Blu-ray-Test: Blood Father

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blood-fathersDie Cover-Rückseite der Blu-ray wirbt wage mit „Über Zwei Stunden Bonus-material“. Nachdem man in den seltsamerweise englischen Menüs auf den Reiter „Specials“ geht, wird klar warum. Denn hier finden sich ledig-lich ein paar mehr oder weniger interessante Interviews sowie mehr als 120 Minuten an Szenen vom Set, der sogenannten „B-Roll“.

Dieser meist unkommentierte Blick hinter die Kulissen mag für angehende Regisseure mitunter interessant sein, für den normalen Filmfan tendiert der Nutzen allerdings gegen Null. Zumindest das 27-minütige Making-of der amerikanischen Blu-ray hätte man mit auf die deutsche Disc packen können. An der technischen Blu-ray-Umsetzung des Films gibt es hingegen nichts auszusetzen.

Und in der wichtigsten Disziplin – dem Film – punktet die Blu-ray ebenfalls. „Blood Father“ ist ein von Jean-François Richet rau inszenierter und mit Mel Gibson, William H. Macy und Michael Parks hervorragend besetzter Road-Movie-Thriller, der eine deutsche Kinoauswertung verdient hätte.

Der Ex-Sträfling und Alkoholiker John Link (Mel Gibson) versucht, seine Vergangenheit hinter sich zu lassen. Die Familie hat ihm schon vor langer Zeit den Rücken gekehrt, bis eines Tages Teenager-Tochter Lydia (Erin Moriarty) hilfe-suchend vor seiner Wohnwagentür steht. Sie steckt in tiefem Schlamassel, dealt mit Drogen und hat rachsüchtige mexikanische Gangster an den Hacken. John setzt alles daran, seinen entfremdeten Sprössling zu beschützen – koste es, was es wolle. cs        

Film: Nach Kurzauftritten in „Machete Kills“ und „Expendables 3“ ist Mel Gibson in diesem gerad-linigen Actionthriller endlich mal wieder in einer Hauptrolle zu sehen – und er macht seine Sache richtig gut.

Bild: Nicht zuletzt, weil der Film größtenteils aus sonnigen Außenaufnahmen besteht, ist die Detail- und Kantenschärfe hervorragend. Im von braunen Farbtönen geprägten Cinemascope-Transfer sieht man in Gibsons von Wind und Sonne gegerbtem Gesicht jede Falte und jede Pore. Selbst Innenaufnahmen mit Gegenlicht sind knackscharf (58:40).

Ton: Bei den überraschend spärlich gesäten Action-szenen versorgt die 5.1-DTS-HD-Abmischung den Zuschauer mit einer eindrucksvollen 360-Grad-Beschallung (u.a. Angriff auf den Wohnwagen bei 25:10). Allerdings wurde mehr Wert auf Realismus denn auf Effekthascherei á la „Transformers“ gelegt. Leider hat Mel Gibson nicht seine übliche Synchronstimme.   

Extras: Interview mit Mel Gibson (12:25), Regisseur Jean-François Richet (7:05) und Drehbuchautor Peter Craig (17:56), B-Roll: „Bringing Lydia Home“ (10:59), „Escape from the Hotel“ (31:26), „The Bike Chase“ (38:56), „The Showdown“ (39:27).                               

Die Wertung 
Film 5 von 6 Punkten
Bildqualität 5 von 6 Punkten
Tonqualität 4 von 6 Punkten
Bonusmaterial 2 von 6 Punkten
Die technischen Daten
Anbieter Splendid
Bildformat 2,40:1 (1080/24p)
Tonspur Deutsch DTS-HD Master Audio 5.1
Tonspur Englisch DTS-HD Master Audio 5.1
Untertitel deutsch

 

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