Grad erst gesehen, dass das Thema hier diskutiert wird, klinke mich mal ein.
Der DSPeaker Antimode 8033 war mir in der AV ebenfalls aufgefallen, allerdings war ich demgegenüber eher skeptisch eingestellt, da ich mit meinem Audyssey einfach top zufrieden bin und mir somit dachte "viele Köche verderben den Brei".
Die Themen THX und Audyssey (die übrigens vom gleichen "Erfinder", Tomlinson Holman, stammen) sind bei mir seit je her ein Steckenpferd und ich haben sehr viele Erfahrungen damit gesammelt.
Eine davon ist, dass es i.d.R. zu eher mäßigen Ergebnissen führt, die 8 Messungen von Audyssey MultEQ XT wirklich an 8 physikalisch vorhandenen Sitzplätzen im Wohn-/Heimkinoraum durchzuführen.
Ich habe die besten Erfahrungen damit gemacht, diese an 7 Punkten am und neben dem SweetSpot zu machen:
Position 1: Sweetspot
Position 2: 80 cm links vom Sweetspot
Position 3: 80 cm rechts vom Sweetspot
Position 4: 40cm links vom Sweetspot
Position 5: 40cm rechts vom Sweetspot
Position 6: 20 cm links vom Sweetspot
Position 7: 20 cm rechts vom Sweetspot
Position 8: Sweetspot
Der Sweetspot ist bei mir der mittlere Sofaplatz in der Raummitte, auf dem ich dann das Messmikrofon auf einem (per wasserwaagen in beiden achsen waagerecht stehenden) Stativ platziere und dieses dann Position für Position nach rechts und links versetze.
Die daraus resultierenden Messwerte waren bisher immer wirklich TOP (nicht nur bei mir, sondern auch bei anderen Leuten, wo ich Setups so eingemessen habe) und vor allem weitestgehend reproduzierbar - Messe ich wirklich in jedem Sessel, der im Wohnzimmer steht, so hatte ich nachher bei 3 unabhängigen Messvorgängen 3 klanglich unterschiedliche Ergebnisse, was es nicht sein kann.
Mein Raum ist darüberhinaus mit Teppich ausgekleidet und mit weiteren schalloptimierenden Maßnahmen versehen.
Dabei meine ich nicht mal (IMO völlig überteuerte) gekaufte Absorber, sondern Do-It-Yourself-Lösungen, wie Noppenschaumstoff an der Decke, der mit einem großen Stofflaken überzogen ist, Schwere Vorhänge in den Ecken, hiner denen oben jeweils ein fluffiges Ikea-Kissen untergebracht ist, usw.
Die Nachhallzeigt in dem Raum ist nun sehr gering (habe kein Messgerät für sowas, aber der "Klatschtest" lässt dies erahnen).
Wofür ich hingegen ein Messgerät habe, ist für den Schallpegel - diesen gleiche ich bei allen Kanälen im Nachhinein dann nämlich nochmal immer händisch per Testton an. Ebenso stelle ich die Übernahmefrequenz manuell ein (bei meinem THX One sind das bei den vorderen Boxen 80 Hz, bei den hinteren (vom System Two) ebenfalls 80hz und bei den seitlichen 100 Hz.
Die Audyssey-Leuchte an meinem Amp ändert sich, sobald man die automatisch ermittelten Werte händisch ändert, von grün auf rot, was auch korrekt ist. Ist Audyssey aus, so ist auch die Leuchte aus.
Nun kommt die wichtige Frage:
Welchen Audyssey Modus wählte man nun?
- Audyssey
- Flat
- Front
- Off
Audyssey ist für "Normale" Verstärker ohne THX gedacht.
Es bezieht die durch die Messungen ermittelten Korrekturkurven sämtlicher Kanäle ein und fügt zudem den Kanälen eine Art "Re-Equalization" hinzu - eine Höhenabsenkung, um den (defaultmäßig fürs Kino, wo die Höhen sich aufgrund der starken Bedämpfung durch Teppich, Stoff und Menschen, immer zu höhenbetont abgemischten) Soundtrack von DVDs und BDs für zu Hause anzugleichen.
Flat ist ideal für Geräte mit THX, wenn man im THX Cinema/Ultra2/Surround EX Modus Filme genießt:
Diese Modi fügen nämlich ebenfalls Re-Equalization und Timbre Matching bei den entsprechenden Kanälen durch.
Zusammen mit dem Modus "Audyssey" wäre dies nun doppelt gemoppelt und das Ergebnis damit verfälscht.
Flat ist somit identisch mit "Audyssey", verzichtet aber seinerseits auf Re-Equalization, weswegen es perfekt für Modi wie THX oder auch für 5.1 Musikaufnahmen ist.
"Front" gleicht den Klangcharakter der hinteren Boxen dem der Frontboxen an - meiner Erfahrung nach führt dies gerade bei Musikaufnahmen, die man z.B. im ProLogicIIx Music Mode wiedergibt, zu sehr schönen Ergebnissen.
Naja, und "Off" ist halt aus.
Mein Denon AVC-A11XVA bietet zum Glück die Möglichkeit, jedem angewähltem Surroundmodus einen entsprechenden Audyssey-Modus zuzuweisen - und dieses wird auch abgespeichert.
Die Ergebnisse bei mir sind, wie gesagt, wirklich herausragend und ich möchte das System nicht mehr missen - habe allerdings auch einen nicht ganz so schlechten Raum dazu.
Dass Audyssey gerade im Bassbereich "nicht viel macht" stimmt so auch nicht, siehe
http://www.audyssey.com/audio-technology/multeq.
Kommen wir aber nun zur Ausgangsfrage zurück: Was bringt der DSPeaker Antimode 8033 nun in Verbindung damit?
Ich gebe zu, interessieren würde mich das ebenfalls, ich kann mich allerdings der Skepsis nicht erwehren, hiermit unter'm Strich etwas zu verschlimmbessern.
Die Frage, die für mich interessant wäre:
Was arbeitet besser, Audyssey oder der DSPeaker?
Ein "Traum" von mir wäre ja immer nochmal, mir einen Buttkicker zuzulegen - dies ist allerdings mit Audyssey sinnlos, da das Subwoofersignal, das bei aktivierem Audyssey ausgegeben wird, nicht mehr linear ist und damit der Effekt des Buttkickers verfälscht wäre.
Eine Option wäre halt nun, das Subwoofersignal unbearbeitet zu lassen (wenn das überhaupt geht, müsste ich mal schauen, ob mein Denon das zulässt), nach der Ausgabe zu splitten (einmal in den DSPeaker, einmal in den dann vorhandenen Buttkicker-Verstärker) und somit die Signalkorrektur für die Subwoofer vom DSPeaker erledigen lassen und dem Buttkicker, so wie es sein soll, ein unbearbeitetes Signal zur Verfügung zu stellen.
Scheue mich allerdings noch, den finanziellen Aufwand auf mich zu nehmen, und dann am Ende zu merken, dass das Ergebnis eher bescheiden ist.
Schaunwa mal...
Gruß
Cyberguy