JBL Bar 3.1 (Test)

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Die Fernbedienung ist leicht und handlich, die großen Knöpfe sind übersichtlich gegliedert. Die Lautstärkeregelung wäre außerhalb des Steuer-Rings besser aufgehoben.

JBLs 500 Euro teure Soundbar fällt zierlicher aus als ihre Mitstreiter. Dafür ist der separate Subwoofer der größte im Testfeld. Findet die 3.1-Bar damit klanglich die goldene Mitte?

„Bar 3.1“ nennt JBL seine jüngste Soundbar-Kreation – und der Name ist Programm. So sitzen hinter dem Schutzgitter insgesamt 9 Chassis, die ein 3-Kanal-System samt Center-Lautsprecher bilden. Dies soll für eine besonders klare Stimmwiedergabe sorgen. Das „.1“ bezieht sich natür-lich auf den Basskanal und hierfür hat JBL dem relativ zierlichen Riegel einen stattlichen Subwoofer zur Seite gestellt – den größten in unserem Testfeld. Mit den abnehmbaren Lautsprechern an beiden Seiten – die man auch als Surround-Boxen nutzen kann – des größeren Modells „Bar 5.1“ kann die 3.1-Bar aber nicht dienen. Dafür kostet sie auch 250 Euro weniger.

4 x HDMI mit 4K

Die optische Erscheinung der Soundbar gefällt, mit ihren schlanken Abmessungen von 5,8 x 102 x 7,8 Zentimetern lässt sich der 2,3 Kilo leichte Riegel fast überall unauffällig unterbringen; egal ob vor bzw. unter dem Fernseher oder an die Wand montiert.

Der Korpus besteht zum Teil aus Kunststoff, durch die Metallschutzgitter leuchtet ein großes und gut ablesbares Display. Auf ein Onscreen-Menü muss man trotz HDMI-Buchsen aber verzichten. An der Oberseite sitzen vier Gummiknöpfe für Ein/Aus, Lautstärke und Quellenwahl, mehr lässt sich an der Bar selbst nicht einstellen. Mehr Optionen gewährt die leichte und handliche Fernbedienung mit vielen großen und übersichtlichen Direkt-Tasten. Die Positionierung der Lautstärke in einem Steuer-Ring gefiel uns aber weniger gut, da Fehleingaben vorprogrammiert sind und die Druckpunkte zudem etwas schwammig ausfallen. Da die JBL-Bar weder über WLAN noch eine Ethernet-Buchse verfügt, ist auch eine Steuerung via App nicht möglich.

Die Bar 3.1 bietet 3 HDMI-Eingänge sowie einen HDMI-Ausgang (nicht im Bild). Dolby ist an Bord, DTS nicht.

Am Boden der Bar sorgen drei Gummi-Pads  für einen rutschfesten Stand und minimieren Vibratio-nen. Auf der Rückseite versammeln sich in 2 großen Aussparungen alle Anschlüsse: Stolze 3 HDMI-Eingänge und ein HDMI-Ausgang gesellen sich zu einer Toslink-Buchse, Mini-Klinke und einem USB-Port zur Fütterung des Media-Players. Im Inneren der Bar schuften 9 Chassis, die ein 3-Kanal-System bilden, wobei je 2 ovale „Racetrack“-Treiber mit einem Hochtöner zu Dreier-Einheiten kombiniert wurden. Sie sitzen mittig sowie seitlich und werden von insgesamt 150 Watt befeuert.

In Ausbuchtungen auf der Rückseite hat JBL alle Anschlüsse versteckt: Mit dabei Toslink, USB und Klinke.

Neben PCM unterstützt die JBL auch Dolby Digital, DTS-Decoder sind aber nicht verbaut. Entsprechende Tonquellen muss der Zuspieler daher zuerst wandeln. Klangprogramme spendierte JBL gleich 7 Stück, inklusive eines Night-Modus fürs Leisehören und einer virtuellen Surround-Klangschaltung, bei der ihr Name mit Abstrichen sogar Programm ist. Die Lip-Sync-Funktion verzögert Ton um bis zu 250 Millisekunden. Bis auf den Bass-Pegel darf man leider keine Tonjustagen durchführen.

Video & Multimedia

Das HDMI-Board der Bar unterstützt die 4K/60p-Auflösung samt HDR10-Metadaten und den Kopierschutz HDCP 2.2. Der HDMI-Ausgang verfügt zudem über ARC und CEC, womit man auch Ton vom Fernseher zur Bar führen kann beziehungsweise sich die Bar mit der TV-Fernbedienung rudimentär steuern lässt. An Streaming-Optionen verfügt die JBL nur über Bluetooth, es fehlen WLAN, Ethernet, AirPlay oder etwa NFC. Der Media-Player kann somit ausschließlich über die rückseitig sitzende, nur schwer zugängliche USB-Buchse gefüttert werden. Im Test spielte er die Dateiformate MP3 und WAV ab.

Die 4 Tasten auf der Oberseite ermöglichen eine rudimentäre Steuerung auch ohne Fernbedienung.

Ein nettes Feature ist die „Soundshift“-Funk-tion: Ist sie aktiv, wechselt die JBL-Bar automatisch zum Bluetooth-Eingang, sobald ein gekoppeltes Gerät (Handy, Tablet) Musik abspielt. Stoppt man die Bluetooth-Wiedergabe, springt der JBL-Riegel von selbst zurück zum vorherigen Eingang.

Tonqualität

Mit insgesamt 450 Watt beschallt die JBL-Kombi auch mittelgroße Wohnzimmer lautstark, allerdings klingen die Kontrahenten bei XXL-Pegeln tonal etwas ausgewogener. In Sachen Bass zieht der mächtige Subwoofer den Mitstreitern aber davon – so tief, kräftig und voluminös spielte sonst keiner im Testfeld. Selbst die grollenden Tiefbässe in Dolbys „Amaze“-Trailer brachte der Krawallmacher überzeugend zu Gehör – da vibrierten sogar unsere Deckenplatten mit.     

Zur „Bar 3.1“ gehört auch ein mächtiger Subwoofer, der den Soundriegel tatkräftig im Tiefton unterstützt. Konstruiert ist der 12,1 Kilo schwere Krawallwürfel nach dem Down-Fire-Prinzip: Hierfür verbauten die Ingenieure einen 10 Zoll (25 Zentimeter) großen, mit robuster Gummisicke stramm aufgehängten Treiber auf der Gehäuse-Unterseite, der seine Bass-Energie in Richtung Boden drückt. 4 große Gummipuffer sorgen für den nötigen Abstand des 44 x 30,5 x 30,5 Zentimeter großen Gehäuses zum Boden. Eine 300 Watt starke Endstufe treibt das Chassis an. An der Rückseite verbaute JBL ein großes Bassreflex-Rohr, um die Schallausbeute weiter zu erhöhen – mit Erfolg: So tief und druckvoll spielte sonst keiner unserer Test-Kandidaten.

Der Subwoofer gehört zum Lieferumfang, er kommuniziert via Funk mit der Soundbar.

Der Woofer kommuniziert drahtlos via Funk mit der Bar, der Pairing-Knopf sitzt auf der Rückseite und signalisiert per Leuchte, ob die Verbindung steht. Weitere Anschluss-Optionen fehlen, so dass der Bass-Quader nur mit der JBL-Bar genutzt werden kann. Die Anthrazit-farbene Kunstoff-Oberfäche ist sauber verarbeitet, das schnörkellose Design mit runden Ecken wirkt elegant und ist voll Wohnzimmer-tauglich.

Das 10-Zoll-Chassis sitzt unten, auf der Rückseite wurde ein Bassreflex-Rohr verbaut.

Die vergleichsweise kompakten Abmessungen der Bar begrenzen das Volumen, weshalb die Mitten eher dünn und nicht immer sonderlich körperhaft schallten. Das daraus resultierende Klangloch zwischen Subwoofer und Bar fällt je nach Material mal mehr, mal weniger auf. Im Hochton-Bereich spielte die Bar sehr spritzig und hochauflösend. Dies kommt auch der Sprachverständlichkeit zu gute, die frontal ausgezeichnet, seitlich nur geringfügig schlechter ausfiel. Allerdings verfärbte der Klang mit zunehmenden Abhörwinkeln. Der deutlich heller klingende „Voice-Modus“ ist im Grunde überflüssig.

Bereits ohne aktive Klangprogramme spielte die JBL-Bar etwas größer, als ihre Ausmaße vermuten lassen, sie konzentrierte das Tongeschehen aber auf die Front. Mit Aktivierung des „Surround“-Programms öffnete sich der Klang hörbar, es tönte größer, breiter und sogar von seitlich des Hörplatzes konnten wir mit Dolby-Trailern Geräusche wahrnehmen – wenn auch nur verschwommen. Allerdings litt die Sprachverständlichkeit unter dem virtuellen Raumklang und tonale Verfärbungen nahmen zu. Der „Night Modus“ machte sich bei unseren Hörbeispielen („Jason Bourne“, „Deepwater Horizon“) kaum durch eine Dynamik-Reduktion bemerkbar.

Im Stereo-Betrieb kam die Soundbar mit Pop oder Rock relativ gut zurecht, besonders bei basslastiger, elektronischer Musik machte sich der kräftige und tief reichende Subwoofer ausgezeichnet. Er spielte aber nicht hoch genug hinauf, um den dünnen Oberbass beziehungsweise die verfärbten Mitten der Bar zu kaschieren. Das „Movie“-Programm gefiel uns in diesem Zusammenhang etwas besser als die dezent dünner klingende „Music“-Klangschaltung. Doch auch dies reichte nicht aus, um etwa anspruchsvolle Klassik-Aufnahmen authentisch und tonal überzeugend in den Raum zu stellen. Hier steht die JBL-Bar allerdings nicht alleine dar.

Der Testbericht JBL Bar 3.1 (Gesamtwertung: 70, Preis/UVP: 500 Euro) ist in audiovision Ausgabe 2-2018 erschienen.

Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

AV-Fazit

70 gut

JBLs Bar 3.1 spielt dank mächtigem Subwoofer sehr druckvoll und tief, könnte aber homogener klingen.
Die Ausstattung glänzt mit 4 UHD-tauglichen HDMI-Anschlüssen, die Streaming-Optionen sind dagegen ausbaufähig.

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