Panasonic TX-75FXW785 (Test)

0

Absolut kippsicher: Der Bildschirm des 75-Zöllers von Panasonic thront auf einem schweren Metallfuß. Das wirkt nicht gerade filigran, ist dafür aber sehr stabil.

Panasonic bietet seinen TV-Riesen TX-75FXW785 zum Schnäppchenpreis von 3.000 Euro an. Ist bei diesem LCD-TV nur die Diagonale, oder auch das Bild groß?

Eine XXL-Bildschirmdiagonale von 75 Zoll – das sind satte 189 Zentimeter –, üppige Ausstattung mit vier unterschiedlichen Tunern, USB-Recording sowie komfortable App-Steuerung, und das alles für knapp 3.000 Euro: Panasonic bietet sein neues LCD-Flaggschiff TX-75FXW785 zum echten Kampfpreis an. Zum Vergleich: der Vorgänger TX-75EXW784 (Test in audiovision 6-2017) schlug noch mit 4.500 Euro zu Buche.

Verzichten muss man dafür auf die Darstellung von dreidimensionalen Inhalten, allerdings unterstützt der Flachmann jetzt neben HDR10 und HLG auch den neuen HDR-Standard HDR10+ mit dynamischen Metadaten. Geblieben ist das immense Gewicht: 62,5 Kilogramm wiegt der Apparat, wovon alleine 8,5 Kilo auf den Standfuß entfallen. Vorab sollte man deshalb unbedingt checken, ob der TV-Tisch beziehungsweise das Sideboard den Panasonic überhaupt schultern können. Das 1,9 Zentimeter tiefe Display ist sauber in einen Metallrahmen gefasst.

 

Alle sieben Bildmodi stehen auch im HDR-Betrieb zur Verfügung. „True Cinema“ deckt den Farbraum am besten ab, die Farbtemperatur „Warm2“ kommt mit 6.193 Kelvin der Idealvorstellung am nächsten. „Normal“ mit 9.010 und „Warm1“ mit 7.395 Kelvin liegen hier deutlich daneben. Maximal liefert der TX-75FXW785 eine Helligkeit von 495 Candela im von uns bevorzugten Modus. Dabei ist es egal, ob der Bildschirm vollflächig weiß ist oder es sich nur um ein Spitzlicht wie etwa einen leuchtenden Scheinwerfer handelt. Das reicht für ein kräftiges, leuchtendes und sehr stimmiges Bild. OLEDs, die knapp 800 Candela liefern, oder Samsungs Q9 (Test in audiovision 6/2018) mit 1.500 Candela gelingt es aber sichtbar besser, die Vorteile von High Dynamic Range zu transportieren. Bei diesen Geräten ist die Strahlkraft deutlich höher. Sitzt man nur anderthalb Meter vor dem 75-Zöller und genießt eine UHD-Blu-ray, so kommt dennoch richtiges Kinofeeling auf, abgesehen von den leicht hinterleuchteten und nicht tiefschwarzen Filmbalken. Die Durchzeichnung des Bildes ist exzellent. Feinste Maserungen in Stoffen und Poren, Bartstoppel im Gesicht oder einzelne Haare stellt der LCD-Fernseher plastisch und natürlich dar. Das Maximale lässt sich aus dem Bild herauskitzeln, wenn die „Kontrast-Regelung“ auf „Benutzerdefiniert“ steht. Dann kann man nämlich zusätzlich an den Parametern Gamma, Schwarzwert und Weißeffekt Hand anlegen.

Nicht voll ausgereizt: Den DCI-P3-Farbraum deckt der Panasonic TX-75FXW785 bei den Rot- und den Grüntönen nicht komplett ab.

Auf ein direktes LED-Backlight verzichtet der 75-Zöller, er arbeitet weiterhin mit einer Edge-LED-Hintergrundbeleuchtung, die unter anderem kein super sattes Schwarz wie ein selbstleuchtender OLED erzielen kann. Diesen qualitativen Vorteil muss man sich allerdings teuer erkaufen. Der 77 Zoll große OLED TX-77EZW1004 von Panasonic kostet beispielsweise knapp 15.000 Euro und damit das Fünffache.

Sehr anschlussfreudig: Die Rückseite des TX-75FXW785 zieren unter anderem Doppeltuner und sogar zwei „CI+“-Schächte für Bezahlfernsehen.

Ausstattung & Bedienbarkeit

Bewährte Funktionalität: Die Panasonic-Fernbedienung vereint ansprechende Optik mit sehr hohem Bedienkomfort. Hier findet man jede Taste auf Anhieb, eine Eingewöhnungszeit ist nicht erforderlich.

Trotz seines vergleichsweise niedrigen Preises wird die Ausstattung des 75-Zöllers höchsten Ansprüchen gerecht. So bleibt Panasonic seinem Vier-Tuner-Konzept treu – Fernsehen ist über Kabel, Satellit und DVB-T2 möglich, zudem lassen sich die Signale flexibel über den Standard TV>IP im ganzen Haus über das Heimnetzwerk via WLAN oder Ethernetkabel auf beliebige Endgeräte wie zusätzliche Fernseher, Smartphones oder Flat-TVs transportieren. Dazu wandelt der TX-75FXW785 die empfangenen Signale in IP-Signale um. Das ermöglicht das bequeme Fernsehen an Stellen im Haus, an denen beispielsweise keine Anschlussdosen für DVB-C oder DVB-S2 verbaut wurden.

Doppeltuner erlauben es, Sendungen auf USB-Festplatte aufzunehmen und trotzdem noch freie Programmwahl zu genießen. Zwei „CI+“-Schächte spielen Anhängern von Bezahlfernsehen in die Karten. Was fehlt, ist eigentlich nur ein Slot für SD-Karten.

Für ungeduldige Zeitgenossen ist der Panasonic das richtige Gerät. Er liefert aus dem Standby extrem schnell Bild und Ton, das Betriebssystem My Home Screen 3.0 reagiert auf Steuerbefehle ohne spürbare Verzögerung. Die Lieblings-Apps holt man sich direkt auf die Startseite, zudem lässt sich die bevorzugte Anwendung der „My App“-Taste auf der Fernbedienung zuweisen. Welche Apps aus welchen Genres verfügbar sind, erfahren Sie auf Seite 58.

Der Mediaplayer pflückt flott Fotos, Musik und Videos vom USB-Stick, Zusatzfunktionen wie etwa eine 360-Grad-Darstellung oder eine Lupe zum Hereinzoomen gibt es allerdings nicht. Bilder lassen sich lediglich drehen und mit Musik hinterlegt als Diashow wiedergeben. Beim Thema Sprachsteuerung ist der TX-75FXW785 fortschrittlicher. Zwar nicht über die Fernbedienung, dafür aber über die App auf Smartphone oder Tablet reagiert der Flat-TV zuverlässig und springt unter anderem zu bestimmten Sendern, wählt einen vorgegebenen Lautstärke-Level, spult in Aufnahmen oder öffnet  eine bestimmte Applikation.

Flexibler Netzwerker: Ist im Menü „File Sharing Server“ aktiviert, bedient sich der Panasonic auch in extern abgespeicherten Video- und Fotosammlungen.

Bild- und Tonqualität

Ein Flachmann mit diesen Ausmaßen dürfte in vielen Wohnzimmern als Leinwand für Heimkino-Vergnügen eingesetzt werden. Trotzdem muss der Panasonic sein Können natürlich auch im normalen TV-Alltag unter Beweis stellen. Da erweist er sich als  unkompliziert. Einfach den Bildmodus „Normal“ einstellen, eventuell das Backlight von 50 auf 60 hochdrehen, und schon stimmt das Setup für sehr natürliche Ergebnisse. Die digitalen Helferlein sind nicht erforderlich. Lediglich die „adapt. Backlight-Steuerung“ sollte man auf „Niedrig“ oder „Mittel“ anheben, um das Bild leicht aufzuhellen und die Detailfreudigkeit zu steigern.

Aufnahme-Kniff: Damit sich TV-Sendungen auf USB-Festplatte aufzeichnen lassen, muss im Menü „Permanente Aufzeichnung“ auf „Auto“ eingestellt sein.

Futter von Blu-ray oder UHD-Blu-ray gibt der 75-Zöller im Modus „True Cinema“ und der Farbtemperatur „Warm2“ am realistischsten wieder. Sollen die Farben etwas lebhafter und kräftiger erscheinen, kann man das Farb-Remastering aktivieren. Speziell Grün- und Rot- bzw. Orangetöne haben dann mehr Pepp. „Clear Motion“ dunkelt das Bild minimal ab, generiert aber äußerst saubere Bewegungen. Dazu sollte unbedingt auch „Intelligent Frame Creation“ auf „Mittel“ oder „Hoch“ stehen. Schärfe und Tiefenwirkung sind exzellent, selbst bei Blu-rays kann man problemlos bis auf knapp zwei Meter an den Bildschirm herangehen, ohne Pixel oder Bildrauschen zu erkennen.

Hilfe auf Abruf: Der Funktionsumfang des 75-Zöllers ist groß – da kommt es sehr gelegen, dass der Fernseher wichtige Erklärungen und Tipps direkt an Bord hat.

Für ein LCD-Panel mit Edge-LED-Beleuchtung macht der Panasonic seine Arbeit sehr ordentlich.  Dafür sprechen der gute Schwarzwert von 0,058 und der hohe ANSI-Kontrast von 1.450:1. Die Cinemascope-Balken sind nicht super satt schwarz, aber schön dunkel. Speziell in den unteren Display-Ecken fällt dezent Licht durch. Die Ausleuchtung ist nicht übermäßig gleichmäßig, aber die Abweichungen fallen nur bei einheitlichem Schwarz-Hintergrund auf. Die meisten LCD-TVs mit seitlichem Backlight sind hier schlechter. Nicht mit Ruhm bekleckert sich der 75-Zöller hingegen bei der Blickwinkelstabilität. Bereits bei Abweichungen von rund 30 Grad seitlich der Mittelachse bleichen die Farben aus.

Präzision pur: Abgesehen von den Grautönen trifft der Panasonic im SDR-Bereich alle Farben sehr exakt. Die exzellente Farbreproduktion ist sichtbar.

Der Ton des XXL-Fernsehers ist akzeptabel, aber kein Vergleich zum hauseigenen OLED TX-65FZW954 (Test in 8-2018) Das 20 Watt starke Audiosystem gibt Stimmen klar wieder. Im Sound-Modus „Kino Surround“ klingt der Flachmann wärmer und fülliger. Die „Bass-Verstärkung“ hebt tiefe Töne und Effekte spürbar an. Um seine Mitbewohner nicht zu stören, kann man den Filmsound auch per Kopfhörer genießen. Die Kopfhörerlautstärke lässt sich separat im Menü regeln. 

Der Testbericht Panasonic TX-75FXW785 (Gesamtwertung: 78, Preis/UVP: 3000 Euro) ist in audiovision Ausgabe 9-2018 erschienen.

Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

AV-Fazit

78 gut

Panasonic bietet seinen TV-Riesen TX-75FXW785 zum Schnäppchenpreis von 3.000 Euro an. Ist bei diesem LCD-TV nur die Diagonale, oder auch das Bild groß?

Diesen Artikel teilen

Antworten

[pro_ad_display_adzone id=25883]