Optoma UHD51 (Test)

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Die neue Optoma Fernbedienung ist klein und elegant. Sie beschränkt sich auf das Notwendigste und erlaubt eine zuverlässige Steuerung.

Dank der „XPR2“-Technologie von Texas Ins-truments, bei der die Auflösung mittels eines optischen Aktuators vervierfacht wird, werden UHD-kompatible Projektoren immer günstiger. Doch der Teufel liegt meist im Detail und der Käufer musste bisher stets kompromissbereit sein: Entweder wurde die 24Hz-Kinofrequenz nicht korrekt wiedergegeben, die HDMI-Bandbreiten entsprachen nicht dem aktuellen HDMI-2.0-Standard oder es fehlte eine 4K-Zwischenbildberechnung.

Beim neuen UHD51, der demnächst auch als UHD51A mit integrierter Alexa-Sprachsteuerung auf den Markt kommt, sollen diese und andere Kinderkrankheiten der Vergangenheit angehören. Vor allem die 4K-taugliche „PureMotion“ Zwischenbildberechnung stellt dabei ein Alleinstellungsmerkmal des Optoma dar – sie bietet kein anderer Projektor dieser Preisklasse. Das Gleiche gilt für 3D, das immer mehr Projektorenhersteller streichen. Mit diesen zwei Features könnte Optomas Neuer zu einem Geheimtipp werden.

Ausstattung und Praxis

Äußerlich gibt es beim UHD51 hingegen keine Experimente. Seine Abmessungen sind erfreulich kompakt, so dass er sich auch in kleineren Wohnräumen gut integrieren lässt. Dies gilt allerdings weniger für die schwarze Farbe, die immerhin durch eine Art gestreiften Klavierlack veredelt wurde. Vor dem Kauf sollte der Interessent seinen Raum genau vermessen, denn die Aufstellflexibilität ist DLP-typisch limitiert. Zwar ist ein optischer Lensshift an Bord, lässt aber nur einen Feinabgleich auf die Leinwand zu. Immerhin erlaubt der Zoombereich des Objektivs die gängigen Bildbreiten von 2 bis 3 Metern aus hierzulande wohnraumüblichen Abständen. Alle Einstellungen werden manuell am Gerät vorgenommen, es empfiehlt sich eine dauer-hafte Deckeninstallation mittels eines höhenverstellbaren Halters, der die Aufstelldefizite des Projektors ausgleicht.

Wesentlich komfortabler wird es in Hinblick auf die Anschlüsse: Neben den obligatorischen HDMI-Eingängen finden sich ein analoger VGA-Eingang sowie diverse Steuerschnittstellen zur Integration in eine automatisierte Infrastruktur. Besonders zeitgemäß ist die USB-Schnittstelle mit bis zu 7,5 Watt Leistung, hiermit können die immer beliebter werdenden Multimedia-Sticks von Amazon (Fire TV) und Google (Chromecast) mit Strom versorgt werden, so dass sich ein weiteres Stromkabel unter der Decke erübrigt. Beide HDMI-Schnittstellen bieten die volle 2.0-Bandbreite von 18 Gbps und können so auch in hohen Bildfrequenzen (50/60Hz) 12bit-HDR-Signale verarbeiten. Insgesamt zeigt sich die Anschlussseite des UHD51 so vielseitig und komplett, wie es selbst in höheren Preisklassen eher selten vorkommt.

Beide HDMI-Eingänge erfüllen den HDMI2.0/HDCP2.2-Standard. Die USB-Buchsen können unter anderem Smart-Sticks mit Strom versorgen.

Den optischen Innenaufbau wiederum müssen wir als eher konservativ bezeichnen: Das Bild wird von der klassischen Kombination aus UHP-Lampe, Farbrad und Full-HD-DMD-Chip erzeugt. Innovationen wie eine Laserlichtquelle sind in dieser Preisklasse noch nicht zu erwarten. Bei genauerer Betrachtung erkennt man allerdings, dass die Bildqualität im Vordergrund stand: Statt eines „Brilliant Color“-Farbrades mit Weißsegment, das vor allem die Marketing-Werte eines Projektors schönt, kommt im UHD51 ein RGBRGB-Farbrad zum Einsatz, welches die Farbdarstellung optimiert und den DLP-Regenbogeneffekt verringert. Tatsächlich zeigt der UHD51 kaum Farbblitzer, so dass er auch von empfindlicheren Betrachtern genutzt werden kann. In Sachen Lautstärke präsentiert sich der UHD51 leise, aber nicht unhörbar. Vor allem das dezente Brummen des XPR-Aktuators (vibrierendes Glas) kann bei zu naher Sitzposition stören. Auch daher empfiehlt sich eine Deckenmontage.

Vorbei sind die Zeiten der kleinen Schriften und unübersichtlichen Menüs: Sowohl Struktur als auch Layout wurden beim UHD51 komplett überarbeitet. Im modernen Smart-TV-Look sind alle Funktionen schnell erreichbar. Auch die Fernbedienung gibt sich vorbildlich modern: Klein, elegant, aber trotzdem funktionell zuverlässig erlaubt sie eine zügige Steuerung. 

Die Menüstruktur wurde komplett überarbeitet und erscheint übersichtlich am linken Rand (oberes Bild). Zudem wurde ein Home-Menü ergänzt.

Licht & Farbe

Wie bei allen Projektoren lesen sich auch die Herstellerangaben zum UHD51 inflationär: Dass die angegebenen 2.400 Lumen bei 500.000:1 Kontrast selbst für teuerste High-End-Projektoren utopisch sind, erkennt der Großbildkenner schnell. Die Wirklichkeit sieht wie immer etwas moderater aus: Aktiviert man das „Dynamik“-Preset, so projiziert der UHD51 sein unkorrigiertes Lampenspektrum auf die Leinwand, das tatsächlich die 2.000-Lumen-Marke knackt. Allerdings erscheint die Farbdarstellung hier extrem grünlich. Kalibriert auf natürliche Farben bleiben rund 1.200 Lumen, was für einen Heimkinoprojektor einen guten Wert darstellt.

Die größten Schwächen zeigen aktuelle DLP-Projektoren im nativen Kontrast, der UHD51 macht da leider keine Ausnahme: Rund 1.100:1 stellt er bei guter Farbdarstellung zur Verfügung, was in einem Schwarz deutlich wird, das dunkle Szenen mit einem Grauschleier vernebelt. Zum Glück bietet sich im Bildmenü die „Dynamic Black“-Funktion, die den Lichtstrom der Lampe auf den Bildinhalt adaptiert und so den Dynamikumfang auf über 2.000:1 steigert. Zusammen mit dem DLP-typischen hohen ANSI-Kontrast von 410:1 ergibt sich so eine ansprechende Bilddynamik.

In Sachen Farbdarstellung macht sich das RGB-RGB-Farbrad bezahlt: Ohne aufwändige Kalibrierung zeigt sich bei Wahl des richtigen Presets (siehe Einstellungsempfehlungen) eine hervorragende Abstimmung, sowohl des Farbraumes auf den BT709 HD-Standard, als auch der Farbtemperatur auf die erforderlichen 6500 K / D65. Auch die Lichtverteilung (Gamma) sorgt für eine korrekte Belichtung des Bildes, bei der keine Details in Schwarz oder Weiß verschwinden.

Im Optoma UHD51 kommt ein klassisches RGBRGB-Farbrad zum Einsatz, was unter Heimkino-Gesichtspunkten mehrere Vorteile mit sich bringt: Die Grund­farbfrequenz wird verdoppelt und der Regenbogeneffekt so minimiert. Störendes Flimmern ist dadurch die Ausnahme, die Augenfreundlichkeit wird erhöht. Zudem werden alle Farben ausschließlich aus Rot, Grün und Blau gemischt, wie es die Videonorm vorsieht. „Last but not least“ sind die Tönungen der einzelnen Farbfilter genau auf die Sollfarben des BT709-Standards geeicht, so dass der Projektor rein optisch und ohne aufwändige Digital-Korrektur akkurate Farben erzeugt.

Das Farbrad beinhaltet jede Grundfarbe zweimal und sorgt so für eine videonormgerechte Farberzeugung mit wenig Regenbogeneffekt.

Dies alles bewirkt einen wesentlich natürlicheren Bildlook, als die ausschließlich auf Helligkeit getrimmten „Brilliant Color“-Farbräder mit Gelb und Weißsegmenten.

Viele andere Beamer verbauen ein Farbrad mit Weiß- und Gelbsegmenten inklusive störender Nebeneffekten.

Bei High-Dynamic-Range-Inhalten wie von der UHD-Blu-ray (wie alle bisherigen Beamer wird HDR10, nicht aber HDR10+ oder Dolby Vision unterstützt) gerät der UHD51 schließlich an seine physikalischen Grenzen: Aufgrund seines limitierten Schwarzwertes hellt die Werkseinstellung dunkle Details auf, so dass sie zwar deutlich sichtbar werden, aber an Subtilität und Glaubwürdigkeit verlieren. Mit etwas Feintuning kann man die HDR-Bildtiefe allerdings erhöhen, ein Grauschleier verbleibt aber in dunklen Szenen. Über den originalen Kinofarbraum (DCI P3) verfügt der UHD51 ebenfalls nicht, konvertiert diesen aber effektiv auf seinen HD-Farbraum. Richtig justiert weiß das UHD/HDR Bild zu gefallen, mit High-End-Modellen ist es aber nicht zu vergleichen – die kosten allerdings auch ein Vielfaches.

Optoma hat die Wünsche der 3D-Fans erhört: Als einer der ersten UHD-DLP-Projektoren unterstützt der UHD51 die 3D-Projektion. Entsprechende Brillen liegen zwar nicht bei, jede DLP-Link-Brille ist aber kompatibel und günstig zu erwerben. Die 3D-Qualität des UHD51 ist DLP-typisch gut, aber nicht mit der 4K-Auflösung kombi­nierbar.

Bei der 3D Wiedergabe deaktiviert sich XPR und es verbleibt die native HD-Auflösung des DLP-Chips – entsprechend gröber wirkt das Bild.

Der Grund: Der mechanische XPR-Aktuator ist nicht schnell genug, die Auflösung der 3D-Frequenz (120 bzw. 144 Hz) zu vervierfachen. Bei 3D bleibt der Aktuator daher deaktiviert und der UHD51 verhält sich wie ein Full-HD-Projektor. Dies ist jedoch kein Nachteil, denn der UHD-Standard unterstützt ohnehin keine 3D-Darstellung, sämtliches 3D-Material entspricht maximal der Full-HD Auflösung.

Schärfe und Videoverarbeitung

Auch wenn die bezahlbaren UHD-DLP-Projektoren alle auf dieselbe XPR-Technologie von Texas Instruments zurückgreifen, sind die Unterschiede zwischen den einzelnen Fabrikaten auf der Leinwand verblüffend.

Das XPR2-System (rechtes Bild) verbessert die Detaildarstellung gegenüber der gröberen Full-HD-Auflösung (links)

Der Grund liegt in der individuellen Signalaufbereitung, welche die Auflösung des eingehenden 4K-Signals sequentiell verteilen muss, denn die XPR-Technologie erzeugt die Auflösung in vier separaten Schritten. Je besser die Signalelektronik, desto näher liegt das Ergebnis am UHD-Original. Dem UHD51 gelingt diese Aufgabe gut, durch die Pixelverschiebung wird die Pixelstruktur des Full-HD-Shifts sichtbar reduziert und die Detailschärfe erhöht. Das Ergebnis erreicht allerdings nicht die Qualität einer nativen UHD-Projektion oder der XPR1-Technologie des großen Bruders UHD65. Auch scheint die Pixelverschiebung einer gewissen Serienstreuung zu unterliegen, denn bei manchen Geräten „verschwimmen“ die Pixel effektiver als bei anderen.

Die 4K-taugliche Zwischenbildberechnung „PureMotion“ ist in dieser Preisklasse ein Alleinstellungsmerkmal.

Einzigartig in der Preisklasse des UHD51 ist seine „PureMotion“-Zwischenbildberechnung, die auch bei UHD-Signalen in drei Stufen aktiviert werden kann. Sie erhöht die Bewegungsschärfe deutlich und sorgt für glaubwürdigere Bewegungsabläufe bei Spielfilmen, ohne den „Filmlook“ zu zerstören. Hier und da gibt es aber Sync-Mikroruckler, was auf ein nicht perfektes 24-Hz-Timing schließen lässt.                    

       

 

Der Testbericht Optoma UHD51 (Gesamtwertung: 79, Preis/UVP: 1700 Euro) ist in audiovision Ausgabe 8-2018 erschienen.

Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

AV-Fazit

79 gut

Dank einer guten Ausstattung, UHD-Kompatibilität, ausreichend Schnittstellen und moderner Signalverarbeitung inklusive 4K-Zwischenbildberechnung bietet der Optoma UHD51 einen hochwertigen Einstieg in die neue Auflösungswelt. In Sachen Aufstellungsflexibilität und Schwarzwert ist hingegen noch Luft nach oben.
Ekki Schmitt

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