Tonqualität

Im Labor zeigt der Denon mit Filmen und Musik klassenübliche Leistungen: Zwischen 60 und 120 Watt stehen pro Endstufe bereit – genug, um es in mittelgroßen Heimkinos krachen zu lassen. Unser Testmuster segnete allerdings am Ende der Messung, als es gar keine Leistung mehr abgeben musste, das Zeitliche. Denon ist informiert und will der Sache auf den Grund gehen.
Die Einmessautomatik überzeugt. Sie ermittelt nicht nur Pegel, Entfernung und Boxengröße präzise und korrekt, sondern berechnet auch eine subjektiv gute Entzerrungskurve. Zwar lässt sich bei aktivem Equalizer und hohen Lautstärken ein leises Rauschen vernehmen, und die Höhen klingen etwas forsch; doch dafür holt der Entzerrer aus dem angeschlossenen Elac-Boxenset eine angenehme Wärme und Bassfülle. Zudem passt er, wie sein Kollege im Pioneer 920, die leichten Timbre-Unterschiede zwischen Front- und Centerbox gut an.

 Test des Denon AVR-1611 - AV-Receiver für 400 €

400 Euro: Der Denon wirkt durch seine beachtliche Bauhöhe und das überdimensionierte Display erwachsen.

Im ersten Hördurchgang mit Audio-CDs (ohne Equalizer) spielt der Denon neutral und fokussiert, im Vergleich zum Pioneer aber etwas höhenreicher und analytischer. Bei hoher Lautstärke fällt auf, dass etwa die hellen Synthesizer-Snaredrums in "A View To A Kill" etwas härter als beim Pioneer knallen. Zwischen HDMI und optischem Eingang gibt es nur marginale Klangunterschiede – die optische Variante klingt einen Tick runder, HDMI etwas kräftiger. Mehrkanaliges Material von der Blu-ray wie das Rock-Konzert "Gary Moore & Friends – One Night in Dublin / A Tribute to Phil Lynnot"(DTS-HD) gibt der Denon kraftvoll, im Vergleich zum Pioneer mit einer Spur mehr Höhen und weniger Bässen wieder. Gut gefällt uns die scharfe Abbildung: Der Denon grenzt Silbermond-Sängerin Stefanie Kloß klar von der lauten Rock-Begleitung ab, während der Pioneer die Tracks auf der Konzert Blu-ray "Laut gedacht" (DTS-HD) zwar runder und fülliger, aber diffuser erschallen lässt. Mt Film-Action wie der rasanten Verfolgungsjagd am Gardasee in "Ein Quantum Trost" (DTS 5.1) schafft der Denon eine kraftvolle und überzeugend räumliche Kulisse.

Test des Denon AVR-1611 - AV-Receiver für 400 €
Einfach gestrickt, aber immerhin vorhanden:
das textbasierte HDMI-Bildschirmmenü des Denon.  

 

Fazit

Im Bass ist der Denon dem Pioneer und Sony zwar leicht unterlegen, dafür hat er die höhere Klangpräzision. Zudem punktet er mit einem in dieser Preisklasse konkurrenzlos vollständigen Lautsprecher- und Sound-Setup, was ihm den Testsieg beschert.

Test des Denon AVR-1611 - AV-Receiver für 400 €



 

Technische Ausstattung und Bewertung 


Test des Denon AVR-1611 - AV-Receiver für 400 €



Dieser Test ist in der audiovision 8/2010 erschienen. 

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