Philips 50PUS8804 (Test)

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Doppelt hält besser: Der Steuerstab hat oben ein klassisches Bedienfeld mit Direktwahltasten für Netflix und Rakuten TV, auf der Rückseite ist eine vollwertige QWERTZ-Tastatur angebracht, die beispielsweise bei YouTube die Eingabe von Filmtiteln deutlich komfortabler gestaltet.

Der 50PUS8804 ist Philips‘ erster LCD-Fernseher, der mit einem Soundsystem von Bowers & Wilkins aufspielt. Android 9.0 feiert im Flachmann ebenfalls Premiere.

Ambilight, Android 9.0, P5-Videoprozessor, Soundsystem von Bowers & Wilkins, Dolby Atmos und Dolby Vision – auf dem Papier macht der 1.100 Euro teure Philips 50PUS8804 schon mal eine richtig gute Figur. Auch wenn man den 15,7 Kilo leichten Flachmann vor sich stehen hat, überzeugt der 50-Zöller. Die Soundbar ist mit Stoff bespannt, die schicken Füße aus Acryl haben eine chromierte Oberfläche, und das dunkle Gehäuse umgibt eine Zierleiste aus Aluminium. 

Ausstattung & Praxis

Zwar unterstützt der Philips alle drei Empfangswege Kabel, Satellit und DVB-T2 – jedoch hat er dafür nur jeweils einen Tuner verbaut. Das bedeutet bei Aufnahmen auf USB-Festplatte: „Tatort“ mitschneiden heißt „Tatort“ schauen, ein Umschalten ist nicht möglich. Time-Shift ist hingegen ebenso erlaubt wie die Nutzung des Google Assistant. Die 37 LEDs des dreiseitigen Ambilight gestatten im Dunkeln ein entspannteres Fernsehen, das Lichterspektakel lässt sich unter anderem zum Bildinhalt und zum Ton anpassen.

Schnell startklar: Die beiden dezenten Füße werden mit jeweils zwei Schrauben unten am Rahmen befestigt. Diese Lösung ist effektiv und optisch ansprechend.

Android 9.0 und der Quadcore-Prozessor harmonieren perfekt, die Bedienung gelingt flüssig, Apps starten schnell, lediglich die Umschaltzeiten könnten kürzer sein. Die neue Bedien-oberfläche erlaubt unter anderem das Hinzufügen und Entfernen von Kanälen auf dem Startbildschirm. Über die Taste „Sources“ gelingt ein flotter Zugriff auf sämtliche Quellen, Aufnahmen, Netzwerk-Medien sowie Google Play Filme & Serien.

Sparmaßnahme: Der Twin-Tuner ist wahrscheinlich dem Rotstift zum Opfer gefallen. So sind Zuschauer bei TV-Aufnahmen wenig flexibel.

Der Mediaplayer verarbeitet Videos, Fotos und Musik mit hohem Tempo und kann 360-Grad-Fotos darstellen, aber selbst keine räumlichen Ansichten erzeugen. Die Steuerung per Gratis-App „Philips TV Remote“ bietet zusätzlichen Komfort (siehe Screen-shots rechte Seite), über Chromecast lassen sich Musik und Videos vom Smartphone auf den Flat-TV streamen. Das App-Angebot ist vielfältig, mit Netflix, Amazon Prime Video, Maxdome, Rakuten TV, Google Play Filme, YouTube, Zattoo und Vimeo sind zahlreiche Streaming-Apps an Bord.

Bildqualität

Wie in dieser Preisklasse üblich arbeitet der 50-Zöller mit einem Edge-LED-Backlight. Das funktioniert beim Philips erstaunlich gut, denn das Panel ist für einen Fernseher dieser Bauart sehr gleichmäßig ausgeleuchtet. Störende Flecken oder Aufhellungen kann man nicht entdecken, selbst bildschirmfüllend wirken dunkle Hintergründe homogen.

Sonnenaufgangs-Wecker: Wer will, kann sich vom 50-Zöller aus dem Schlaf holen lassen – mit Musik und einer großen Auswahl an Hintergrundthemen.

Auch die Schwarzdarstellung kann überzeugen. Klar, von einer OLED-Performance sind wir weit entfernt, aber Cinemascope-Balken darf man getrost als schwarz und nicht als grau bezeichnen. Gleichmäßige Bewegungen erzielt man, trotz des 50-Hertz-Panels, wenn die „Natural Motion“ auf „Mittel“ eingestellt ist. Der 50PUS8804 skaliert Blu-rays gekonnt hoch und zeichnet das Bild fein ohne erkennbare Pixelstruktur. Die gute Tiefenwirkung lässt sich leicht erhöhen, indem der dynamische Kontrast auf „Minimum“ bzw. „Mittel“ angehoben wird.

Premiere: Der Philips ist der erste Fernseher in unserem Testlabor mit Android 9.0. Die kachelartige Oberfläche erlaubt eine intuitive Bedienung.

Während der ANSI-Kontrast mit 950:1 ordentlich ausfällt, ist die maximale Leuchtkraft des Panels bescheiden. 320 Candela sind es im „Film“-Modus, bei „ISF Nacht“ – dieses Setup bevorzugen wir bei Blu-rays – sind gar nur 190 Candela drin, „ISF Tag“ kann immerhin noch 70 Candela draufpacken. „Film“ ist mit 6.407 Kelvin in der Voreinstellung „Warm“ ab Werk am besten justiert, „Normal“ (9.403 Kelvin) driftet weiter von der Zielvorgabe mit 6.500 Kelvin ab.

Kompromiss: Wenn man die Grundfarben exakt eingestellt hat, trifft der 50PUS8805 die Zwischentöne nicht immer exakt so, wie es sein soll.

Der Philips unterstützt mit HLG, HDR10, HDR10+ und Dolby Vision alle aktuellen HDR-Formate. Das Bild begeistert zwar nicht durch extreme Leuchtkraft und knallige Farben, überzeugt aber durch seine Natürlichkeit. Die Blickwinkelstabilität ist ebenfalls akzeptabel. Man muss nicht unbedingt mittig vor dem Panel sitzen, dennoch sollte man den seitlichen Winkel nicht größer als 40 Grad werden lassen, weil Farben sonst spürbar beginnen zu verblassen.

Solide: Für einen Fernseher in dieser Preisklasse deckt der Philips das DCI-P3-Spektrum sehr akzeptabel ab, bei Grün reizt er es nicht komplett aus.

Bei SDR-Material ist es durchaus zu empfehlen, das „HDR-Upscaling“ zu aktivieren. So legt das Bild sichtbar an Helligkeit zu. Bei TV-Sendungen in SD-Auflösung gewinnt man auf diese Weise ebenfalls mehr Tiefe, andere Mängel lassen sich allerdings nicht beseitigen. Dazu gehören mitunter deutliches Rauschen und angeknabberte Kanten. In sehr detailreichen Passagen kann der Philips einzelne Objekte nicht mehr sauber voneinander trennen. 

Der Testbericht Philips 50PUS8804 (Gesamtwertung: 77, Preis/UVP: 1100 Euro) ist in audiovision Ausgabe 11-2019 erschienen.

Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

AV-Fazit

77 gut

Mit dem 50PUS8804 schnürt Philips ein gutes Gesamtpaket: Der 50-Zöller ist das perfekte Gerät für den TV-Alltag mit schöner Schwarzdarstellung, kräftigem Ton und gutem Bedienkomfort. Höchsten Heimkino-Ansprüchen wird er aufgrund der geringen Panel-Helligkeit hingegen nicht gerecht.
Jochen Wieloch

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