LG UBK80 (Test)

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Für gerade mal 220 Euro hat LG mit dem UBK80 einen neuen UHD-Einstiegs-Player auf den Markt gebracht. Da stellt sich die Frage, wo der Rotstift angesetzt wurde. 

Nach dem UP970 und dem praktisch bau-gleichen UBK90 (Test in audiovision 10-2017 und 9-2018) ist derUBK80 erst der dritte UHD-Blu-ray-Player von LG. Da verfügt die Konkurrenz von Samsung, Sony und vor allem Panasonic über eine vielfältigere Produktpalette.

Wie an der Bezeichnung unschwer zu erkennen, rangiert der UBK80 unterhalb des UBK90. Dieser Umstand schlägt sich beim Listenpreis allerdings nur mit einer Ersparnis von 30 Euro nieder. Apropos eingespart, das hat LG bereits am Material. Zwar sind die Abmessungen des 43 x 4,6 x 20,5 Zentimeter großen Kunststoffgehäuses identisch und auch auf der Front gibt es mit den vier Bedien-tasten (Auswurf, Start/Pause, Stop, An/Aus) sowie einem USB-Port keine 

Übersichtlich: Die Fernbedienung liegt gut in der Hand, Direkt-Tasten für einen Wechsel der Ton- und Untertitelspuren gibt es allerdings nicht.

Unterschiede, allerdings fehlt die Rillenstruktur des Deckels, die den UBK90 etwas hochwertiger wirken lässt.           

  

Ausstattung und Bedienung

Das Laufwerk wiederum scheint dasselbe zu sein, zumindest kommen uns die meist angenehm leisen Rotationsgeräusche vertraut vor. Die ein oder andere 4K-Scheibe kann, vor allem zu Beginn oder im Menü, schon mal etwas lauter werden – meist hört man aber wenig bis nichts. Angesichts der Leichtbauweise von unter 2 Kilo ist das durchaus beachtlich. Abhängig vom Rohling-Typ und dem Mastering-Aufwand bewegen sich die Einlesezeiten im üblichen Rahmen zwischen 10 und 30 Sekunden. Lediglich eine winzige LED-Leuchte gibt Auskunft darüber, ob das Gerät in Betrieb ist – denn auf ein Display haben die Koreaner wie bei den teureren Brüdern verzichtet, ebenso wie auf einen Netztrennschalter. Die Tastenanordnung und Tastenform der angenehm in der Hand liegenden Fernbedienung unterscheiden sich zwar gering-fügig vom UBK90-Geber, doch vermissen wir nach wie vor Direkt-Tasten für den Wechsel von Ton- und Untertitelspuren. An runden Scheiben nimmt LGs neues Einstiegs-Modell UHD-Blu-rays, Blu-rays, DVDs, CDs und 3D-Blu-rays entgegen. Letzteres ist nicht selbstverständlich, denn bei ihren Fern-sehern haben sich die Koreaner (zusammen mit allen anderen) vom dreidimensionalen Filmvergnügen verabschiedet. Mit SACDs und DVD-Audio-Scheiben kann der UBK80 nichts anfangen.

Analog ade: Auch LG verzichtet bei seinen UHD-Blu-ray-Playern auf analoge Schnittstellen. Neben einem HDMI-Ausgang verfügt der UBK80 über einen optischen Tonausgang und eine Ethernet-Netzwerkbuchse, die aber nur für Firmware-Updates und BD-Live zuständig ist. Das Stromkabel ist am Gehäuse fest montiert.

Ein Blick auf die Rückseite offenbart eine weitere Einsparung. So besitzt der UBK80 lediglich einen HDMI-Ausgang. Wer den Player direkt am Projektor oder einen TV ohne Audio Return Channel anschließt, kann den AV-Receiver nicht mehr mit HD-Ton versorgen. Dank eines optischen Lichtleiterausgangs gibt es zumindest 5.1-Sound in Dolby Digital und DTS. Auf analoge Ausgänge jeglicher Couleur wurde gleich ganz verzichtet, das war beim UBK90 allerdings auch schon der Fall. Der LAN-Anschluss dient für Firmware-Updates und BD-Live-Inhalte, die heutzutage allerdings kaum noch ein Studio anbietet.

Mehr als diese Informationen gibt der LG-Player nicht preis, Bitraten und HDR-Angaben behält er für sich.

War das App-Angebot mit YouTube und Netflix beim UBK90 schon nicht sonderlich groß, ist es beim UBK80 gleich gar nicht vorhanden. Wer einen LG-Fern-seher mit SIMPLINK-Funktion besitzt, kann über dessen Fernbedienung Player-Funktionen wie Wiedergabe, Pause, Suchlauf, Überspringen, Stop und Ausschalten steuern. Laut Bedienungsanleitung (leider nur als PDF-Download) kann man auch Fernseher von Sony und Samsung mit dem UBK80-Geber einschalten und die Lautstärke regeln. Zumindest bei unserem Sony OLED A1 ist uns das allerdings nicht gelungen. Apropos OLED, um das Einbrennen von Inhalten zu verhindern, wird nach fünf Minuten im Stopp-Modus ein Bildschirmschoner aktiviert. Wer will, kann im Menü eine automatische Player-Abschaltung nach weiteren 15 Minuten anordnen.   

Der UBK80 mag zwar keine Apps haben, dafür ist der integrierte Media-Player (beinahe) ein Allesfresser: Die meisten unserer Testvideos von 3GP, AVC, VOB, TS, MTS, MKV bis HEVC mit 4K-Auflösung samt HDR10 spielte der UPK80 ohne Murren ab und gab auch, im Gegensatz zur Disc-Wiedergabe, Informationen zu Audio- und Videocodecs preis. An Fotos schluckte er neben den Formaten JPG, PNG und GIF auch 3D-MPO-Dateien. Unsere 4K-Fotos wurden allerdings nur in Full-HD-Auflösung ausgegeben. Neben dem Drehen oder Zoomen von Bildern lassen sich diese auch in einer Diashow abspielen, deren Ablaufgeschwindigkeit, Überblend­effekte und sogar Hintergrundmusik man einstellen darf. An Musik versteht sich der LG auf die meisten Formate von ALAC, AAC, AIFF über MP3, WMA und WAV bis hin zu FLAC. DSD-Daten verschmäht der LG allerdings. An den USB-2.0-Anschluss kann man sowohl klassische USB-Sticks als auch USB-Festplatten anschließen. Bei der Formatierung hat man die Wahl zwischen FAT32- und NTFS-Format.

Der Media-Player im UBK80 zeigt bei der Musikwiedergabe neben dem aktuellen Titel auch eine Playlist aller in einem Verzeichnis liegenden Dateien an.

 

Bild- und Tonqualität

Die Bildqualität ist in jeder Beziehung hervorragend und bei normalen Bewegtbildern praktisch nicht von der teils deutlich teureren Konkurrenz zu unterscheiden. Dies betrifft sowohl die Wiedergabe von UHD-Scheiben als auch die 4K-Skalierung normaler Blu-rays. Jedoch fehlt dem LG eine HDR-SDR-Wandlung, auch mit einer Dynamikbereichsanpassung zur Optimierung des HDR-Bildes am HDR-Display kann er nicht dienen. Zudem wird im Gegensatz zum UBK90 das dynamische HDR-Format Dolby Vision nicht unterstützt – all das kostet Punkte.   

Über das Home-Menü lassen sich etliche Quellen ansteuern. Den vom UBK90 bekannten Punkt „Premium“ mit den Apps gibt es nicht mehr.

Im Video-Equalizer lassen sich Kontrast, Helligkeit, Farbe und Schärfe jeweils 6-stufig einstellen. Während die Regler für Helligkeit, Farbe und Kontrast das Bild spürbar verändern, ist bei der Schärfe kaum ein Unterschied festzustellen. Wer das Bild nicht selber optimieren will, kann aus den Modi „Spielfilm“, „Bewegung“ und „Standard“ wählen. Im dunklen Heimkino empfehlen wir „Spielfilm“ oder „Standard“, wenn es im Wohnzimmer mal richtig hell ist, bietet sich „Bewegung“ an. Unterm Strich markiert der LG UPK80 bei der manuellen Video-Justage zusammen mit dem UBK90 das Schlusslicht der bisher von uns getesteten UHD-Blu-ray-Player.   

Am digitalen Audio-Ausgang kann man eine DTS-Neucodierung vornehmen. Das kann bei bestimmten Receivern zu einer klanglichen Verbesserung führen.

Die Audio-Einstellungen sind ebenfalls eingeschränkt, was auch an den fehlenden Analog-Ausgängen liegt. Für Dolby-Spuren bietet der UBK80 eine Reduzierung des Dynamikbereichs, um nachts keinen Ärger mit den Nachbarn zu bekommen oder die Lautsprecher des Fernsehers nicht zu überfordern. Mit DTS-Tonspuren klappt das leider nicht. Dafür gibt es die Möglichkeit einer DTS-Neucodierung am optischen Ausgang. Diese Wandlung kann für Besitzer älterer Receiver ohne HDMI zu einer klanglichen Verbesserung führen. Die HD-Bitstream-Ausgabe, egal ob Dolby Digital Plus, Dolby Atmos, DTS-HD High Resolution oder DTS:X, meistert LGs Ultra-HD-Premiere hingegen sehr gut. Auch hier sind mit dem bloßen Ohr keine Unterschiede zu teureren Modellen zu vernehmen.     

Der Testbericht LG UBK80 (Gesamtwertung: 66, Preis/UVP: 220 Euro) ist in audiovision Ausgabe 11-2018 erschienen.

Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

AV-Fazit

66 befriedigend

Wer keine Apps benötigt und mit einer HDMI-Buchse auskommt, macht mit dem UBK80 nichts verkehrt. Allerdings fällt die Ersparnis gegenüber dem merklich besser ausgestatteten UBK90 gering aus.

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