Sony BDP-S 470 - Blu-ray-Player für 230 Euro
Der BDP-S 470 für 230 Euro ist derzeit der günstigste 3D-Player. Er kostet 40 Euro weniger als Sonys 3D-Debütant S 570 (audiovision 8-2010). Allerdings muss man bei Bedarf 80 Euro extra für den WLAN-Adapter zahlen. DLNA-Streaming und Internet-Portale sind aber an Bord, ebenso wie die Abspielfunktion für SA-CD.
Ausstattung und Bedienung
Der kleine Lüfter auf der Rückseite sprang im Test nie an. Der leise und sparsame Player zählt zu den schnellsten im Testfeld. Er spielt Scheiben ohne BD-Java wie "Königreich der Himmel" in 15 Sekunden an, Filme mit BD-Live-Extras wie "Men in Black" in rund 30 Sekunden. Die Schnellstartfunktion erhöht den Standby-Verbrauch auf sechs Watt, beschleunigt aber nur DVDs, die schon im Player liegen.
Zur Wiedergabe von 3D-Filmen muss man im Video-Menü die 3D-Ausgabe aktivieren und die Bilddiagonale des Fernsehers eingeben. Sonys HDMI 1.4-Technik erfordert einen modernen 3D-Receiver für die Weiterschaltung des Bildes und die Auskopplung des HD-Tons. Wird der HDMI-Ausgang direkt mit dem 3D-TV verbunden, bleibt dem Receiver nur S/PDIF-Digitalton in DVD-Qualität.
Ein kleines Problem ergibt sich beim Versuch, BD-Live-Extras zu laden. Bei Verwendung des internen Speichers und eines externen USB-Sticks folgt stets eine Fehlermeldung über zu geringen Speicherplatz. Einwandfrei klappt die Verbindung zu den Mediatheken im Internet. Insgesamt 19 Dienste und zwei Radio-Portale stehen bereit, darunter YouTube und die Tagesschau. Einzigartig ist die Möglichkeit, eine USB-Tastatur zur Texteingabe zu nutzen. Leider stellt der Player die Tastatur auf amerikanische Zeichenbelegung ein.
Musik-, Bild- und Videodateien spielt der Sony über DLNA-Netzwerk und USB ab. Via Netzwerk erkennt er MPEG2-Videos, DivX und sogar DivX HD, spielt aber HDTV-Filme wie "Big Buck Bunny" nicht im 24p-Format, sondern leicht ruckelnd mit 60 Hertz ab. Über USB akzeptiert er zudem Videos in WMV, H.264 und AVCHD, Letztere auch über selbst gebrannte Discs. Fotos zeigt der Sony per CD, Netzwerk oder USB in bester Qualität. Hochformate erkennt er korrekt, zudem lässt sich die Diashow mit MP3-Musik unterlegen. Nur die nicht abschaltbaren Info-Einblendungen stören gelegentlich.
Zur eingelegten CD, DVD oder Blu-ray blendet der Sony mit Hilfe der Datenbank Gracenote ein Bild und Kurzinfos ein. Weitere Daten zu Video- und Audio-Formaten, Bildauflösung und Frequenz sowie die Datenraten meldet er über die Display-Taste. Per Options-Taste lassen sich drei Rauschfilter sowie Gammakennlinien und die Verzögerung des Digitaltons aufrufen. Echte Bildregler fehlen, dafür lässt sich das HDMI-Bild für alle Farbräume sowie Auflösungen von 576i bis 1080/24p konfigurieren. Sämtliche HD-Tonformate gibt der Player als Bitstream oder intern decodiert als PCM-Ton über HDMI aus. SA-CD-Stereoton leitet er analog über Cinch und digital in voller Mehranaltonqualität per HDMI an kompatible Sony-Receiver weiter.

Handlich: Die kleine Fernbedienung bietet übersichtliche Direkttasten.
Tiefergehende Funktionen werden
ereignisabhängig über die
Optionstaste aufgerufen.
Bildqualität Blu-ray
Im Labortest zeigt der Sony stets die Bildqualität des Originals und liefert scharfe Details, natürliche Farben und hohe Kontraste. Kinofilme überzeugen mit 24p oder mit 60 Hertz. Mit 1080i-Videos klappt die Vollbildverarbeitung fast immer, nur das seltene Format 1080/30p flimmert stärker als beim Samsung BD-C 6500. Der 3D-Film "Monster und Aliens" liefert ein dreidimensionales Kinoerlebnis in voller HDTV-Auflösung. 3D-Filme leiden derzeit aber noch unter Artefakten wie Übersprechen und Lichtverlust. Daran ist aber nicht der Player schuld, sondern die TV-Geräte und die Shutter-Brillen.

Vielseitig: Mit neuester HDMI 1.4-Technik spielt der Sony BDP-S 470
alle Arten von 3D-Blu-ray-Discs ab. SA-CDs mit digitalem
Mehrkanalton beherrscht er ebenfalls. Per LAN-Verbindung klinkt er
sich ins Internet oder ins Heimnetzwerk ein. Für einen WLAN-Adapter
ist er vorbereitet, und auch die Steuerung per iPhone klappt.


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