Da-Lite JKP Affinity - Leinwand für 2.500 Euro
Lange war der kalifornische Hersteller Stewart unsere Referenz bei Heimkino-Bildwänden – nun ist er vom Thron gestoßen. Wie die neue Affinity von Da-Lite das schafft, lesen Sie hier.
Wenn es um möglichst perfekte Bildqualität geht, steht der Video-Experte Joe Kane aus den USA bei vielen Heim-Cineasten hoch im Kurs – so hoch, dass ihm seine Fangemeinde den Beinamen "Videopapst" verpasste. Kane ist unter anderem Produzent der in Heimkinokreisen als vorbildlich anerkannten "Digital Video Essentials"-Testdiscs auf DVD und Blu-ray. Außerdem optimiert er Komponenten verschiedener Elektronik-Hersteller, die dann das JKP-Logo (Joe Kane Productions) tragen. Sein Schwerpunkt liegt vor allem auf Projektoren, die oft von Samsung stammen, und auf Leinwänden, die bislang in der Regel von Stewart kamen.
Die Affinity des Herstellers Da-Lite ist nun das neueste Produkt mit Kanes Qualitätslogo. Von der Bildwand sind wir schon seit einiger Zeit begeistert, denn sie ist seit einigen Monaten fester Bestandteil unseres Testalltags und insgeheim bereits die Referenz der audiovision.
Dass wir erst jetzt einen Test dieser Bildwand veröffentlichen, liegt daran, dass sie bislang hierzulande nicht erhältlich war – und unseren Lesern den Mund wässrig zu machen mit einem Produkt, dass sie nicht kaufen können, erscheint uns wenig sinnvoll. Doch nun hat der erste deutsche Heimkino-Händler, nämlich Art&Voice in Hannover, die Affinity in sein Programm aufgenommen.
Joe Kane stimmte die Affinity-Bildwand von Da-Lite fürs Heimkino ab.
Technik
Die Bildwand heißt mit vollem Namen eigentlich Da-Lite Cinema Contour 16:9. Die Variante, die wir im Testraum verwenden und hier vorstellen, hat eine Bildbreite von 2,8 Metern und kostet 2.500 Euro. Es gibt sie ausschließlich im stationären Fachhandel, also nicht über Online-Shops. Das Tuch besteht – wie einst die Schallplatte – aus Vinyl, dessen chemische Zusammensetzung aber für die Bildwiedergabe optimiert wurde. Gegenüber beschichteten Bildwänden hat Vinyl den Vorteil, dass es sich problemlos mit einem feuchten Mikrofasertuch säubern lässt, ohne dass es dabei zu unerwünschten Ablösungen kommt. Mittels Druckknöpfen wird das Vinyl-Tuch in den Rahmen gespannt, der dann wie ein Bild an der Wand hängt; der Aufbau geht schnell und unkompliziert vonstatten. Der Rahmen selbst ist acht Zentimeter breit und schwarz, absorbiert also Streulicht oder unerwünschte Bildränder sehr effektiv.
Verarbeitung und Material weisen allerdings eine nicht ganz so hohe Qualität wie beim Konkurrenten Stewart auf. Zum einen verzieht sich die Leinwand um die Druckknöpfe herum ein wenig, zum anderen ist die Beschichtung des Rahmens nicht ganz rabenschwarz – hier bleibt Stewart Klassenbester.
Zusatzinfo: Wie Leinwände und der Raum den Kontrast erhöhen können
Nicht nur der Projektor, auch die Leinwand und der Raum bestimmen die Bildwirkung. Hierfür sind mehrere Faktoren maßgeblich:
1. Die Maskierung: Dabei handelt es sich im Grunde um eine optische Täuschung, denn ein schwarz umrandetes Feld sieht heller aus als dieselbe Fläche ohne schwarzen Rand. Auch dunkle Stellen im Bild wirken subjektiv kontraststärker, wenn das Bild zu allen vier Seiten dunkel eingerahmt ist. Ein Problem stellen Cinemascope-Filme im Seitenverhältnis 21:9 dar, die vom Format der Leinwand abweichen. Im Fachhandel werden dafür Leinwandsysteme mit flexibler Maskierung angeboten.
2. Streulicht aus dem Raum: Wenn die Leinwand angeleuchtet wird und diffus zurückstrahlt, erhellt sie alle angrenzenden Möbel oder gegenüberliegenden Wände. Deren Licht strahlt wiederum zurück auf die Leinwand und hellt dort Bildpartien auf, die eigentlich schwarz bleiben sollten. Der kontraststärkste Projektor nützt vor allem in hell eingerichteten Räumen wenig, das Bild wirkt flau. Um Streulicht zu reduzieren, muss man aber nicht gleich alle Wände mattschwarz streichen. Auch dunkle Teppiche und Möbel sowie vorziehbare dunkle Samtvorhänge schlucken viel Streulicht.
3. Abgedunkelte Leinwand mit reflektierender Schicht: Spezielle Leinwände erhöhen anders als diffuse Leinwände den Kontrast, indem sie eine leicht abgedunkelte Leinwand mit einer reflektierenden Schicht kombinieren. Sie schickt vor allem bei Deckenprojektion mehr Licht vom Projektor in Richtung Zuschauer und seitliches Streulicht von ihm weg.


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