Erst mal zur Klarstellung: Das Delay bei analogen Surround-Normen dient dazu, bei eventuellem Übersprechen von den vorderen in die hinteren Lautsprecher die negativen Effekte zu beseitigen. Es kommt zum Beispiel vor, dass durch Raumreflexionen eine Stimme sowohl vorne als auch hinten wiedergegeben wird, weil die Reflexionen für den Decoder nicht von Phasendrehung zu unterscheiden sind. Dann würde die Stimme unter Umständen aus den hinteren Lautsprechern zu hören sein. Da das Gehör eine Schallquelle dort lokalisiert, woher der Schall zuerst kam, kann man dieses Übersprechen soweit unschädlich machen, indem man ein Delay für die hinteren Lautsprecher festlegt. Dann würde man eine solche Stimme auf jeden Fall zuerst von vorne hören, und damit auch vorne orten. Das ist speziell im Heimkino, wo der Abstand nach hinten oft etwas knapp ist, sinnvoll.
Aber dass man generell 30 ms nehmen sollte, stimmt nicht. Aber es schadet nicht oder jedenfalls nicht gravierend.
Bei digitalen Normen braucht man diese Schaltung nicht, weil es hier kein Übersprechen dieser Art gibt. Wenn ein AV-Receiver eine Einmessautomatik hat, wird das für die analogen Normen ebenfalls korrekt eingestellt, weil dann das Delay für hinten immer größer gewählt wird als für vorne. Prologic hat serienmäßig ein Delay für knapp über 15 ms, wenn die hinteren Boxen zu nahe am Hörplatz stehen, wird die Automatik ein höheres Delay wählen.
Von Hand kann man das einstellen, indem man die Schallgeschwindigkeit umrechnet. Aber zehn Meter, wie sie 30 ms entsprechen, braucht man in keinem Fall. Denn erstens verwenden die analogen Decoder ohnehin schon mindestens 15 ms, also fünf Meter, Verzögerung. Man muss allenfalls noch das drauflegen, was die Surrounds näher am Hörplatz sind als die Frontboxen. Stehen sie zum Beispiel einen Meter weg, während es nach vorne drei Meter sind, muss man diese zwei Meter dazu geben, das entspricht 6 ms. Soweit alles klar?
Eine interessante Frage, das als Anmerkung. Nur: Wo ist das Problem?