Hallo,
ich will jetzt mal eine persönliche Sicht zum Besten geben, die - wie Ihr seht - nicht die Mehrheitsmeinung in der Redaktion ist. Vor mehr als zehn Jahren haben wir diese Diskussion geführt und ich war der Meinung, dass eine Punktewertung Unsinn ist. Die meisten Kollegen waren aber der Ansicht, dass das von den Lesern gewünscht wird und der Orientierung dient. Eigentlich war und bin ich der Meinung, dass ein erfahrener Leser sich keine Gedanken um die Punkte machen wird, aber ich sehe, dass ich mich hier getäuscht habe.
Das Dilemma bleibt aber, dass es unmöglich ist, eine Punktewertung über längere Zeit gleich zu lassen. Einmal, weil sich die Geräte weiterentwickeln, und zum anderen, weil die Testbedingungen sich wandelnden Ansprüchen anpassen müssen. Die Testkriterien einzufrieren, ist sicher keine Lösung. Die Punktewertung ständig nach oben zu erweitern, so dass das Maximum nicht mehr 100, sondern immer wachsend ist, führt auch zu Verwirrung. Also bleibt nur die regelmäßige Abwertung. Theoretisch müssten wir alle alten Geräte jeweils nach den neuen Kriterien nochmal testen, aber ich denke, dass uns niemand diesen Aufwand bezahlen würde.
Insofern kann ich Lesern mit einer gewissen Erfahrung immer nur raten, die Punktewertung nicht zu beachten. Und sich auch keine Gedanken darüber zu machen, was andere denken könnten. Natürlich sind - im Prinzip - nur die Qualität von Bild und Ton die entscheidenden Kriterien. Aber um überhaupt in deren Genuss zu kommen, gibt es gewisse Voraussetzungen, von den Anschlüssen bis hin zur korrekten Bedienung. Daher geht das mit ein in die Wertung. Eine bessere Lösung als das Lesen der Tests und das genaue Studium unserer Bewertung (zum Beispiel wie viele Punkte von der Maximalzahl beim Klang vergeben werden) ist mir nicht bekannt.
Vorschläge sind natürlich willkommen. Ich werde auch die Kollegen bitten, mal ihre Sicht dieser Wertungsproblematik darzulegen.
Danke für die Diskussionsbeiträge,
Uli