KEF Reference-Set - 5.1-Set für 43.500 Euro
Reference nennt sich die Topserie des traditionsreichen Boxenbauers KEF. Wie der Name verheißt, schaffen es dieexklusiven Lautsprecher locker in unsere Referenzklasse – mit begeisterndem Klang und anspruchsvoller Technik.
Wer sollte dieses Angebot ausschlagen? Als KEF-Produktmanager Sven Schlicher fragte, ob wir ein Boxenset aus der Reference-Serie testen wollten, konnte die Antwort nur "Ja!" lauten. Schließlich handelt es sich bei KEF nicht um irgendwen: 1961 von Raymond Cooke in England gegründet, avancierte das Unternehmen schnell zu einem der Marktführer in Sachen Lautsprecher. Die Gründe dafür lagen zum einen in der Zusammenarbeit mit der BBC, die damals bei der Akustik-Grundlagenforschung eine führende Rolle spielte, zum anderen im Erfindungsreichtum und dem Einsatz moderner Verfahren und Materialien. So verlegte sich die Firma früh auf Kunststoff als Membranmaterial. Nach eigenen Angaben war KEF zudem der erste Boxenbauer, der Computer zur Entwicklung einsetzte.
Auch nach dem Besitzerwechsel – KEF gehört heute zum Konzern Gold Peak Industries aus Hongkong – scheint die Innovationskraft ungebrochen. Als einer von wenigen Herstellern weltweit entwickelt und fertigt KEF so genannte Koinzidenzwandler, also Lautsprecher, bei denen der Hochtöner konzentrisch in den Tieftöner integriert ist und damit auf genau der gleichen Abstrahlebene sitzt (siehe Zusatzinfo unten).
Kein Wunder, dass sich selbst unter den erfahrenen Testern der audiovision eine gewisse Spannung aufbaute, als das Reference-Set eintraf, zumal es sich dabei um die neueste Form der Koinzidenzwandler handelt, von KEF Uni-Q genannt. Einen gewissen Dämpfer versetzte nur der Preis: Gepfefferte 43.500 Euro kostet das 5.1-Set.
Unverwechselbare Optik: Das Uni-Q-Chassis ragt bei den Frontboxen über das Gehäuse hinaus.
Technik
Als Frontlautsprecher dient das Topmodell, die Reference 207/2. Wie alle Standboxen der Serie hat sie zwei übereinander angeordnete, mit einem eigenen Gehäuseabteil versehene Basschassis, die bei ihr jeweils 25 Zentimeter messen. Darüber sitzt bei der Reference 207/2 ein weiteres 25er-Chassis, das aber ausschließlich für den unteren Mitteltonbereich zwischen 120 und 400 Hertz zuständig ist. Ein Stockwerk höher breitet sich die Spielwiese des Uni-Q-Chassis mit seinen 16 Zentimetern Durchmesser aus; es wird übrigens in allen Boxen der Reference-Serie eingesetzt. Dieses Chassis verfügt über ein eigenes, tropfenförmiges Gehäuse, das oben auf der Box sitzt und ihr ein absolut unverwechselbares Aussehen verleiht.
Um den Surroundsound kümmert sich in unserem Test-Set die kleinere Reference 203/2. Sie ist nicht ganz so komplex aufgebaut, sondern verfügt über zwei 16-Zentimeter-Tieftöner, die bis 300 Hertz arbeiten und dann an den Uni-Q-Treiber übergeben. Im Center Reference 204/2c finden sich gleich vier solcher 16er-Tieftöner, die das Mittel-/Hochton-Chassis in die Mitte nehmen.
Was sich hier unspektakulär liest, erweist sich bei näherer Betrachtung als anspruchsvoll und einfallsreich. So sind die Gehäuse innen aufwändig versteift, was jegliche störende Schwingung schon im Ansatz unterbinden soll. Zudem verjüngen sich die Gehäuse nach hinten und lassen interne Hohlraum-Resonanzen so gar nicht erst aufkommen. Nicht zuletzt überzeugt die bis ins letzte Detail absolut makellose Verarbeitung.
Neben Eingängen für den linken und rechten Kanal bringt der Subwoofer
einen ungefilterten Anschluss für den LFE-Ausgang des AV-Receivers mit.
Alle Eingänge stehen unsymmetrisch und symmetrisch zur Verfügung.
Über die Aufstellung im Raum haben sich die KEF-Entwickler ebenfalls
eingehend Gedanken gemacht. Grundsätzlich ist das Set zwar für freie
Aufstellung konzipiert, doch mittels einiger Schraubkontakte lässt sich
bei Bedarf der Bass absenken; das ermöglicht eine Aufstellung in der
Nähe der Wand, ohne dass der Tiefton überhandnimmt. Auch den
Hochtonbereich kann man in vier Stufen anpassen, was der Akustik
unterschiedlicher Räume Rechnung trägt und/oder die Aufstellung des
Centers hinter einer schalldurchlässigen Leinwand erlaubt, weil sich so
deren Absorption hoher Frequenzen ausgleichen lässt.
Ein beeindruckendes Beispiel für die hohe Sorgfalt bei Entwicklung und
Produktion liefern die extrem aufwändigen, von Hand gelöteten
Frequenzweichen. Ihre Bauteile sind auf mehrere Platinen verteilt, um
eine gegenseitige Beeinflussung weitestgehend auszuschließen. Sämtliche
Chassis selektiert KEF zudem mit hoher Genauigkeit, damit sie paarweise
oder als Heimkino-Set ein möglichst ähnliches Verhalten an den Tag
legen.
Flexibel: Mit Hilfe der Schraubkontakte über dem
Tri-Wiring-Anschluss lassen sich Bässe und Höhen an die jeweilige Aufstellung und an die Raumakustik anpassen.
Passend zum Rest treibt KEF auch beim Subwoofer Reference 209
erheblichen Aufwand. Die Membran des 45-Zentimeter-Chassis kann sich um
bis zu drei Zentimeter nach vorn und hinten bewegen, ohne dabei
ungebührliche Verzerrungen zu erzeugen – beste Voraussetzungen also, um
tiefste Frequenzen mit sattem Pegel wiederzugeben. Für die nötige Power
sorgt eine 1.000-Watt-Endstufe. Damit der Sub nicht allzu groß ausfällt,
verwendeten die Entwickler ein Verfahren namens ACE, mit dem sich das
wirksame Innenvolumen per Aktivkohle erhöhen lässt (siehe Kasten links).
Die integrierte Raumeinmessung, für die ein hochwertiges Mikrofon
beiliegt, komplettiert die Ausstattung.
Mit jedem Lautsprecher kommt eine edle Zubehör-Kiste ins Haus. In sie packt KEF
zum Beispiel dieStandfüße oder Spikes oder – im Falle des Subwoofers – das Messmikrofon.
Zusatzinfo: Koinzidenzwandler
Der ideale Schallwandler sieht für jeden Lautsprecher-Entwickler gleich aus: Sämtliche hörbaren Frequenzen strahlen vom selben Punkt aus ab und kommen gleichzeitig beim Hörer an, ohne Zeitverzögerung eines Bereichs. So lässt sich der Ton genau so wiedergeben, wie er aufgenommen wurde.
Bei üblichen Mehrwege-Lautsprechern sieht das Bild jedoch anders aus. Dort sitzen zwei oder mehr Chassis getrennt auf einer Schallwand und weisen somit unterschiedliche Abstände zum Hörer auf. Schlimmer noch: Die Abstände variieren mit der Position des Hörers. Die übliche, annäherungsweise Lösung des Problems besteht darin, alle Chassis übereinander anzuordnen. So variieren die Laufzeitunterschiede nur noch, wenn sich der Zuhörer im Verhältnis zur Box auf- oder abwärts bewegt. Seitliche Bewegungen hingegen führen nicht mehr zu Änderungen der Laufzeitdifferenz, die übrigens immer mit veränderten Frequenzgängen einhergehen.
Verbessern lässt sich die Lage, indem man beispielsweise bei einem Zweiwege-Lautsprecher den Hochtöner im Zentrum der Tiefton-Membran anordnet. Die Laufzeitdifferenzen fallen dann längst nicht mehr so groß aus. Und wenn die akustischen Zentren der Membranen von Tief- und Hochtöner auf einer Ebene liegen, sie also den Schall gleichzeitig losschicken, verschwinden die Differenzen sogar ganz. Heutzutage kann man dank moderner, kraftvoller Magnetmaterialien wie Neodym so kleine Hochtöner produzieren, dass sie in die Mitte der Bassmembran passen. Dann liegen die akustischen Zentren von Hoch- und Tieftöner gleichauf.
Genau das ist bei den Uni-Q-Chassis von KEF der Fall. Der Hersteller hat seine Technik über die Jahre so verfeinert, dass der Hochtöner die Bassmembran gleichsam als Hornvorsatz sieht. Diese ist so gestaltet, dass im Übergangsbereich zwischen den Membranen (um 2.300 Hertz) das Rundstrahlverhalten in alle Richtungen gleich ausfällt und keinerlei Unregelmäßigkeiten aufweist. Deshalb klingen alle Raumreflexionen, die beim Hörer ankommen – und die einen nicht zu unterschätzenden Anteil am Gesamtklang haben – sehr ähnlich wie der Lautsprecher auf Achse. Das hat eine erfreulich realistische, verfärbungsarme Wiedergabe zur Folge.


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abrufen. Für den kompakten Lektor Sub haben die dänischen Lautsprecher-Spezialisten einen 10-Zoll-Langhub-Treiber mit fester Holzfasermembran gewählt. 
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