Runco QuantumColor Q-750i - LED-Projektor für 16.000 Euro
Groß und mächtig: Der erste LED-Projektor des US-Herstellers Runco wirkt massiv wie ein Panzer. Wir sagen Ihnen, was der Beamer mit der brandneuen Technologie kann.
Die beiden ersten Heimkino-Projektoren mit LED-Technik. Einer stammt von Sim2 aus Italien, der QuantumColor Q-750i kommt von Runco aus den USA. Gemein ist beiden – neben dem stolzen Preis von 16.000 Euro – die Technik mit LED-Leuchtmitteln in den Grundfarben Rot, Grün und Blau, die intensivere Farben, mehr Kontrast sowie erhöhte Langlebigkeit und bessere Energie-Effizienz versprechen.
Unsere Tests zeigen die Möglichkeiten, aber auch die Eigenheiten der neuen Technik auf. Klar ist: Die Hersteller beschreiten Neuland, die Produkte lassen sich daher kaum an ausgereiften konventionellen Projektoren messen. Die bieten nämlich eine sehr gute Bildqualität für einen Bruchteil des Geldes.
Ausstattung und Bedienung
Der mit DLP-Technik von Texas Instruments bestückte Q-750i kommt zwar ohne Lampenlüfter und Farbrad aus, tönt mit knapp 30 Dezibel aber etwas lauter als herkömmliche Beamer. Farbblitzer treten kaum auf, dafür verursacht die LED-Technik andere Artefakte.
Einen Quantensprung verspricht Runco bei der Lebendauer. Die LEDs sollen mindestens 50.000 Stunden lang funktionieren und dabei nur zehn Prozent Lichtleistung verlieren. Das reicht bei vier Stunden Betrieb am Tag theoretisch für über 30 Jahre. Ob die junge LED-Projektionstechnik das in der Praxis hält, muss sich noch herausstellen.
Die LED-Leuchtmittel schalten sich sehr schnell ein und lassen sich, anders als konventionelle Lampen, nach dem Ausschalten sofort wieder aktivieren. Zoom und Fokus der Optik stellt man manuell ein. Der interne Generator liefert elf Testbilder, darunter ein grünes Gitter mit zwei Pixel breiten Linien, über das sich die Bildschärfe des 1,3-fach-Zooms präzise justieren lässt.
Um die Installation kümmert sich bei Runco gemeinhin der Fachhändler vor Ort. Ein komfortables Konzept, das sogar die Farben einbezieht. Dafür steht ein vollständiges Farbmanagement zur Verfügung, die Einstellungen werden auf zwei Benutzerspeichern und zwei ISF-Tag- und Nacht-Speicherbänken abgelegt.
Die Steuerung mit deutschsprachigen Menüs klappt gut. Allerdings erkannte unser Testmuster gelegentlich nicht alle angeschlossenen Signalquellen korrekt und stellte nach einem Fehler das Menü auf Englisch. Auf der CD mit der englischen Bedienungsanleitung finden sich interessante Erläuterungen, etwa zum Farbmanagement und zu den Einstellmöglichkeiten für Farbraum, Farbstandard, Gamma und Farbtemperatur.
Komplett: Neben doppelten HDMI- und YUV-Eingängen bietet der Runco Q-750i
die Möglichkeit, per Adapter über den YUV-Eingang auch Scart-RGB-Signale
einzuspeisen. Zudem lässt sich der Projektor über RS-232 fernsteuern.
Als Version Q-750d gibt es ihn auch mit externem Videoprozessor.

Blaue Beleuchtung:
Die Tasten auf der Fernbedienung sind übersichtlich angeordnet, wenn auch etwas klein beschriftet.
Zusatzinfo: Dynamischer Bildkontrast beim Runco Q-750i
Die dreistufige "Constant Contrast"-Funktion sorgt beim Runco für eine dynamische Erhöhung des Bildkontrasts in dunklen Szenen. Dabei reduziert der Projektor den Stromverbrauch in schwarzen Bildern um bis zu 70 Prozent und regelt das Videosignal nach, um den Helligkeitsverlust zu kompensieren. Allerdings bewirken solche Schaltungen je nach Motivfolge ein leichtes Helligkeitspumpen und setzen die Projektionshelligkeit in düsteren Szenen herab. Werden nun Kontrast und Gammaverlauf im Videosignal zu stark kompensiert, geht das auf Kosten der Differenzierung. Nachvollziehen lässt sich das mit unserem Testbild einer roten Rose vor schwarzem Grund: Die Blätter verlieren mit "Con-stant Contrast" an Durchzeichnung. Dank des hohen nativen Kontrastumfangs des Projektors von 2.000:1 kann man die Schaltung getrost deaktivieren – der Runco liefert dennoch den höchsten bislang von uns gemessenen ANSI-Kontrast.Alternativ gibt es eine Schaltung für den so genannten adaptiven Kontrast. Sie passt den Videokontrast und die Helligkeit bei nicht voll ausgesteuerten Szenen automatisch an, und zwar im Hellen wie im Dunkeln. Diese Funktion erhöht die Helligkeit der Rose, ohne dabei Verluste in der Differenzierung zu verursachen. Gleichzeitig senkt sie Graues auf Schwarz, beschneidet dabei aber ganz dunkle Graustufen leicht. Die Funktion eignet sich besonders zum Fernsehen, wo gelegentlich Material mit stark unterschiedlichen Bildkontrasten gesendet wird.



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