JVC XV-BP 1 - Blu-ray-Player für 350 Euro
JVC brachte schon Ende letzten Jahres mit dem NX-BD 3 ein Komplettsystem fürs Blu-ray-Heimkino auf den Markt. Da es über eine DLNA-Netzwerkfunktionalität verfügt, verwundert es ein wenig, dass JVCs erster separater Blu-ray-Player XV-BP 1 über die Ethernetbuchse lediglich BD-Live-Inhalte aus dem Internet holen kann.
Ausstattung und Bedienung
Im Heimkino erfüllt der JVC die wichtigsten Wünsche. Er überträgt alle modernen Tonformate als Bitstream und gibt 24p-Kinobilder aus. Mit Extras hält sich der Player zurück, was sich aber auch positiv niederschlägt, nämlich in einem aufgeräumten Design und einer einfachen Bedienung. Auf dem sparsam bestückten Anschlussfeld finden sich nur die wichtigsten Schnittstellen. Es gibt weder einen Lüfter noch einen Netzschalter. Unter der Klappe auf der Front sitzt ein USB-Anschluss. Obwohl JVC beim XV-BP 1 von BD-Live-Funktion nach Profil 2.0 spricht, fehlt der für diesen Standard vorgeschriebene interne Speicher oder alternativ ein mitgelieferter USB-Stick für die Downloads.
Das Abspielen von MP3-Dateien, Fotos und DivX-Videos funktioniert nicht nur übersichtlich, sondern auch schnell. Die Fotoqualität stimmt bis ins letzte Detail und begeistert mit flotten Ladezeiten sowie einer tollen Diavorschau. Nur manche DivX-Videos spielt der Player nicht bildschirmfüllend im 16:9-Format ab, sondern nur in 4:3 mit seitlichen Balken. AVCHD-Videos nimmt der JVC ausschließlich von Discs entgegen.
Bis auf eine Umstellung des HDMI-Farbraums von RGB auf YCbCr bietet der XV-BP 1 videotechnisch keine Besonderheiten. Videoregler gibt es nicht, dafür lassen sich über eine Direkttaste auf der Fernbedienung alle Ausgangsauflösungen von 576i bis 1080p inklusive 24p komfortabel einstellen. Erfreulich sind die relativ flotten Startzeiten des Players, der ganz ohne Schnellstart-Modus in rund 19 Sekunden den HD-Film startet.

Kompakt: Auf der JVC-Fernbedieung drängeln sich viele Knöpfe,
darunter eine praktische Taste zum Umschalten der Bildauflösung.
Bildqualität Blu-ray
Die Pflicht eines BD-Players, nämlich erstklassiges HD-Kino im 1080p-Format mit 24 Hertz darzustellen, beherrscht der JVC ohne Einschränkung. Auch die Vollbildausgabe von 1080i-Dokumentationen oder 1080i-Konzerten setzt er ohne hässliche Treppenstufen in 1080p um. Da die digitalen Pegel bei der Farbdecodierung sowie der Darstellung von Normweiß und Normschwarz ebenfalls nahezu perfekt sind, hält er mit den besten Playern des Testfelds locker mit. Leider verfügt er über keinen Video-Equalizer, um schlechten Scheiben manuell auf die Sprünge zu helfen.
Zu bemängeln gibt es lediglich Kleinigkeiten. So schneidet er bei HDMI-Zuspielung auf dem im Test eingesetzten Plasma-Fernseher von Panasonic (TX-P 42 G15E) ultraschwarze und ultraweiße Bereiche ab. Da er sie aber je nach HDMI-Dialog mit dem Display im RGB-Farbraum korrekt anzeigt, erhält er trotzdem die entsprechenden Punkte in der Laborwertung. Außerdem spielte der JVC als einziger Player im Testfeld eine Test-BD mit Bildern in den drei HDTV-Codecs nicht ab, da er die Discstruktur nicht erkannte. Und eine bekannt kritische Testsequenz von HD-Material im ungewöhnlichen Format 1080/30p flimmert; Top-Player wie der Pioneer BDP-LX 52 meistern die Szene dagegen perfekt.

Sparsam: Der JVC XV-BP 1 konzentriert sich in analoger Hinsicht aber auf die
wichtigsten Schnittstellen für Stereoton oder YUV. Über seine Netzwerkbuchse
lassen sich lediglich BD-Live-Extras laden, ein Streaming vom PC oder der Abruf
von YouTube-Videos ist nicht möglich.


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