Marantz NR 1602 - AV-Receiver für 500 Euro
Mit rund zehn Zentimetern Bauhöhe braucht der Marantz NR 1602 wenig Platz, kann aber professionell sieben Lautsprecher ansteuern. Moderne Internet- und Multimedia-Anwendungen inklusive AirPlay sind an Bord – allerdings geht den Endstufen schnell die Puste aus.
Ausstattung und Technik
Der Marantz bietet Bass-/Höhenregler für die Frontkanäle sowie eine Art Shelf-Filter, das die Höhen für den Center- und die Frontboxen breitbandig absenkt. Die Funktionen "Center Bild" und "Center Breite" sind für kompakte Satellitenboxen gedacht: Sie verteilen den Mittenkanal auch auf die Frontboxen und steigern so die Klangfülle und Belastbarkeit. Als Zugeständnis an kleine Sat-Boxen reicht die Tiefpassfrequenz bis 250 Hertz, separat einstellbar für jeden Kanal. Im Lautsprecher-Setup können Distanzen auf einen Zentimeter und Pegel auf 0,5 Dezibel genau editiert werden. Die Audyssey-Einmessung bietet zwei Equalizer-Einstellungen: "Flat" zur Linearisierung aller Boxen und "Bypass L/R", bei der die Frontboxen nicht geregelt werden. Bis zu sechs Hörpositionen lassen sich einbinden, Ergebnisse anzeigen oder manuell justieren. Der Neun-Band-EQ regelt ab 63 Hertz (Hz) wahlweise alle Kanäle (außer dem Subwoofer), jede Box einzeln oder nur die Frontlautsprecher.
Das Anschlussterminal bietet gut zugängliche Buchsen für vier HDMI-Quellen und sieben Boxen, verzichtet aber auf separate Zone-2-Buchsen oder Phono-Eingänge. So bleibt Platz für fünf analoge Videosignale sowie drei analoge und zwei digitale Tonquellen – völlig ausreichend im Wohnzimmer. Die Surround-Back-Kanäle lassen sich als Höhen-Kanäle für Dolby ProLogic IIz, Bi-Amping oder Multiroom-Betrieb einsetzen. Per LAN greift der Marantz auf Web-Radio, Internetdienste wie Last FM, Flickr und Napster oder das DLNA-Heimnetz zu. Damit und über USB können Musikdateien (MP3, WMA, WAV, AAC oder FLAC) und Fotos abgespielt werden, Letztere leider in unterirdischer Qualität. Per AirPlay-Funktion fürs iPhone kann man Musik von jedem Raum zuspielen oder über einen optionalen Bluetooth-Receiver Audiosignale anderer Geräte abspielen.
Gut im Dunkeln: Auch ohne Beleuchtung lassen sich die hellen Tasten der Fernbedienung
am Abend gut lesen. Nur etwas größer dürften Tasten und Beschriftung sein.
Die Videoverarbeitung kümmert sich nicht um HDMI-Quellen und gibt
analoge SDTV-Videos im HDMI-Format 576p aus. Leider flackern schon
unbewegte Testbilder in allen drei Filmmode-Stellungen – besser wäre es,
der Marantz würde sie im Halbbildformat HDMI 576i ausgeben. Wichtige
HDMI-Funktionen wie 3D-Videoweiterleitung, den Audio-Rückkanal (ARC)
oder die Auto-Lipsync-Funktion sind vorhanden, ebenso eine manuelle
Tonverzögerung. Im HDMI-Standby-Betrieb glänzt der Receiver mit
niedrigem Verbrauch von rund drei Watt.
Aufgeräumt: Trotz der kompakten Bauhöhe sind alle Anschlüsse gut zugänglich auf dem
Terminal verteilt. Der netzwerkfähige Marantz beherrscht auch Dolby ProLogig IIz,
Bi-Wiring, AirPlay und optional Bluetooth.


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