Blu-ray-Test: Tomb Raider

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2013 verpasste Square Enix den „Tomb Raider”-Games einen neuen Anstrich: Statt der vollbusigen Super-Archäologin wurde eine toughe Nachwuchs-Abenteurerin präsentiert, die mit ihrer Vorgängerin kaum mehr als Namen und Berufszweig teilte (siehe hier).

Den gleichen Weg wählt der norwegische Regisseur Roar Uthaug in seiner Kino-Adaption: Anstelle von Angelina Jolie in hautengem Latex bekommt man Alicia Vikander im schmutzigen Tank-Top, die sich mit Pfeil und Bogen bewaffnet bösen Buben (u.a. Walton Goggins) mit Weltherrschafts-Ambitionen entgegenstellt. Auf die trifft Lara bei der Suche nach ihrem Vater (Dominic West) und der japanischen Todeskönigin Himiko. Zwischen den Kampfeinlagen hangelt, klettert und schleicht sich Frau Croft eindrucksvoll über die japanische Insel Yamatai – Story-Parallelen zum 2013er-Spiel sind klar erkennbar. Actionfans kommen dabei voll auf ihre Kosten, auch weil der Streifen überraschend hart ausfällt: Von fiesen Speerfallen über kaltblütige Exekutionen bis hin zu Frau-gegen-Mann-Kämpfen auf Leben und Tod ist alles dabei. Über die meist seichten Dialoge legen wir hingegen besser den Mantel des Schweigens. Zwei Klassen besser als die – zugegeben völlig verkorkste – Videospielverfilmung „Assassin’s Creed“ ist „Tomb Raider“ aber allemal.

Bild: Warner liefert Referenz-Qualität: Schärfe und Feinzeichnung sind in jeder Szene erhaben, die ungemein klaren Cinemascope-Bilder versprühen viel Plastizität mit hoher Tiefenwirkung – und das nicht nur bei Tageslicht. Auch in dunklen Momenten (z.B. bei 57:34) punkten das satte Schwarz und die feinen Graustufen, die Details sauber durchzeichnen. Die Farben bleiben dabei realistisch und wirken weder knallig noch abgesoftet. Mehr geht auf Blu-ray nicht.

Ton: Auch der Atmos-Mix (mit 7.1-TrueHD-Kern) bietet 1A-Demo-Material: Ein Highlight sind die Trommeln des kraftvollen Scores, deren treibende Beats den Hörraum füllen (Verfolgung, 25:22). Action verwöhnt mit satter Dynamik, druckvollen Bässen (Havarie, 35:50) und aggressiven Effekten, die ein räumlich geschlossenes 3D-Klangfeld erzeugen, das alle Boxen bedient und den Zuschauer zwangsweise in den Film zieht. Hierfür sorgen auch die realistischen Umgebungsgeräusche. Nur bei spektakulären Über-Kopf-Effekten hält sich der Atmos-Mix zurück. Aus nicht ersichtlichen Gründen hat Warner noch DTS-5.1-HD-Abmischungen auf die Disc gepackt.

Extras: Wer auf ein freizügigeres Film-Outfit von Alicia Vikander gehofft hat, wird in den Extras fündig. Der Beitrag „Croft-Training“ (6:06) illustriert in Wort und Bild, wie sich die schwedische Schauspielerin über mehrere Monate für ihre Rolle in Form gebracht hat und letztendlich fünf Kilo an Muskeln zulegte. Mindestens genauso aufschlussreich ist eine zehnminütige Featurette über die Entwicklung der Lara-Croft-Videospielfigur. Was bei der großen Wildwasserszene in der Filmmitte alles echt ist und was aus dem Computer stammt, erfährt man in „Action im Fokus“ auf informative wie unterhaltsame Weise. Hinter dem vielversprechenden Titel „Tomb Raider: Uncovered“ verbirgt sich leider keine umfangreiche Hintergrund-Dokumentation, sondern lediglich eine siebenminütige Werbeveranstaltung, in der sich alle ganz doll lieb haben. Auch einen Audiokommentar und entfallene Szenen haben wir vermisst.

Die bekommt man auch nicht auf der zeitgleich erscheinenden 3D-Blu-ray (ohne Dolby Atmos) oder der UHD-Scheibe. Apropos UHD, die ersten beiden „Tomb Raider“-Filme sind bei uns leider noch nicht in der XXL-Auflösung erscheinen. Doch wer eine deutsche Tonspur nicht benötigt, kann die amerikanischen UHD-Blu-rays importieren, die verfügen sogar über Dolby Vision.                             

Die Wertung 
Film 4 von 6 Punkten
Bildqualität 6 von 6 Punkten
Tonqualität 6 von 6 Punkten
Bonusmaterial 2 von 6 Punkten
Die technischen Daten
Anbieter Warner
Bildformat 2,35:1 (1080/24p)
Tonspur Deutsch Dolby Atmos, DTS-HD Master Audio 5.1
Tonspur Englisch Dolby Atmos, DTS-HD Master Audio 5.1
Untertitel deutsch, englisch

 

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