JVC DLA-NX9 (Test)

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JVC-Fans warten schon lange darauf, dass sich ihre Lieblingsmarke wieder an die Spitze der Heimkino-Beamer setzt. Die ursprünglich für Oktober geplante Markteinführung verzögerte sich aufgrund von Produktionsproblemen (audiovision berichtete) bis in den März. Doch kurz vor Redaktionsschluss bekamen wir als einer der Ersten ein finales Serien-Modell des THX-zertifizierten NX9 in unsere Testfinger.

Mit einem Preis von 18.000 Euro steht JVCs ganzer Stolz in Konkurrenz zum Sony VPL-760 (Test in 5-2018), der für 3.000 Euro weniger bereits mit einer Laserlichtquelle aufwarten kann, die der NX9 vermissen lässt. Dafür kontert der JVC mit 8K-Auflösung und einem Vollglasobjektiv. Wer etwas weniger tief in die Tasche greifen will, für den hat JVC ab sofort auch die deutlich günstigeren 4K-Modelle DLA-N5 und DLA-N7 im Angebot. 

Ausstattung und Praxis

Wie zu erwarten, haben die JVC-Ingenieure für ihre neue 4K-Generation ein komplett neues Chassis entwickelt, das vor allem eines deutlich macht: Im High-End Segment wächst nicht nur die Auflösung, sondern auch die Abmessungen und das Gewicht: Mit 21,8 Kilogramm und 50 x 23,4 x 51,8 Zentimetern gehört der NX9 zu den mächtigsten Heimkino-Projektoren auf dem Markt und schlägt in dieser Hinsicht die ebenfalls nicht gerade kleinen Sonys. 

Die Fernbedienung wurde einem Facelift unterzogen und wirkt nun schnittiger, leider lassen sich die Tasten nun nicht mehr blind erfühlen.

Imposant ist das vordere Vollglas-Objektiv in Szene gesetzt, das unverändert von den Profi-Modellen übernommen wurde und selbstredend komplett motorisiert ist, inklusive optischem LensShift und Lens-Memory Funktion für den bequemen Formatwechsel bei Nutzung von Cinemascope-Leinwänden.

Es soll die versprochene 8K-Auflösung angemessen scharf auf die Leinwand bannen. Über diese im Heimkino bisher ungesehene Pixelmenge  verfügt der NX9 allerdings nicht nativ, sondern erzeugt sie mittels der eShift-Technologie, die schon bei der X-Serie aus Full-HD ein 4K-Bild gemacht hat. Nativ auf dem von JVC eigens entwickelten D-ILA-Panel befindet sich vielmehr die aus dem Kino bekannte 4K-Auflösung von 4.096 x 2.160 Bildpunkten. Auch auf der Eingangsseite ist es nicht möglich, ein 8K-Signal einzuspielen, der HDMI-Chipsatz akzeptiert ausschließlich 4K-Quellen und skaliert auf Wunsch die Auflösung per eShift auf 2x4K hoch.

Die Anschlussseite fällt überraschend übersichtlich aus: Neben diversen Steuereingängen bietet der NX9 für die Bildzuspielung zwei HDMI-Buchsen. Im digitalen Zeitalter braucht es aber auch nicht mehr.

Auch fernab der Auflösung bietet der DLA-NX9 Technologie vom Allerfeinsten: Volle HDR-Kompatibilität (ausgenommen das für Projektoren noch immer nicht spezifizierte Dolby-Vision-Format) mit adaptiver Signalanpassung, zuschaltbarer DCI-Farb-raum per Farbfilter und eine 4K-taugliche 120Hz-Zwischenbildberechnung sollen für eine optimale Großbildumsetzung von UHD-Premium-Material von der 4K-Blu-ray sorgen.

Licht und Farbe

Die technischen Daten in Sachen Helligkeit und Kontrast versprechen eine Leistung der Superlative: 2.200 Lumen soll der NX9 bei einem nativen Kontrast von bis zu 100.000:1 liefern, der bei Aktivierung der dynamischen Iris auf bis zu 1.000.000:1 gesteigert werden soll. Auch wenn erfahrene Kenner wissen, dass die technischen Daten der Hersteller selten unter praxistauglichen Bedingungen zustande kommen, so hat JVC doch seit Jahren die Pole-Position, wenn es um Helligkeit und Kontrast geht. In unserem Teststudio zeigte sich der NX9 dann auch entsprechend stark: Bei nativer Farbtemperatur übertrifft er die Werksangabe mit 2.400 Lumen sogar, weist aber einen Blaumangel auf, der eine akkurate Farbreproduktion unmöglich macht. Auf SDR-Videonorm kalibriert verbleiben rund 1.650 Lumen, was einen sehr guten Wert darstellt, die Referenz aber verfehlt. Einzigartig ist die Tatsache, dass der NX9 in der Lage ist, diese Lichtleistung mit einem nativen On/Off-Kontrast von rund 24.000:1 zu kombinieren, was ihn im 4K-Segment zur Schwarzwert-Referenz macht. Je nach Zoom, oder durch Einsatz der Iris-Blenden kann dieser Kontrast auf über 80,000:1 gesteigert werden, der damit verbundene Lichtverlust von über 70 Prozent ist aber zu hoch, um dieses Ergebnis als praxistauglich einzustufen. Realistisch bewegt sich der native Dynamikumfang des NX9 zwischen 24.000:1 und 30.000:1, das sind immer noch Werte, die kein Projektor eines anderen Herstellers derzeit erreicht.

Das aufwändige Vollglasobjektiv besteht aus 18 Linsen in 16 Gruppen, hat einen Durchmesser von 10 Zentimetern und einen Lens-Shift von 100 Prozent vertikal und 43 Prozent horizontal.

Dennoch dürften Fans der Marke etwas enttäuscht sein, zeigten die vorangegangenen Modelle der X7-/X9-Serie doch einen noch höheren Nativ-Kontrast. Anscheinend mussten die Techniker zugunsten der höheren Auflösung in diesem Punkt Kompromisse eingehen. In Anbetracht des hervorragenden Schwarzwertes und der guten Durchzeichnung in dunklen Filmszenen ist dies aber Jammern auf ganz hohem Niveau. Fakt ist: Der NX9 sichert sich in dieser Domäne Referenz-Status. Durch Zuschalten der dynamischen Blende kann der Dynamikumfang tatsächlich messtechnisch auf über 100.000:1 gesteigert werden, doch leider zeigte sie in unseren Tests Nebeneffekte wie gelegentliches Helligkeitspumpen und Verändern der Farbtemperatur. Aus diesem Grunde empfiehlt es sich, sie deaktiviert zu lassen. Ebenfalls zur „JVC-Tradition“ gehört der suboptimale ANSI-Kontrast, der die Trennung von hellen und dunklen Elementen in überwiegend hellen Filmszenen umschreibt: Er ist bei der neuen N-Serie auf rund 220:1 gefallen, was bei Sehtests deutlich wird: In sehr hellen Szenen gelingt ihm keine so hohe Bildplastizität, wie einem Epson TW9400, einem Sony VW270 oder einem Optoma UHD65, denn dunkle Partien werden durch Streulicht leicht aufgehellt. Grundsätzlich gilt: Je dunkler eine Filmszene, desto besser kann der NX9 seine Stärken ausspielen.

Absolut hervorragend ist die Werkskalibrierung auf die SDR/BT709-Norm, wie sie für Full-HD-Quellen benötigt wird. Sowohl die Grundfarben als auch die Farbtemperatur liegen so nah an ihren Zielwerten, dass der Käufer getrost auf eine nachträgliche Kalibrierung verzichten kann. Dementsprechend perfekt erschien auch die Farbgebung bei den von uns gesichteten Filmen und Serien. Dem NX9 gelang es, durch seine Farbneutralität alle Nuancen so abzubilden, wie sie von den Machern beabsichtigt wurden. Wechselt man auf 4K/HDR-Material, so sorgt ein spezieller DCI-Filter, der sich automatisch in den Lichtweg schiebt, für den originalen Kinofarbraum. Durch die Farbfilterung gehen aber erneut rund 20 Prozent der Lichtreserven verloren, so dass die maximal farbkalibrierte Lichtausbeute bei rund 1.320 Lumen im hohen Lampenmodus liegt. Für HDR-Highlights bei größeren Bilddiagonalen können sich die Reserven erschöpfen, vor allem in Anbetracht der obligatorischen Lampenalterung und des damit einhergehenden Lichtverlusts. Was „obenrum“ fehlt, sorgt „untenrum“ für eine zusätzliche Verbesserung, denn der Schwarzwert wird durch den Filter um 20 Prozent verdunkelt, was düsteren HDR-Szenen zugute kommt.

Da Projektoren in Sachen Lichtleistung und Kontrast nicht mit Fernsehern konkurrieren können, müssen sie in der Belichtung so angepasst werden, dass die Kompromisse bei HDR-Inhalten nicht zu groß werden. Die allgemeine Bildhelligkeit darf nicht zu niedrig ausfallen, gleichzeitig sollen Highlights und Schattenzeichnung möglichst präzise sein. Um diese Anpassung zu erleichtern, sind auf 4K-Blu-rays Metadaten zur maximalen und durchschnittlichen Bildhelligkeit des Filmes hinterlegt, die per HDMI übertragen werden.

In der Theorie klingt die automatische HDR-Anpassung des JVC vielversprechend, in der Praxis erweist sie sich als wenig zuverlässig. Das liegt allerdings auch daran, dass die auf den 4K-Blu-ray-Scheiben hinterlegten Metadaten nicht korrekt oder unvollständig sind.

JVC hat dem NX9 eine HDR-Automatik spendiert, die diese Metadaten ausliest und das HDR-Gamma entsprechend konfiguriert. In unserem Test überzeugte diese Automatik leider nicht: Entweder konnte der Projektor keine Metadaten finden, oder er wählte eine zu dunkle Anpassung. Eine Nachkorrektur mittels des gebotenen HDR-Schiebereglers macht das Bild zwar heller, aber ausgewaschen. Daher muss man selbst ein optimales HDR-Setting finden.

Ebenfalls unübersehbar ist die farbliche Verbesserung, denn dank des Filters erreichte unser Testexemplar eine 99-prozentige Abdeckung des DCI-P3-Kinofarb-raumes und ist somit in der Lage, eine perfekte Farb-reproduktion des Originals abzubilden. Hier ist die farbliche Präzision des Werksmodus erneut hervorzuheben, die Zusatzkosten einer Kalibrierung obsolet macht.

Schärfe und Bildverarbeitung

Diese Ergebnisse sind zwar top,  allerdings schneidet die hauseigene X-Serie seit Jahren ähnlich gut ab. Als neuer Meilenstein bleibt also die Schärfe im wahrsten Sinne des Wortes im Fokus unserer Untersuchung, denn hier musste sich die Vorgänger-Generation gegenüber den nativen 4K-Boliden der Sony-Konkurrenz stets geschlagen geben. Als Vorarbeiten für unseren Schärfetest nahmen wir eine optische Schärfekorrektur auf unserer 3,2 Meter breiten Testleinwand vor und glichen die Konvergenz in allen Bereichen ab (Werkstoleranz unseres Testgerätes: 0,5 bis 1 Pixel Versatz). Beides geht dank des guten Systems und des vollmotorisierten Objektives gut von der Hand. Beim anschließenden Sichttest wird deutlich, dass die Ingenieure nicht zu viel versprochen haben: Auch kleine, pixelgenaue Desktop-Schriften werden vom Objektiv so klar abgebildet, dass sie aus normalen Sichtabständen absolut scharf und klar abgegrenzt erscheinen. Zusammen mit der leistungsfähigen Sig-nalelektronik gelingt es damit dem NX9, die hochauflösenden  4K-Quellen ungeachtet der projizierten Bildgröße komplett auszureizen. Selten haben wir unsere Testfotos so präzise bewundern dürfen.

Die Methode ist seit geraumer Zeit gängig: Durch ein optisch vibrierendes Glas (eShift), wird die native Auflösung des Beamers diagonal versetzt und somit verdoppelt. Dadurch mutieren vielen Full-HD-Beamer zu 4k-tauglichen Geräten, auch wenn das Ergebnis nicht gleichwertig zur nativen Variante ist.

Die Makroaufnahmen zeigen, dass der Schärfegewinn durch das 8K-eShift (rechts) praktisch nicht sichtbar ist.

Dieselbe eShift-Technologie setzt JVC nun ein, um dem NX9-Modell das „8K“-Label verleihen zu können, eine neue Schärfedimension wird suggeriert. Doch die Überlagerungen der einzelnen Bildpunkte sind zu groß, um einen wirklichen Vorteil bieten zu können, die neu gewonnenen Pixel verschmelzen mit den nativen 4K-Pixeln. Selbst bei genauestem Hinsehen kann man keinen signifikanten Schärfegewinn ausmachen. Was vermutlich auch daran liegt, dass native 8K-Sinale gar nicht zugespielt werden können.

Das eShift-Prinzip ist gleich geblieben, der Mehrwert aber geringer als bei der Wandlung von Full-HD nach 4K.

Doch die absolute Schärfe bei statischen Bildern ist nur die halbe Miete, denn Spielfilme leben von Bewegungen, ein High-End-Projektor muss daher auch eine hohe Bewegungsschärfe liefern. Hier hatten viele Vorgänger der X-Serie, aber auch der DLA-Z1, ihre größten Schwächen, zu fehlerhaft ihre Zwischenbildberechnungen, zu langsam die Reaktionszeit der Panels. Die Ingenieure haben diese Schwachstellen offensichtlich genau erkannt, denn der NX9 zeigt sich in beiden Disziplinen von seiner Schokoladenseite: Die Reaktionszeit der
D-ILA Panels ist schnell genug, um auch bei schnellen Bewegungen von 60Hz-Quellen nicht signifikant zu verschwimmen. Dadurch wird es möglich, die hohe Schärfe der Signalverarbeitung optisch umzusetzen. Letztere brilliert mit einer sehr guten Zwischenbildberechnung, bei JVC stets „Clear Motion Drive“ getauft. Sie erzeugt auch bei nativer 4K-Zuspielung kaum Artefakte und behält beim niedrigen Modus den Filmlook bei. Einziger Kritikpunkt: Dieser Modus mag für manchen Geschmack zu moderat sein, im hohen Modus dafür zu aggressiv, sprich zu flüssig („Seifenoper-Effekt“). Einen mittleren Modus gibt es nicht, aber vielleicht lässt sich dieses Manko per Firmware-Update beheben. Ebenfalls weiter vorhanden ist das Bildrauschen, das der volldigitalen Helligkeitssteuerung des Panels per Pulsweitenmodulation geschuldet ist. Je nach Film verstärkt dieses Eigenrauschen das Filmrauschen und sorgt so für einen etwas unruhigen Look.

Die 8K-Auflösung

In Anbetracht der hervorragenden 4K-Leistung wurde der 8K-Test umso spannender: Im Bildmenü des NX9 lässt sich das eShift und die damit einhergehende Pixelverdopplung aktivieren, so dass man schnell einen Eindruck von der Steigerung in der Detailschärfe gewinnen kann. Und dieser Eindruck verfestigte sich schnell zu dem Ergebnis, dass auch bei genauestem Hinsehen mit hochauflösenden Standbildern keine echte Verbesserung in der Detaildarstellung oder Schärfe zu verzeichnen ist. Auch wenn das 8K-eShift nominell die Pixel verdoppelt, durch die Überlappungen und mangels der Möglichkeit, 8K-Signale nativ einzuspeisen, bietet dieses Feature aus unserer Sicht keinen wirklichen Mehrwert.

Bildqualität in der Praxis 

Bereits an dieser Stelle wird deutlich, dass JVCs erste 4K-Generation in nahezu jeder Hinsicht gute bis hervorragende Ergebnisse abliefert, doch zu untersuchen bleibt die Leistung im Heimkino-Alltag, sprich: Wie leicht oder schwer ist es, dem NX9 ein bestmögliches Kinobild zu entlocken und wie schlägt es sich im Vergleich zum Vorgänger?

Bei Full-HD-Zuspielung mit SDR-Material bietet der NX9 aus dem Stand heraus ein Bild, das in puncto Plastizität und Farbtreue seinesgleichen sucht. Dank der hohen Lichtleistung ist das Bild strahlend und kann mit Hilfe der Blende und des Lampenmodus sehr gut in der Balance aus Helligkeit und Kontrast an den individuellen Geschmack und die Bildgröße angepasst werden. Durch das Objektiv und die hohe Bewegungsschärfe wird der Mehrwert gegenüber der X-Serie sofort deutlich. In Sachen Kontrast , Schwarzwert und Inbildkontrast muss sich der NX9 aber gegenüber seinen direkten Vorfahren knapp geschlagen geben.

Bei 4K-Blu-ray-Zuspielung mit Kinofarbraum und High Dynamic Range aktiviert der Projektor auch automatisch die entsprechenden Bildmodi, erreicht aber dennoch nicht „ab Werk“ seine hohen Leistungsgrenzen. Grund dafür ist der Automatik-Modus, der die Pegel an den jeweiligen Film anpassen soll. Was in der Theorie gut klingt, führt in der Praxis zu einem zu dunklen oder ausgewaschenen Bild. Hier muss man selbst Hand anzulegen und im umfangreichen Gamma-Menü eine eigene Anpassung vornehmen. Einmal korrekt eingestellt zeigt sich ein den Leistungsdaten entsprechend helles und kontrastreiches Bild, das sowohl in Durchzeichnung als auch Highlights ausgewogen erscheint und vor allem vom hervorragenden Schwarzwert profitiert. Zusammen mit dem originalen Kinofarbraum und der optimalen 4K-Ausnutzung gibt es wenig zu bemängeln. Jedoch geht der Betrieb des hohen Lampenmodus mit einer deutlich hörbaren Geräuschkulisse einher. Denn trotz seiner Größe gehört das Chassis der N-Serie nicht zu den leisesten seiner Zunft. 

Unsere herkömmliche SDR-Videonorm für HD- und SD-Inhalte (sRGB/BT709) zeigt Schwächen in den Grundfarben: Sie sind zu blass, um intensive Farben (vor allem Rot-, Grün- und Goldtöne) des Kino-Originals zu reproduzieren. Dieser Flaschenhals wurde mit HDR auf Normebene beseitigt, denn auf entsprechenden 4K-Blu-rays ist der originale Kinofarbraum hinterlegt. Um die Lichtleistung des Beamers für SDR nicht einzuschränken, ist der native Farbraum des NX9 weiterhin auf herkömmliches sRGB geeicht.

Durch einen speziellen Filter werden Gelbanteile entfernt und die Grundfarben Rot & Grün dadurch reiner. Der Kinofarbraum wird in der Folge nahezu abgedeckt.

Aktiviert man den DCI-Filter, wird dieser in den Lichtweg geschwenkt und entfernt störende Gelbanteile des Spektrums, Rot und Grün werden intensiver. Dieser Gewinn an Farbintensität durch Gelbfilterung wird allerdings mit einem Lichtverlust von 20 Prozent erkauft, die bei HDR-Highlights vermisst werden.

Von der vorbildlichen Bewegungsschärfe profitieren auch Videospiele, denn moderne Konsolen und PCs arbeiten mit einer Bildwiederholrate von 60 Hz und mehr. Im speziell hinterlegten „Low Latency Modus“ verzichtet die Signalelektronik auf alle zeitverzögernden Prozesse und drückt so den Input Lag des NX9 auf rund 40 ms. Auch mit vereinfachter Bearbeitung bleibt das Bild angenehm scharf und detailreich. Bei TV-Übertragungen wie Sport oder Spielshows sorgt die schnelle Panelgeschwindigkeit für eine hohe Schärfe bei schnellen Bewegungen und Kameraschwenks.      

          

Der Testbericht JVC DLA-NX9 (Gesamtwertung: 94, Preis/UVP: 18000 Euro) ist in audiovision Ausgabe 4-2019 erschienen.

Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

AV-Fazit

94 sehr gut

Mit seinem überragenden Schwarzwert, seinen perfekten Kinofarben und der hohen Bewegungsschärfe landet der JVC DLA-NX9 geradewegs in unserer Referenzklasse – und ist ein vollwertiger Konkurrent zur 4K-Konkurrenz von Sony. Den durch 8K suggerierten Auflösungsvorsprung bietet er hingegen nicht.
Ekki Schmitt

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