 21,6 Zentimeter) findet sich ein Fach für sechs AA-Batterien, einen Akku gibt es hingegen nicht. Dank eines farbigen TFT-Displays, das unter anderem Informationen über den gewählten Radiosender sowie die Uhrzeit preisgibt, bleibt die Bedienung stets übersichtlich. Die Steuerung gelingt über die nicht übermäßig reaktionsschnellen Tasten an der Gehäuse-Oberseite oder per UNDOK-App.

Um den Revery R4 vom Smartphone aus zu steuern, wird die UNDOK-App benötigt, einen klassischen Signalgeber gibt es nicht. Ist die kostenlose App installiert und ins gleiche WLAN eingebunden wie der R4, kann in den einfach strukturierten Menüs auf nahezu alle Funktionen zugegriffen werden. Nur wenige, wie der Wecker, sind nicht in der App integriert. So kann in Senderlisten und Streamingdiensten bequem und schnell nach Titeln gesucht werden. Am Gerät selbst muss man sich mit zwei Pfeiltasten über eine virtuelle Tastatur navigieren, was schnell zur mühsamen Fleißarbeit verkommt.

Die übersichtliche UNDOK-App bietet die Möglichkeit, viele Funktionen des Revery R4 vom Smartphone oder Tablet zu steuern. Streamingdienste wie Spotify können integriert und direkt in der UNDOK-App gesteuert werden.

Zudem kann das Revery R4 mit anderen UNDOK-fähigen Sangean-Geräten zu einem Multiroom-System zusammengeschlossen werden. So können zwei der Internetradios zu einem Stereosystem gekoppelt werden oder kann in verschiedenen Räumen Musik wiedergegeben werden.

Musik empfängt der 1,3 Kilogramm schwere bzw. leichte Kasten drahtlos via Bluetooth und WLAN. Mit einem Mediaserver verbunden, können auch eigene Dateien vom heimischen Server wiedergegeben werden. Die UPnP- und DLNA-Proto-kollen sorgen für eine hohe Kompatibilität. Für eine kabelgebundene Wiedergabe findet sich an der Rückseite ein 3,5-Millimeter-Anschluss, auch eine Kopfhörer-Buchse gehört zur Ausstattung.

Auf dem 2,4 Zoll großen TFT-Display werden mögliche Auswahl-Optionen wie DAB Radio, AUX oder Deezer als farbige Icons dargestellt.


Solide Radioklänge

Die Klangqualität des Revery R4 ist nicht schlecht, für knapp 300 Euro hatten wir uns allerdings etwas mehr erhofft. Zwar gefällt die Stimmwiedergabe bei Podcast oder Radiosprecher, bei Musik fehlt den Höhen jedoch Feinzeichnung und das Bassfunda-ment klingt recht dünn. Während diese Defizite bei Popmusik weniger auffallen, leiden anspruchsvollere Orchester-Stücke wie das „Gladiator“-Medley von Hans Zimmer hörbar darunter – aber die dürften auch eher selten den Weg auf den R4 finden. Unabhängig vom Inhalt haben Bluetooth-Streaming und Internetradio aufgrund der höheren Datenrate bei der Klangqualität die Nase vor UKW und DAB+. Dreht man den Pegel voll auf, verstärkt sich dieser Eindruck. Übermäßig laut musiziert der R4 allerdings auch dann nicht. Das verwundert kaum, gibt der Hersteller den „Power Output“ des integrierten Verstärkers mit gerade einmal 7 Watt an.                    

                           

Der Testbericht Sangean Revery R4 (Gesamtwertung: gut, Preis/UVP: 280 Euro) ist in audiovision Ausgabe 3-2019 erschienen.

Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

AV-Fazit

gut

Internetradio, DAB+ und UKW sowie integriertes Musikstreaming: Der Revery R4 punktet mit großem Funktionsumfang. Dank Steuerungs-App ist auch die Bedienung ein Kinderspiel.
Tobias Schönig

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