Blu-ray-Test: Vice – Der zweite Mann

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Mit „The Big Short“ nahm er die Finanz-krise satirisch aufs Korn, jetzt widmet sich Regisseur Adam McKay dem vermeintlich mächtigsten Vize-Präsidenten der US-Geschichte. „Vice“ erzählt die Berufs- und Familiengeschichte von Dick Cheney (Christian Bale), der unter George W. Bush (Sam Rockwell) zum Strippenzieher im Weißen Haus avancierte. Dabei setzt der Regisseur auf schnelle Schnitte, Zeitsprünge, überzeichnende Metaphern und teils erschreckende Kriegsbilder, bei denen einem das Lachen im Halse stecken bleibt. Die cineastische Regierungskritik brachte „Vice“ gleich acht Oscarnominierungen, am Ende reichte es aber für keine einzige Trophäe.

Auch das Bonusmaterial fällt nicht gerade preisverdächtig aus. Zwar können sich die 15 Minuten entfallener Szenen (leider ohne Audiokommentar) und eine kurze Musical-Nummer im Weißen Haus sehen lassen, das halbstündige Making-of kommt allerdings oberflächlich und werbelastig daher. Hier hätten wir uns mehr Hintergrundinformationen zu den wahren Ereignissen gewünscht. Während man das Making-of getrost überspringen kann, sollten die Finger während des Abspanns nicht zu schnell zum Stopp-Knopf wandern.

Genau wie bei „The Green Book“ erscheint übrigens keine 4K-Blu-ray, leider auch nicht in England oder den USA.    

Bild: Die Qualität der Aufnahmen, die vom Cinemascope-Format auch mal auf 4:3 wechseln, schwankt stark. Zwar bietet „Vice“ meist eine solide Schärfe und natürliche Farben, Schwarz ist aber nie satt und ein ständiges Rauschen sowie vereinzelte Dropouts und Verschmutzungen ziehen die Bildqualität herunter (u.a. 22:46). Rund ein Drittel des Films wurde zudem auf minderwertigen 16- bzw. 8-Millimeter-Kameras gedreht, was diese Makel verstärkt und eine höhere Wertung verhindert.

Ton: Die DTS-HD-5.1-Spur kommt dank häufig eingestreuter Kriegsszenen dynamischer daher, als man es von einer politischen Satire erwartet, etwa bei einem basskräftigen Luftangriff auf Terroristen (6:33). Auch bei kleineren Effekten wie einem umstürzenden Mikrofon (14:15) bleibt der Track voluminös und authentisch. Score und Umgebungseffekte wie Vogelgezwitscher (100:24) verteilen sich auf alle Kanäle.

Extras: entfallene Szenen (17:24), Making-of (35:41), „Music of Power“ (5:05), Trailer.

Die Wertung 
Film 5 von 6 Punkten
Bildqualität 3 von 6 Punkten
Tonqualität 4 von 6 Punkten
Bonusmaterial 3 von 6 Punkten
Die technischen Daten
Anbieter Universum
Bildformat 2,35:1 (1080/24p)
Tonspur Deutsch DTS-HD Master Audio 5.1
Tonspur Englisch DTS-HD Master Audio 5.1
Untertitel deutsch, englisch

 

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