Panasonic TX-58EXW734 (Test)

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Gewohntes Design: Über die Fernbedienung lassen sich alle wichtigen Funktionen direkt steuern. Das Cursorfeld hätte Panasonic jedoch etwas luftiger gestalten können.

Ordnete Panasonic seine Fernseher bislang  strikt vier Kategorien zu (First, Next, Prime und Reference), unterscheiden die Japaner seit Einführung der 2017er-Generation nur noch zwischen den einfachen sowie den Pro-Modellen. Die Grenze verschwimmt dabei allerdings zunehmend, wie der TX-58EXW734 in unserem Test beweist.

Ausstattung und Praxis

Was die TV-Ausstattung angeht, steht der EXW734 dem knapp 100 Euro teureren Bruder EXW784 aus der Pro-Serie (Test in audiovision 6-2017) in nichts nach: Beide Geräte sind mit einem doppelten Quattro-Tuner ausgestattet, der die Empfangseinheit für Satellit, Kabel und DVB-T2 um TV-over-IP ergänzt. So kann das Fernsehprogramm via Netzwerk sogar in Räume ohne Antennenanschluss gestreamt werden; zusätzlich gestattet die „TV Anywhere“-Funktion die Übertragung aufs Smartphone respektive Tablet.

Dank HLG-Kompatibilität ist der Panasonic auch für künftige HDR-Sendungen gerüstet. Ebenso unterstützt er das HDR-10-Format – die um dynamische Metadaten erweiterte Variante „HDR10+“ bleibt den übergeordneten Modellen vorbehalten.

Voll vernetzt: Panasoncis Quattro-Tuner kombiniert den klassischen TV-Empfang mit praktischen Streaming-Funktionen. Die Anschlussvielfalt lässt keine Wünsche offen.

Gleiches gilt für den HCX2-Prozessor, der eine „überwältigende Farbwiedergabe“ verspricht, und die professionelle Kalibrieroption. Nichtsdestotrotz bekommen ambitionierte Cineasten ein manuelles Farbmanagement sowie zahlreiche andere Einstellmöglichkeiten an die Hand.

Das Tanzbein schwingen: Panasonics Switch-Design ermöglicht es, die Standfüße auf vier verschiedene Arten zu montieren. So lässt sich der optisch elegante EXW734 in nahezu jede Wohnumgebung integrieren.

Schließlich deckt das 58-Zoll-Display nicht nur erweiterte Farbräume ab, es verfügt außerdem über eine lokal ansteuerbare (Edge-LED-)Hintergrundbeleuchtung.

Jungfräulich: Im Auslieferungszustand finden sich auf der Startseite nur drei Icons. Persönliche Lieblingssender und -apps können auf Knopfdruck angepinnt werden.

Im HDR-Bildmodus „True Cinema“ aktiviert der Panasonic EXW734 kräftige Farben nahe am DCI-P3-Standard.

HDR-Preset „True Cinema“: Die Farben reizen das DCI-P3-Spektrum nicht ganz aus, zeigen aber Magenta und Rot sehr kräftig. Gelb wirkt im Vergleich blasser.

Bei neutralen 6.200 Kelvin erreicht er eher bescheidene 335 Candela; die Größe des Weißanteils im Bild (APL zehn bis 100 Prozent) ändert daran nichts. Die kühleren Presets „Kino“ (7.430 Kelvin) und „Normal“ (9.000 Kelvin) steigern sich leicht auf 362 beziehungsweise 392 Candela. Subjektiv wirken sie deutlich heller, allerdings auch ziemlich plakativ. Das liegt an dem unterschiedlichen Tone-Mapping und variablen Clipping-Einstellungen, die man im erweiterten Bildmenü findet. Hier helfen zahlreiche Regler, um das am Abend überzeugend neutral vorjustierte HDR-Preset „True Cinema“ etwa für eine helle Umgebung zu modifizieren: In feinen Stufen lassen sich Eingangs­pegel (zwischen zehn und 100 IRE) und Gamma (zwischen 1,8 und 2,6) nachregeln.

Umfangreiche HDR-Bildregler: Im erweiterten Bildmenü steuern Spezialmenüs wahlweise den Kontrast, den Eingangspegel oder die Gamma-Charakteristik.

Im benutzerdefinierten Menü „Kontrast-Regelung“ steht neben Schwarzwert- sowie Weißeffekt-Reglern eine adaptive Gamma-Steuerung zur Verfügung. Sie sorgt – ähnlich wie die Funktion „HDR Brightness Enhancer“ – für ein wesentlich helleres Tone-Mapping. Zu dunkle HDR-Bilder gehören somit der Vergangenheit an. Doch Vorsicht: Zu starke Anpassungen führen zu übersteuerten Farben und Kontrasten.

Variables Tone-Mapping: Die Funktion „HDR Brightness Enhancer“ lässt diese kritische Szene subjektiv viel heller, aber auch plakativer wirken.

Tontechnisch gibt es keine hörbaren Unterschiede zwischen dem EXW734 und den anderen 2017er Modellen: Die beiden Zehn-Watt-Lautsprecher brillieren mit einer sehr guten Sprachverständlichkeit, spielen aber nicht gerade tief und verfärben leicht.

Freie Wahl: Nur Netflix ist mit einer Direkttaste auf der Fernbedienung vertreten. Dafür lässt sich die „My App“-Taste mit einem beliebligen Internet-Dienst verknüpfen.

Genialer Guide: Der elektronische Programmführer präsentiert sich aufgeräumt und übersichtlich. Die aktuelle Sendung läuft in einem kleinen Fenster oben links weiter.

Bildqualität

Als echter Siegertyp erweist sich Panasonics Mittelklässler bei der Kontrastmessung: Sowohl im ANSI-Schachbrettmuster als auch unter Auflicht übertrifft er mit Werten um 3.140:1 respektive 1.400:1 praktisch alle Fernseher seiner Preisklasse.

Vor allem bei Rottönen leistet sich der EXW734 ein paar Ausreißer. Ansosten gehen die Farben in Ordnung.

Die für einen LCD-TV hervorragende Schwarzdarstellung (0,029 Candela) trägt natürlich entscheidend dazu bei, zumal die Lichtausbeute des besten Bildmodus „True Cinema“ mit maximal 280 Candela kaum höher ist als bei den Mitstreitern. Steigert man den Kontrast von 90 auf 99, schafft das Preset etwa 50 Candela mehr und liegt damit auf dem gleichen Niveau wie im HDR-Betrieb.

Dies wirkt dem Ausbleichen aus seitlichem Blickwinkel zumindest ein wenig entgegen. Darüber hinaus hilft der Wechsel auf die Farbskala-Einstellung „natürlich“, wodurch das Spektrum (BT.709) in alle Richtungen erweitert wird; vor allem zu Grün hin. Die Temperatur bleibt mit 6.100 Kelvin einen Tick zu niedrig.

Lob verdient die hohe Bewegungsschärfe, obgleich die „Intelligent Frame Creation“ im Gegensatz zum EXW784 keinen Benutzermodus zur getrennten Regelung für Kinofilme und TV-Material bietet – „Clear Motion“ verbessert die Durchzeichnung nochmals, kostet aber Helligkeit.

Der Testbericht Panasonic TX-58EXW734 (Gesamtwertung: 77, Preis/UVP: 1500 Euro) ist in audiovision Ausgabe 12-2017 erschienen.

Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

AV-Fazit

77 gut

Vom Design über die Technik bis hin zum Bedienkomfort: Der Panasonic TX-58EXW734 überzeugt auf ganzer Linie und erringt damit den Sieg in unserem Vergleichstest. Bei der Blickwinkelstabilität und der Leuchtkraft muss er dem einen oder anderen Konkurrenten aber den Vortritt lassen.

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