Samsung 75QLED8KQ900 (Test)

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Klein, aber oho: Samsung-Kunden haben diese Fernbedienung lieb gewonnen. Sie liegt gut in der Hand, kommt mit wenigen Tasten aus und gefällt durch saubere Druckpunkte. Zudem unterstützt sie Sprachbefehle.

Mit Ausnahme von Sky und einigen Streaming-Anbietern wird das Thema 4K noch  stiefmütterlich behandelt und spielt in den Planungen für die nähere Zukunft keine große Rolle. Trotzdem geht Samsung schon einen Schritt weiter und bricht mit dem 7.000 Euro teuren und 75 Zoll großen 8K-QLED Q900 in eine neue Ära der TV-Unterhaltung auf – und verdient sich unsere Innovations-Auszeichnung. Dass es außer einer Handvoll Demo-material keine Inhalte mit 7.680 x 4.320 Pixeln gibt, spielt für die Koreaner keine Rolle. Sie skalieren mit ihren neuen TV-Flaggschiffen einfach alle Bewegtbilder auf 8K-Auflösung hoch. Möglich macht dies der leistungsstarke Quantum Prozessor 8K. Zur Verdeutlichung: 8K entspricht der vierfachen 4K- und der 16-fachen Full-HD-Auflösung.

Zu haben sind die Modelle der Q900-Serie in den Größen 65, 75 und 85 Zoll. Mit knapp 5.000 Euro fällt der Preis für den kleinsten 8K-Fernseher erstaunlich moderat aus, weiß man doch aus der Vergangenheit, dass neue Technologien zumindest zur Markteinführung traditionell extrem hochpreisig angesiedelt sind. Lediglich der Sprung vom 75- zum 85-Zöller fällt happig aus: Der um 10 Zoll größere Bildspaß kostet mit 15.000 Euro mehr als das Doppelte.

Anpassbare Standbreite: Die beiden Füße können außen oder weiter innen verankert werden. So passt der TV auch auf schmalere Tische.

 

Für unseren aufwändigen 8K-Test hat uns Samsung eigens produziertes Demo-Material zur Verfügung gestellt. Die wenigen 8K-Clips, die bisher auf YouTube eingestellt wurden, spielt der Samsung lediglich in 4K-Auflösung ab. Ein Manko, das via Firmware-Update hoffentlich behoben wird.

Extrem detailverliebt: Ob aus der Steinmauer, den Felsen oder aus der Wasseroberfläche – hier holt der Samsung jede noch so feine Maserung heraus.

Zugespielt wurden unsere Testaufnahmen über einen USB-Stick, und der sollte schnell sein, damit es aufgrund der riesigen Datenmenge nicht ruckelt. Die erste Besonderheit: Um überhaupt einzelne Pixel erkennen zu können, muss man die Nase wirklich auf das Display drücken. Ab einer Distanz von 30 bis 40 Zentimetern ist das Bild nämlich eine perfekt gleichmäßige Fläche wie aus einem Guss, Realität pur. Was sofort auffällt: Die Räumlichkeit ist einen Tick besser als bei UHD-Auflösung, die Tiefenwirkung gefällt wahnsinnig gut. New York bei Nacht ist keine plane Fläche. Das Bild wirkt dreidimensional, die Relationen von Größen lassen sich ungemein gut abschätzen. Auch ein in Sonnenlicht und Schatten getauchter Berggipfel wirkt plastischer, kleinste Schattierungen und Maserungen im Fels sind so präzise wie mit dem Skalpell herausgearbeitet. Selbst aus mehr als zwei Meter Distanz kann man in den Ausläufern eines Flussbetts jeden einzelnen Stein erkennen. Das trifft auch auf die Fassade eines alten Hauses zu. Große einfarbige Flächen wie beispielsweise im blauen Himmel sehen extrem gleichmäßig aus, schimmernde Gewässer hingegen strotzen nur so vor Detailfülle und Reflexionen. Dank des minimal möglichen Sitzabstands zieht es einen intensiv in die Handlung rein.

Fernsehen auf neuem Niveau: Echte 8K-Aufnahmen wirken unwahrscheinlich räumlich, die enorme Tiefenwirkung bereitet viel Spaß.

Dass sich ein 42 Kilo schwerer TV-Riese wie der 75-Zöller mit einer Bildschirmdiagonalen von 189 Zentimetern bei der Aufstellung erstaunlich flexibel gibt, hat uns angenehm überrascht. Die Metall-füße, die sich zum Transport in die Gehäuserückwand einklinken lassen, können nämlich außen wie mittig eingerastet werden. So genügt ein 65 Zentimeter breites TV-Sideboard, um den 8K-Fernseher zu schultern. Kabelwirrwarr verhindert die praktische, von den 4K-QLEDs bekannte One Connect Box.

Das neue Samsung-Flaggschiff hat seine Anschlüsse ausgelagert. Die One Connect Box, die etwas größer ausfällt als die bisherigen Anschlussterminals, wird über ein dünnes silbernes Kabel mit dem Display verbunden. Über die fünf Meter lange Strippe wandern Bild- und Tonsignale, zudem erfolgt auf diesem Weg die Stromzufuhr. Über mehrere in die Gehäuse-Rückseite integrierte Kabelkanäle kann die Pipeline entweder mittig oder links bzw. rechts außen ins Freie verlegt werden.

Das dünne silberne Kabel beliefert den Fernseher mit Strom sowie Bild- und Tonsignalen. Ein schmaler Schacht erlaubt es, das Kabel sauber zu verlegen.

Die Connect Box besitzt vier HDMI-Anschlüsse, drei USB-Buchsen, einen „CI+“-Slot für Pay-TV-Module, einen digitalen Audioausgang, eine Ethernetbuchse sowie jeweils Doppeltuner für Kabel, Satellit und DVB-T2. Ins Internet kann sie auch per WLAN eingebunden werden. Optional bietet Samsung ein 15 Meter langes Anschlusskabel für noch mehr Aufstell-Flexibilität an.

Die One Connect Box hat alle Anschlüsse und ein eigenes Netzteil integriert. An ihr können auch USB-Festplatten für Aufnahmen angedockt werden.

Ausstattung und Praxis

Abgesehen von der 8K-Auflösung, dem schnelleren Prozessor, der höheren Panel-Helligkeit und der Soundoptimierung für einzelne Szenen in Echtzeit unterscheidet sich der Q900 in der Ausstattung nicht von der Q9FN-Serie (Tests in Ausgabe 6-2018 und 12-2018). Zum Einsatz kommen erneut 480 Local-Dimming-Zonen. Das ist nicht schlecht, angesichts der größeren Diagonale hatten wir aber auf ein paar mehr spekuliert. Eine spezielle Beschichtung des Displays schafft es, störende Reflexionen effektiv zu reduzieren. Sämtliche Anschlüsse sind in die One Connect Box ausgelagert. Noch fehlt ein HDMI-2.1-Chipsatz. 8K-Inhalte lassen sich dennoch über die HDMI-Buchsen mit bis zu 30p zuspielen, über USB verdoppelt sich die Bildrate auf 60p.  Der Vorteil der externen Lösung: Sobald HDMI 2.1 auf den Markt kommt, genügt ein Austausch der Anschlussbox, um den Fernseher auch zukünftig auf dem Stand der Technik zu halten. 8K mit mehr als 30p ist aber für Europa ohnehin bedeutungslos, ganz im Gegensatz zu Japan. Dort sollen die Olympischen Spiele 2020 in 8K/60p übertragen werden.   

Video: Mit Netflix, Amazon Prime Video, Maxdome, Google Play Movies & TV, Rakuten TV, DAZN, Sky Ticket, Diveo, Waipu.tv, YouTube, Vimeo und Videociety gibt es Streaming-Dienste in Hülle und Fülle.

Auch im 75 QLED 8K Q900 werkelt das bewährte Tizen-Betriebssystem. Dieses erlaubt es im ersten Schritt, den Samsung über die Gratis-App „SmartThings“ über Smartphones und Tablets mit Android- oder iOS-Betriebssystem einzurichten. Die Eingabe des WLAN-Passworts kann man sich dann sparen, auch die belegten TV-Tuner werden automatisch erkannt. Zudem hat man Einfluss darauf, welche Streaming-Portale direkt auf den Startbildschirm gepinnt werden. Diese Konfiguration lässt sich später aber jederzeit ändern. Tizen gefällt durch sein enorm hohes Bedientempo. Wechsel von den Bildeinstellungen zu einer App, zu den Aufnahmen (möglich über USB-Festplatte), zur übersichtlichen Senderliste oder zum Programmführer gelingen mit Höchstgeschwindigkeit. Hier spürt man kein Zögern seitens des Flachmanns. Lediglich bei Senderwechseln könnte es etwas flotter gehen, ehe sich das neue Bild aufbaut. Der Homescreen ist logisch und optisch ansprechend gegliedert und erlaubt eine intuitive Bedienung. In zwei waagerechten Reihen hat man unter anderem Zugriff auf die unterschiedlichen Quellen, die Apps, auf wichtige Streaming-Portale, das TV-Programm, Video-Empfehlungen aus dem Netz oder den Ambient Mode. Dieser macht es möglich, den 75-Zöller mit verschiedenen Kunstwerken oder Fotos zu bestücken, in eine Infozentrale mit Hinweisen auf News, Wetter oder Uhrzeit zu verwandeln oder ihn eins mit der Tapete werden zu lassen, indem man den Hintergrund auf den Bildschirm per Smartphone überträgt.

Prall gefüllte Gallery: Unter diesem Menüpunkt macht der 75-Zöller über ein Samsung-Konto sämtliche Fotos und Videos zugänglich, die auf dem Smartphone liegen.

Eine alte Bekannte ist die kompakte Fernbedienung. Die wenigen Tasten bieten einen präzisen Druckpunkt, durch deren Doppelbelegung fällt die Oberfläche sehr aufgeräumt aus. Ein Druck auf die Mikrofontaste genügt, um eine Palette an Sprachbefehlen zu aktivieren. Dazu gehören die Bereiche „TV-Einstellungen“, „Steuerung von Fernbedienung und Wiedergabe“, „Samsung Ambient“, „Lifestyle-Informationen“ (Zeit und Wetter), „Quellen“ und „Nützliche TV-Funktionen“.

Auf der IFA war Samsungs 8K-Fernseher der Technik-Star. Vor allem die Unterschiede zwischen 4K und 8K wollten viele Besucher mit eigenen Augen erleben.

Als gewohnt leistungsstark präsentiert sich der Mediaplayer, der Videos vom USB-Stick sogar mit 8K-Auflösung problemlos in einer 360-Grad-Ansicht darstellt und das Ein- und Auszoomen sowie das Verändern von Blickwinkeln gestattet. Für Aufnahmen genügte es im Test, einen USB-Stick einfach an die Connect Box anzuschließen. Nach erfolgreich absolviertem Geschwindigkeitstest stand dem Mitschnitt von TV-Sendungen ohne zusätzliche Einstellungen nichts mehr im Weg.

Tizen tut gut: Die beiden waagerechten Menüs sind klar strukturiert und ermöglichen es, schnell zwischen Sendern, Apps und Einstellungen zu wechseln.

 

Bildqualität

Mit nativem 8K-Futter hat uns der Samsung vom Hocker gehauen. Im normalen TV-Alltag darf man trotz der 8K-Unterstützung allerdings keine Wunder erwarten, schlechtes Material bleibt schlechtes Material – genau wie bei 4K- und Full-HD-Fernsehern. Die Bildaufhübschung ist zumindest über die TV-Tuner meistens marginaler Natur. Der Vorteil, quasi bis unmittelbar an das Display heranzurücken und dennoch ein perfektes, homogenes und pixelfreies Bild zu genießen, verpufft selbst mit HD-Sendern. Eine generelle Bewertung der Bildqualität im TV-Betrieb ist gar nicht so einfach, gibt es doch erhebliche Unterschiede. Während eine Serie auf Kika HD oder eine Reportage auf 3sat HD einen Tick schärfer und plastischer erscheint, als man es von 4K-Modellen gewohnt ist, sieht die Daily-Soap „Rote Rosen“ im Ersten höchst durchschnittlich aus. Bei gelegentlichen Szenenwechseln erkennt man hier sogar Nachschärfeeffekte. Der Modus „Film“ ist dem Setup „Natürlich“ klar vorzuziehen, weil alles homogener, rauschfreier und ruhiger wirkt. 

Herzstück im QLED 8K ist der neue Quantum Prozessor 8K mit AI (Artificial Intelligence) Upscaling. Dadurch ist der 75-Zöller nicht nur in der Lage, jedes Bildsignal auf 8K-Auflösung zu skalieren. Er nutzt zusätzlich optimierte Bildqualitätsfilter, die in einer riesigen Datenbank lagern und permanent mit Höchstgeschwindigkeit abgerufen werden, um kleinste Details bestmöglich darzustellen, Bildrauschen zu vermeiden und Kanten von Objekten und Text zu schärfen. Die Filter liegen in unterschiedlichen Versionen für SD-, HD-, Full-HD- und UHD-Inhalte vor. Der Samsung-Fernseher erkennt bekannte Muster im Bildmotiv und wendet je nach Inhalt den passenden Filter an. In der Datenbank sind jeweils Bildpaare hinterlegt, eins mit niedriger und eins mit hoher Auflösung.

Samsungs Quantum Prozessor 8K verbessert mit Hilfe von künstlicher Intelligenz automatisch die Bildqualität und passt auch den Ton an.

Das Besondere der Bildoptimierung liegt im so genannten „Machine Learning“: Das Verarbeitungssystem kann dank künstlicher Intelligenz lernen und sich verbessern. Die Datenbank wird so stetig größer. Der Lernprozess erfolgt auf den Samsung-Servern, die daraus resultierenden Filter werden in den Bildverarbeitungsprozessor des Flat-TVs eingebettet. Auch beim Ton erfolgt eine inhaltsbasierte Sound-Steuerung. Jede Szene wird in Echtzeit analysiert, für Musik, Action, Dialoge oder Sport erfolgt eine automatische Anpassung.

Durchweg positiv überrascht sind wir hingegen von YouTube-Filmen, die professionelle Blogger sowohl in Full-HD- als auch in UHD-Auflösung hochgeladen haben. Hier schafft der Samsung eine signifikant bessere Tiefenwirkung als auf einem UHD-Fernseher. Einzelne Objekte werden klarer differenziert, die Schärfe exakt verlagert, was vorne steht, ist zum Greifen nah und grenzt sich wunderbar von dahinter befindlichen Gegenständen ab. Auch die Außenkanten von Objekten legen eine Schippe drauf. Wahnsinn, wie messerscharf und frei von Fransen und Zacken diese auf dem Bildschirm rüberkommen. Die Skalierung mit Material aus dem Netz gelingt offenbar besser als mit TV-Sendungen.

Abgesehen von Weiß und Grau liefert der Samsung im SDR-Bereich absolute Maßarbeit.

So hatten wir gehofft, dass der Quantum-Prozessor aus SD-Material ein bisschen mehr rausholt. Aber „Wer wird Millionär?“ in Standard-Auflösung auf RTL bleibt qualitativ von HD-Auflösung weit entfernt, Bildrauschen und Doppelkonturen verschwinden erst ab einem Abstand von gut drei Metern, die Plastizität des Bildes ist bescheiden. Bei einem solch schlechten Signal hilft offenbar auch keine künstliche Intelligenz. 

Die Festtage für die Augen gehen erst weiter mit „Deutschland von oben“. Wir schauen die Doku per Blu-ray und über Amazon Prime Video. Das Material aus beiden Quellen verarbeitet der 75-Zöller vorzüglich. Direkt zu Beginn, wenn die Erdkugel aus dem Weltall zu sehen ist, begeistert der QLED mit satter schwarzer Umgebung, in der die Sterne als kleine Leuchtpunkte helle Akzente setzen. Die Cinemascope-Balken sind in dunkler Seh-umgebung nicht ganz auf OLED-Niveau, viel fehlt aber nicht. Die Ausleuchtung des Panels ist sehr gleichmäßig und fast völlig frei von Licht-höhen oder sonstigen Backlight-Artefakten. Eine solche Qualität haben wir bei einem LCD-TV dieser Größe noch nicht erlebt.

Eine Bewährungsprobe ist der Flug über die Braunkohle-Abraumhalden in der Lausitz. Farblich wird hier – so könnte man glauben – mit Schwarz und Braun nicht viel geboten. Doch der Q900 holt aus der vermeintlich faden Landschaft das Maximum raus. Selbst in den dunkelbraunen Kohle-bergen erkennt man schwarze Abstufungen, leicht hellere Kämme und feinste Schatten. Die sandige Piste ist weiß, grau, braun, ocker, gelb, gold und orange. Dazu kommen hauchzarte Übergänge, und die Spuren von Fahrzeugen strotzen nur so vor Kontur. Auch hier punktet der 75-Zöller durch eine überragende Plastizität. Die Kohlefelder ziehen sich bis zum Horizont, der Name „Braunes Gold“ erhält jetzt eine völlig neue Bedeutung. Atemberaubende Detailfülle offenbart der QLED, wenn er eine Nahaufnahme des Schaufelradbaggers zeigt. Die langen Verstrebungen sehen ungemein filigran aus, selbst einzelne Nieten kann man erahnen, und auch hier erwacht das Stahlgrau der kolossalen Konstruktion im Sonnenschein zum Leben und holt eine enorme Farbenvielfalt auf den Bildschirm.

Die Bildmodi „Dynamisch“, „Standard“, „Natürlich“ und „Film“ sind die altbekannten, mit „Film“ liegt man im Heimkino generell richtig. Empfehlenswert ist die Farbtemperatur „Warm2“, obwohl diese mit 7.409 Kelvin nicht optimal voreingestellt ist. „Warm1“ ist mit 9.744 Kelvin jedoch noch weiter von der Zielvorgabe entfernt. Zum Weltrekordler avanciert der 75 QLED 8K Q900, wenn er HDR-Material verarbeiten darf. Die von Samsung propagierten 4.000 Nits haben wir zwar nicht gemessen, im von uns bevorzugten „Film“-Modus lieferte er im 10-Prozent-Weißfeld aber eine Helligkeit von knapp 2.400 Candela – das ist Rekord in unserem Testlabor. Bei einem Weißanteil von 50 Prozent schaffte es unser Testkandidat auf stolze 895 Candela, bei vollflächiger Weißdarstellung auf knapp 600 Candela. Das sind Werte, von denen OLED-Modelle nur träumen können.

Das DCI-P3-Spektrum im HDR-Bereich deckt der 75-Zöller überaus exakt ab.

Seine volle Pixelpotenz mit mehr als 33 Millionen Bildpunkten und dem starken ANSI-Kontrast von 1.800:1 stellt der Samsung mit dem UHD-Streifen „Ibiza“ unter Beweis. Die New-York-Szene zu Beginn explodiert beinahe vor Detailfreude. In den engen Straßenschluchten wuseln Menschen wie Ameisen, Wolkenkratzer reiht sich an Wolkenkratzer, und bis das Auge endlich den Horizont sieht, ist es beinahe reizüberflutet. Rauschen verkneift sich der Apparat fast vollständig, und Bewegungen gelingen ganz geschmeidig. Im direkten Vergleich mit einem nicht auf 8K hochskalierten 4K-Bild ist die Darstellung des Samsung einen Hauch homogener und räumlicher. Der qualitative Vorteil ist kein Quantensprung, aber eine sichtbare Optimierung – die mit steigender Diagonale deutlicher werden dürfte.

Die Blickwinkelstabilität des TV-Riesen ist gut, erreicht aber nicht OLED-Niveau. Farben bleiben lange stabil, die Helligkeit nimmt erst bei sehr seitlichen Sitzplätzen spürbar ab.

 

Tonqualität

Ein 60 Watt starkes 4.2-Lautsprechersystem hat Samsung dem Q900 spendiert, der den Klang permanent analysiert, um ihn beispielsweise für dialoghaltige Inhalte oder Sport umgehend anzupassen. Während der Modus „Standard“ recht brav klingt, erreicht man mit „Optimiert“ einen kraftvollen Raumsound. Die Sprachverständlichkeit gelingt gut. Bässe sind kräftig, werden erst wie die gesamte Akustik bei Pegeln jenseits der Zimmerlautstärke unpräzise. Effekte wie die Rotoren eines Hubschraubers arbeitet der Samsung deutlich heraus und verbreitert damit effektiv die Bühne. 

 

Der Testbericht Samsung 75QLED8KQ900 (Gesamtwertung: 93, Preis/UVP: 7000 Euro) ist in audiovision Ausgabe 1-2019 erschienen.

Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

AV-Fazit

93 sehr gut

Je besser das Material, desto deutlicher kann sich Samsungs 75 QLED 8K Q900 von der 4K-Konkurrenz absetzen. Dank einer Spitzenhelligkeit von 2.400 Nits tun sich auch bei HDR neue Welten auf – leider noch immer ohne Dolby Vision. Für Platz 1 in unserem Testspiegel reicht es dennoch.
Jochen Wieloch

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