Sharp LC-70 LE 835 E - 3D-LED-TV für 4.500 Euro
Mit 177 Zentimetern Diagonale ist der Sharp der größte LED-TV auf dem deutschen Markt. Sein Riesenbild beeindruckt, ist aber nicht frei von Schwächen.
Sharps 4.500 Euro teures Spitzenmodell beeindruckt mit gigantischer 70-Zoll-Bilddiagonale; an technischen Besonderheiten bietet er eine vollflächige LED-Hintergrundbeleuchtung und ein Quattron-Panel mit zusätzlichen gelben Bildpunkten für "unglaublich feine und realistische Farbabstufungen", so das Werbeversprechen.
Ausstattung und Bedienung
Obwohl der Fernseher enorm groß ist, gelingt die Aufstellung dank des kompakten Standfußes (54 x 33 Zentimeter) problemlos auf üblichen Beistelltischen. Die Ausstattung mit Universaltuner, WLAN-Dongle und zahlreichen Anschlüssen ist solide, wobei Komfort-Merkmale wie USB-Recording und der Multimediavideotext HbbTV fehlen. Das Internetportal Aquos Net+ enthält neben verschiedenen Infodiensten die umfangreichen Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Sender ARD, ZDF und arte. Die YouTube-App überzeugt nicht, da sie HD-Videos nur in Standard-Qualität zeigt. Der Mediaplayer spielt die wichtigsten Formate ab, Schwächen liegen in der Fotodarstellung, weil hier die Bildregler gesperrt sind. Ansonsten finden Technik-Freunde viele Bildeinstellregler: So ist der Umgebungslichtsensor zur automatischen Anpassung der Grundhelligkeit (OPC) flexibel einstellbar. Feinkorrekten an der Farbtemperatur können dank separater RGB-Werte für zehn Helligkeitsbereiche exakt durchgeführt werden; Grund- und Mischfarben lassen sich mit 18 Reglern verändern.
Im Bedienkomfort schneidet der Sharp nur mittelmäßig ab: Das Menü wirkt mit zahlreichen, teils zu kleinen Symbolen unaufgeräumt. An der Fernbedienung kritisieren wir die zu kleinen und engstehenden Tasten. In der Senderliste sind nicht alle wichtigen Stationen vorne einsortiert, und ab Programmplatz 25 ist die Liste alphabetisch sortiert. Weitere Suchfilter und eine Favoritenliste fehlen. Senderwechsel dauern mit 3,1 Sekunden unverhältnismäßig lang.
Die Tasten der unbeleuchteten Fernbedienung sind
gut gruppiert, aber zu klein.
Bildqualität Fernsehen
Entgegen dem Trend zu Hochglanz ist der Sharp-Bildschirm matt: Der Vorteil liegt in kaum spiegelnden Fenstern, der Nachteil in einem etwas weniger brillanten Bildeindruck. Als Voreinstellung empfiehlt sich der Modus "Film", dem man anschließend per Farbskalabereich "Standard" optimale Farben entlockt. In der Werkeinstellung "Erweitert" sind die Farbpegel falsch – Rot ist zu hell, Grün zu dunkel. Die Feinzeichnung des TV-Bildes gelingt in Anbetracht der Größe gut, obwohl sich der Bildbeschnitt (Overscan) bei SD-Signalen nicht abschalten lässt. Die maximale Bewegungsschärfe erzielt der Sharp in der Scanning-Backlight Einstellung "Scan", die die Helligkeit auf 130 Candela pro Quadratmeter senkt: Die Leuchtkraft genügt, nur bei Sonnenschein wirkt das Bild etwas blass. In Sportübertragungen verwischt das Bild nicht, jedoch stört die ungleichmäßige Ausleuchtung: Je nach Motiv fallen Schlieren auf, als wenn der Schirm verstaubt wäre, oder es werden punktförmige Strukturen des LED-Hintergrundlichts sichtbar – hier sollte der Hersteller nachbessern. Aus HDMI-576i-Signalen zaubert der Fernseher trotz Overscan feine, flimmerfreie Bilder. Mangels Formatumschaltung ist die hochskalierte Zuspielung von 4:3-Signalen problematisch. Der Stromverbrauch übersteigt nur bei voller Hintergrundbeleuchtung 200 Watt – für einen TV dieser Größe ein guter Wert. In Sachen Klang liefert der Gigant zwar satte Bässe, Mitten und Höhen klingen leider matt.
Vollständig: Der TV bietet für alle Eventualitäten genügend Anschlüsse.
Der SD-Slot dient als Speicher für Video-on-Demand.


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