Panasonic DP-UB424 (Test)

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Im Gegensatz zur edlen und beleuchteten Fernbedienung des UB9004 liegt dem UB424 nur der Standard-Signalgeber der Einstiegsgeräte bei. Die zentrale Positionierung der Netflix-Taste führte im Test dazu, dass wir auch ungewollt beim Streaming-Dienst landeten – auch weil die Tasten kleiner und enger angeordnet sind als beim Geber des UB824

Der UB424 kostet mit 230 Euro nur gut halb so viel wie der UB824 – trotzdem hat er fast alle wichtigen Features an Bord.

Wenn man das halbe Dutzend an UHD-Recorder-Modellen nicht mitzählt, hat Pana-sonic derzeit vier UHD-Blu-ray-Player in seinem Portfolio – vom 160 Euro günstigen Einsteiger bis zum 1.000 Euro teuren UP9004 dürfte hier für jeden das Passende dabei sein. Im UB424 steckt viel Technik aus den großen Modellen, sogar mit der „Ultra HD Premium“-Zertifizierung darf er sich brüsten. Ganz ohne den Rotstift ging es freilich nicht. 

Ausstattung und Praxis

Bereits auf den ersten Blick fallen die Unter-schiede zum nächstteureren UB824 auf, schrumpfte das Gehäusevolumen doch um rund 50 Prozent. So passt der UB424 mit einer Breite von 32 Zentimetern beinahe in jedes Regalfach. Damit es nicht zu farblichen Abstimmungsproblemen kommt, offeriert Panasonic den Player sowohl in klassischem Schwarz als auch in stylischem Silber (großes Bild oben). Ein Display gibt es hingegen nicht, nur eine rote Leuchte zeigt an, ob sich der Scheibendreher im Standby (Licht aus) oder im Betrieb befindet. Vor allem im CD-Betrieb ohne Fernseher kann das zu Navi-gationsproblemen führen.

Beim Ausfahren öffnet die Lade die Frontklappe zur Hälfte, beim Einfahren schließt sie sich wieder. Ganz heruntergeklappt gibt sie den Zugang zum USB-2.0-Port frei. Auf dem nicht sonderlich hochwertig anmutenden Gehäuseblechdeckel finden sich Tasten für „Auswurf“ und „An/Aus“ – genau wie beim UB824. Auch die vier winzigen Gummi-füße, auf denen der UB424 ruht, sind alte Bekannte (vibrations-absorbierende XXL-Füße gibt es ausschließlich beim Topmodell). Das Laufwerk erkennt die meisten Disc-Formate, verweigert aber DVD-Audio und SACD. Zudem sind Positionierungsgeräusche der recht flott agierenden Lasereinheit hörbar und das Summen der sich drehenden Scheiben ist je nach Abtastposition mal mehr, mal weniger deutlich zu vernehmen – was auch an dem teils stark mitschwingenden, gerade mal 1,4 Kilogramm wiegenden Plastikgehäuse liegt.

Der UB424 verzichtet auf analoge Schnittstellen, bietet dafür aber zwei HDMI-Ausgänge, einen optischen Tonausgang und einen LAN-Anschluss. An den USB-Kontakt im 3.0-Standard darf man dank 5V/900mA-Buchse auch externe Festplatten hängen. Der Lüfter bläst die Abluft meist leise aus dem Gehäuse.

Die Menüs wirken übersichtlich, sind aber mittlerweile in die Jahre gekommen, lobenswert ist das „Wieder-gabeinfofenster“, das nicht nur über die Audio- und Videosignale der abgespielten Disc informiert, sondern auch darüber, was der Player an den Fernseher ausgibt.

Bildqualität

Bei der wichtigsten Disziplin „Bildqualität“ bietet der Panasonic ein Rundum-Sorglos-Paket – mit einer Ausnahme: Dolby Vision bleibt den größeren Brüdern vorbehalten. Der UB424 liefert gestochen scharfe Bilder, feinauflösende 4K-Videos wie „Postcards from Stockholm“ der „Best of 4K“-UHD-Blu-ray sehen atemberaubend aus. Auf Wunsch gibt der UB424 auch Bilder mit 4:4:4-Farbauflösung (12 Bit) aus und konvertiert 4:2:0-Material (10 Bit) auf 4:4:4 hoch.

4K-Upscaling: Im Test verursachte der UB424 beim Hochrechnen von 1080p-Signalen auf 4K-Auflösung minimale Doppelkonturen, die sich an kontraststarken Kanten zeigten (rechtes Bild). Das linke Foto dokumentiert das 4K-Upscaling durch unseren Panasonic-Fernseher, das keine Doppelkonturen aufweist.

Der vielseitige und in dieser Preisklasse einzigartige Video-Equalizer kitzelt bei Bedarf noch mehr aus den Discs heraus. So gibt es Regler zur Anschärfung feiner und mittelfeiner Details sowie für Farbdetails und Konturen. Zudem steht eine Tonwert-Justage bereit, mit der sich dunkle und helle Bildbereiche betonen oder abschwächen lassen. Auch bei der Rauschreduktion bieten sich verschiedene Tuning-Möglichkeiten. Ebenfalls clever: Für die Blu-ray und UHD-Blu-ray kann man je zwei getrennte Settings („Satz 1“, „Satz 2“) anlegen. Das Highlight ist jedoch das vielfältige HDR-Tuning, das Panasonic mit seinem verbesserten HCX-Bildprozessor optimiert hat.

Mit dunkleren Fernsehern oder Projektoren sowie aufgrund schlecht angepasster HDR-Einstellungen am Display kann das Bild zu düster oder anderweitig suboptimal ausfallen. Hier schafft der UB424 Abhilfe, denn er bietet die Option der „Dynamikbereichsanpassung“ zur Optimierung des HDR-Bildes an den Fernseher bzw. die Lichtverhältnisse: Wenn man den Wert von „0“ (Videosignal wird unverändert wiedergegeben) erhöht, hebt die Funktion die Helligkeit in dunklen Bildbereichen an, bringt damit die Farben mehr zum Leuchten und zeichnet Schattendetails besser durch. Je höher der Wert, desto stärker geht die Bildcharakteristik allerdings von HDR zu SDR.

Über die Dynamikbereichsanpassung kann man dem Bild zu mehr Strahlkraft verhelfen – was aber zu Lasten des ursprünglichen HDR-Looks geht.

Zustäzlich lässt sich der „HDR-Optimierer“ zuschalten. Basierend auf den Luminanzinformationen der eingelegten UHD-Blu-ray soll er unter anderem helle Bildbereiche besser durchzeichnen und so ein Überstrahlen verhindern. Für bestmög­liche Ergebnisse muss man vorher seinen Display-Typ einstellen. In Kombination mit einem OLED-TV konnten wir nur bei Szenen mit extremen Spitzlichtern minimale Verbesserungen bei der Durchzeichnung von Details in hellen Bereichen feststellen – meist sah man keine Unterschiede. An einem lichtschwächeren Projektor machte sich der HDR-Optimierer hingegen bemerkbar. Fortwährend wurden Kontrast und Helligkeit etwas zurückgenommen und so eine natürlichere, aber auch weniger plakative Bildwirkung erzielt. In Kombination mit der Dynamikbereichsanpassung lässt sich das HDR10-Signal für praktisch jede Gerätekombination optimal anpassen.

Der zuschaltbare HDR-Optimierer zeichnet helle Bildbereiche besser durch, indem er die Luminanzwerte der Disc an die des Fernsehers anpasst.

Beim Blu-ray-Upscaling neigte der UB424 wie die großen Brüder zu ganz feinen Doppelkonturen an Kanten. Was uns zu der Annahme verleitet, dass die Videosektion, mit Ausnahme der fehlenden Dolby-Vision-Unterstützung, identisch ist.

   

Multimedia und Internet

Ins Netzwerk verknüpft der Japaner via Ethernet und WLAN, dank DLNA-Client greift er auch auf Inhalte zu, die auf einer NAS-Festplatte oder auf Panasonics Blu-ray-Recordern liegen. Der Media-Player kommt mit den meisten Video- wie Audiodateien klar, darunter HEVC, AVCHD in 2D und 3D, MKV, MPEG4, MPEG2 und DSD. 

Zur Rauschreduzierung verfügt der Panasonic über drei Regler, die analoges Rauschen und Kompressionsartefakte beheben.

Im App-Center findet man im Gegensatz zum Vorgängermodell UB404 (Test in 4-2017) auch YouTube, das sogar in 4K-Auflösung und HDR streamt. Zudem sind wichtige Bezahldienste wie Netflix, Amazon Video, Maxdome und DAZN an Bord.

Groß, größer… Die riesigen Kacheln wirken etwas altbacken, auf dem Startbildschirm hätte Panasonic gut doppelt so viele Apps platzieren können.

Die arte-Mediathek versorgt Kultur-Freunde, mehr oder weniger anspruchsvolle Nachrichten findet man bei der „Tagesschau“ und „Bild“. In Sachen Musik sind der Abo-Kanal der Berliner Philharmoniker, Shoutcast und das kostenlose Internetradio TuneIn dabei. Zeit kann man sich mit etlichen Mini-Spielen vertreiben.                                  


                 

Der Testbericht Panasonic DP-UB424 (Gesamtwertung: 84, Preis/UVP: 230 Euro) ist in audiovision Ausgabe 4-2019 erschienen.

Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

AV-Fazit

84 sehr gut

Panasonics kompakter UHD-Scheibendreher erwies sich im Test als Großer: Mit erstklassigem 4K-Bild, zahlreichen HDR-Features und umfangreicher Multimedia-Ausstattung steht er seinen teureren Brüdern kaum nach. In dieser Preisklasse kann ihm derzeit niemand das Wasser reichen.
Christoph Steinecke

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