DVD-Test: There will be Blood

vom 10.06.08 | 16:34

There will be Blood CoverOscar-Trophäen für Hauptdarsteller Daniel Day-Lewis und die Kameraarbeit von Robert Elswit bei acht Nominierungen (u.a. für besten Film und beste Regie) sprechen eine deutliche Sprache. "There will be Blood", die Lebens­chronik eines von skrupellosem Gewinnstreben getriebenen Ölmagnaten ist ein toll ausschauendes und toll gespieltes Drama über menschliche Abgründe.

Allerdings dürfte Paul Thomas Andersons kammerspielartige Inszenierung, die auf Upton Sinclairs Anti-Kapitalismus-Roman „Oil!“ von 1927 basiert, so manchen Zuschauer vor eine harte Geduldsprobe stellen. So wird in den ersten 15 Minuten nicht ein Wort gewechselt – und auch während der verbleibenden 135 Minuten dominieren ebenso ruhige wie lange Kameraeinstellungen das Geschehen.

Kalifornien zu Beginn des 20. Jahrhunderts: Durch gewiefte Geschäfte hat es Daniel Plainview (Daniel Day-Lewis) im einsetzenden Erdölboom zu etwas Reichtum gebracht. Doch mit dem Erwerb eines riesigen Ölfelds in der Nähe eines Provinznests beginnen die Probleme. Und die tragischen Unfälle bei den Bohrungen sowie die Schikanen des ortsansässigen Predigers veranlassen Plainview zu immer skrupelloseren Maßnahmen.

So toll der Film, so schwach die Boni: Auf der Disc findet sich nur ein 15-minütiger Zusammenschnitt mit Zeitungsauschnitten, Fotos und Archivaufnahmen aus der Zeit des Erdölbooms, die dem Regisseur als Inspiration dienten. Ein Grund mehr zur zeitgleich erscheinenden Blu-ray-Disc zu greifen. Denn die enthält zusätzlich einen 26-minütigen Stummfilm aus dem Jahr 1923 über die Geschichte des Öls sowie zwei entfallene und eine verpatzte Szene. Den Test der hochauflösenden Scheibe gibt es im nächsten Printheft (Ausgabe 9-2008). (ce)

                      

Auswahlmenü
Als einziges Extras gibt es einen "15 Minuten Inspiration" genannten Zusammenschnitt, ...
 
Bild aus Bonusmaterial
...der jede Menge alter Fotos, Zeitungsauschnitte und Archivaufnahmen aus der Zeit des Erdöl-Booms enthält.

Bildqualität:
Der defektfreie Cinemascope-Transfer bringt die kargen Wüstenlandschaften von Kalifornien (gedreht wurde übrigens in Texas) mit toller Detail- und Kantenschärfe auf den Schirm. Egal ob verdorrtes Präriegras (25:07) oder felsige Hügelketten (93:27) – das Bild ist stets detailreich und plas­tisch. Harte Kontraste und entsättigte Farben visualisieren das heiße Klima und die rauhen Lebensbedingungen.

Tonqualität:
Obwohl es einige Gelegenheiten gäbe, die Handlung mit Surround­effekten zu untermalen (raschelndes Laub oder vorbeifahrende Züge) bleibt der 5.1-Mix frontlastig. Immerhin greift der Sub bei brodelnden Ölquellen (18:33) oder diversen Explosionen (u.a. 4:08, 58:21) in die Tiefbasskiste. Der atonale Avantgarde-Score von 'Radiohead'-Gitarrist Jonny Greenwood verteilt sich nur gelegentlich über alle Boxen. 

Extras
:
"15 Minuten Inspiration" (15:36).

Fazit:
Intensive Mischung aus Psychogramm und Lebenschronik eines skrupel­losen Ölmagnaten, die mit kammerspielartiger Inszenierung dem Zuschauer einiges an Konzentration abverlangt. Letztendlich macht die Oscar-prämierte Leistung von Hauptdarsteller Daniel Day-Lewis das zweieinhalbstündige Drama zum cineastischen Großereignis.  

Die Wertung   
Film
6 von 6 Punkten
Bildqualität
5 von 6 Punkten
Tonqualität
3 von 6 Punkten
Bonusmaterial
1 von 6 Punkten
   
Die technischen Daten
 
Anbieter
Disney
Originaltitel
There will be Blood
Laufzeit
152 Minuten
FSK
ab 12 Jahren
Bildformat 2,35:1
Ton Deutsch
Dolby Digital 5.1
Ton Englisch
Dolby Digital 5.1
Erhältlich ab 7. August

 

 

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Joystick798
Kommentar #1 vom 29.03.2014, 08:47
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