Samsung UE 55 ES 8090 - 3D-LCD-Fernseher für 2.800 Euro
Samsung hat seine LED-Oberklasse überarbeitet: Der neue 55-Zöller 8090 sorgt mit innovativer Sprach- und Gestensteuerung für Furore.
Als letzten Herbst das Gerücht aufkam, Apple würde an einem Fernseher arbeiten, der sich wie ein iPhone oder iPad mit Sprache und Gesten steuern lässt, waren die etablierten TV-Hersteller aufgeschreckt. Samsung kommt nun dem Apfel-Imperium zuvor und präsentiert den ersten Fernseher, der auf die Worte und Handbewegungen seines Besitzers hört. Wie gut das funktioniert, können Sie auf der nächsten Seite nachlesen.
Ausstattung
An klassischen TV-Stellen hat Samsung dagegen gespart: Statt vier HDMI-Eingängen gibt es nur noch drei, der Standfuß ist nicht mehr drehbar und die Bildformattaste fehlt. Ansonsten gefallen Ausstattung und Lieferumfang. Zum TV gehören neben einer Touchpad-Zweitfernbedienung zwei Shutterbrillen vom Typ SSG-3050GB; weitere Brillen gibt es ab 22 Euro. Der Satelliten-Tuner unterstützt sowohl Unicable-Anlagen als auch Rotor-Antennen. Erhöht haben sich die Social-Media-Spielereien: Per Webcam auf dem Rahmen lassen sich Videotelefonate via Skype führen, über ein Samsung-Benutzerkonto kann man Fotos und Videos zwischen TV und Smartphones austauschen. Wer sich von der Webcam beobachtet fühlt, kann das Objektiv nach innen drehen. Zur Unterhaltung stehen eine Menge Apps parat. Highlights sind YouTube-Videos in HD und 3D sowie die Explore 3D-App, die 3D-Videos in Blu-ray-Qualität auf den Schirm holt. Mit HbbTV sind die Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Sender an Bord.
Der Mediaplayer lässt sich per USB- und DLNA-Netzwerkstream füttern, spielt viele Videoformate und bietet eine Formatumschaltung. Möglichkeiten zur Wiedergabe vom PC und Handy bieten WiFi-Direct und MHL. Video-Enthusiasten begeistern sich für die Bildregler: An der Farbtemperatur lassen sich Korrekturen für zehn Helligkeitsbereiche vornehmen, das Farbmanagement erlaubt die Korrektur von Farbort und -pegel bei sechs Farben, fürs Gamma stehen sieben Kurven bereit. Zudem gibt es Testbilder und Farbfilter.
Übersichtlich: Die Hauptfernbedienung wartet mit einer Beleuchtung auf;
leider fehlt die Bildformattaste.
Gut bestückt: Über je drei HDMI und drei USB-Buchsen nimmt der TV Kontakt auf.
Die Evolution-Schnittstelle ist für zukünftige Erweiterungen vorgesehen.
Bedienung
Das übersichtliche Bildmenü ermöglicht eine intuitive Bedienung der Grundfunktionen. Die beleuchtete Fernbedienung fände im Grunde ebenfalls unsere volle Zustimmung, hätte Samsung sich nicht ausgerechnet die Formattaste gespart und stattdessen einer unwichtigen App eine Taste spendiert. Zum Glück funktioniert das Auto-Format in den meisten Fällen reibungslos. Die Senderverwaltung gelingt vorbildlich: Die Astra-Senderliste ist praxisgerecht vorsortiert und flott per Programmwippe zu durchsuchen. 14 verschiedene Sortierfilter, darunter für Programmanbieter (Bouquet) und HDTV-Kanäle, vereinfachen die Suche nach bestimmten Sendern.
Geschmackssache ist die große Schrift, nur sieben Sender werden pro Seite angezeigt. Mit der Programmtauschtaste und der History-Liste kann man schnell zwischen den zuletzt gesehenen Kanälen wechseln. Eigene Listen lassen sich am PC kinderleicht erstellen. Ein weiterer Pluspunkt sind die mit durchschnittlich 1,7 Sekunden schnellen Senderwechsel. Die Möglichkeit, digitale TV-Kanäle auf USB-Festplatte aufzuzeichnen, erhöht den Komfort. Drückt man die Pause-Taste, wird das TV-Programm inklusive Senderwechsel in einem Pufferspeicher aufgezeichnet. Dauerhafte Aufzeichnungen gelingen bequem per Timer und Programmführer.
Komfortabel: Das Info-Banner zeigt in übersichtlicher Form viele Informationen an.
Die Senderliste (unten) punktet mit zahlreichen praxisgerechten Sortierfiltern.
Bildqualität Fernsehen
Dem tiefschwarzen Hochglanzbildschirm gelingt insbesondere in heller Umgebung ein brillantes, kontrastreiches Bild ohne übermäßige Spiegelung. Als optimale Voreinstellung empfehlen wir bei 2D den AV-Modus Film mit seinen natürlichen Farben. Mit abgeschalteten Rauschfiltern und leicht reduzierter Schärfe kitzelt man die bestmögliche Feinzeichnung aus dem TV-Signal, der Detailgrad bei HDTV-Sendern ist bestens. SD-Sender stellt der Fernseher ebenfalls harmonisch dar, wobei Details wie Hautporen noch knackiger aussehen könnten.
Bei SD lässt sich der Bildbeschnitt nicht abschalten. Schnelle Kameraschwenks und Laufschriften gelingen unverwischt, lediglich an schnellen Motiven fallen feine Schatten auf. Film-DVDs, zugespielt mit HDMI-576i, flimmern trotz zweier Filmmode-Filter gelegentlich, etwa im fünften Kapitel von "Sechs Tage, sieben Nächte"; der Schärfegrad ist wie bei TV-Sendern wegen des großen Bildbeschnitts nicht perfekt. Die hochskalierte Zuspielung erzeugt optimale Bilder, 4:3-Signale erscheinen dank kompletter Formatumschaltung korrekt. Wichtig ist ein optimaler Blickwinkel, zumal sich der Fuß nicht drehen lässt. Wie bei allen LCD-Fernsehern verringert sich die Bildqualität aus seitlicher Perspektive stark. Der Ton geht in Ordnung: Bei Zimmerlautstärke musiziert der Samsung mit sattem Brustton und passablen Mitten und Höhen, erst bei gehobener Lautstärke zerren die Bässe.

Der Samsung ruht auf einem starren Sockel, in der oberen
Ausbuchtung des Rahmens sitzt die Skype-Kamera.
Bildqualität Blu-ray
Feinste Pixelmuster zeigt der TV bei korrekter Schärfeeinstellung ohne Kontrastverlust, Einfärbung oder Saumkanten. Füttert man ihn mit Interlaced-Material (1080/60i), punktet er durch saubere Vollbildverarbeitung; so flackert der Zierstreifen am Wasserflugzeug im vierten Kapitel von "Casino Royale" nicht. Zudem erkennt der Samsung den 24p-Ursprung des Materials und stellt Bewegungen korrekt dar, also ohne 3:2-Pulldownruckeln. Die Bewegungsschärfe ohne Filmglättung ist ordentlich, aber nicht so hoch wie bei Videomaterial: Im animierten Intro des Bond-Streifens weisen die über den Schirm gleitenden Muster Mehrfachkanten auf, wodurch der Judder ein wenig verschleift. Die Farben überzeugen: Der Samsung erzielt strahlende Grundfarben und natürliche Hauttöne, lediglich dunkelste Farbtöne gleiten leicht ins Cyanfarbene ab. Die Farbtemperatur verläuft äußerst konstant und liegt mit 6.600 Kelvin sehr nah am Ideal von 6.500 Kelvin, was vor allem Schwarz-Weiß-Filme wie "Casablanca" perfekt aussehen lässt.
Gewisse Schwächen zeigen sich bei Nachtszenen in dunkler Umgebung: Hier wird das fleckige Restlicht sichtbar und der Im-Bild-Kontrast bewegt sich mit gut 2.000:1 nur im Mittelfeld. Die zahlreichen düsteren Details in "Krabat" werden ordentlich durchgezeichnet, das Schwarz gelingt aber nicht so satt wie bei kontraststärkeren Displays. Eine kleine Nase in der Gamma-Kurve betont bestimmte Helligkeitsbereiche, wodurch MPEG-Rauschen gelegentlich stärker hervortritt als an unserem Referenzbildschirm von Pioneer. Im Vergleich zum Vorgänger UE 55 D 8090 (audiovision 8-2011) gelingen Nachtszenen dennoch besser, da sich das Bild weniger stark am Rand aufhellt und kaum mehr einfärbt.



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