Gigabit-Gipfel auf der Anga Com

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Der Breitband-Ausbau, besser bekannt als „schnelles Internet“, war  das Thema der Anga Com 2018. Aber auch zu UHD im TV gab es Neuigkeiten.     

Vom 12. bis 14. Juni trafen sich Vertreter der TV- und Medienbranche auf der Anga Com in Köln. Mit 21.700 Teilnehmern (ein Zuwachs von 12 Prozent) und über 500 Ausstellern erlebte die Fernsehfachmesse dabei ein Rekordjahr.

Besonderen Andrang gab es beim „Breitband- und Mediagipfel“, auf dem Vertreter von Unitymedia, Vodafone, Telekom, Sky, RTL und der Pro7-Sat1-Mediagroup über die Zukunft des deutschen Kabelnetzes diskutierten. Konkret ging es um den Gigabit-Ausbau (1.000 Mbit/s). Obwohl sich alle Beteiligten einig waren, dass der geplante Anschluss aller deutschen Haushalte an das High-Speed-Netz bis 2025 abgeschlossen sein soll, gab es kontroverse Diskussionen über das Wie. Während die Kabelnetz-Betreiber ihre bestehenden Kupferkabel technisch optimieren wollen, sieht die Telekom keine Alternative zu einem  Glasfasernetz, da die Bandbreite der Kupferkabel nicht ausreiche und zu Stoßzeiten oft überlastet sei. „Die Kabelnetze sind das größte Hindernis zum Glasfaserausbau in Deutschland.“ Diese Kritik dürfte auch Ausdruck der Unzufriedenheit der Telekom über den von der Kartellbehörde genehmigten Zusammenschluss von Unitymedia und Vodafone sein (audiovision berichtete).

Ungeachtet dessen präsentierte Unitymedia seine neue Horizon-Set-Top-Box, die mit 8 Tunern sowie einer 1-TB-Festplatte aufwartet und sich auf 4K-Inhalte versteht. Davon gibt es aber weiterhin nicht viele. Zwar bestätigte das ZDF den Plan, bis 2022 auf einen UHD-Regelbetrieb umstellen zu wollen, und startete auf der Anga Com einen 4K-Demosender über Eutelsat, dort liefen allerdings nur „Der Bergdoktor“ und „Die Bergretter“ in Dauerschleife. Auch von RTL, die mit „Sankt Maik“ eine UHD-Serie im Programm haben, gab es keine neuen ultrahochauflösenden Inhalte. Von einem 24-Stunden-Programm sind die Zuschauer hier noch weit entfernt – sofern man Spartenkanäle wie den Shoppingsender QVC nicht mitzählt.

Angesichts des stetig wachsenden 4K-Streaming-Angebots von Amazon, Netflix & Co. überrascht die Zurückhaltung der TV-Sender. Doch es müssen nicht immer US-Konzerne sein, so sprang der deutsche Streaming-Anbieter Zattoo auf den UHD-Zug auf und zeigte erstmals Inhalte mit einer Auflösung von 3.840 x 2.160 Pixeln über den Apple TV 4K.    

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