Videoverarbeitung
Dem eigentlichen Thema des AVR 600, also dem Einsatz im Heimkino, widmet sich Arcam eingehend. Fünf HDMI-Eingänge und zwei -Ausgänge sorgen für die Verarbeitung von hochauflösendem Bild und Ton. Die Signale werden von einem Pixelworks-Videoprozessor ordentlich gewandelt und skaliert, wenn auch nicht fehlerfrei: Über YUV eingehenden 576i-Signalen verpasst der Receiver bei der Wandlung in Vollbilder einen störenden Gelb-Grünstich. An der Bildschärfe und der Qualität des De-Interlacings gibt es hingegen nichts auszusetzen. Kritik verdient aus Vollbild-Film abgeleitetes 1080i-Material, wie es zum Beispiel Spielfilm-Sender in HD über Satellit schicken: Dem Arcam gelingt weder über YUV noch über HDMI, ihm die nötige Bildruhe einzuhauchen. Hier stören ständiges Flimmern und Unruhe bei bewegten Bildern.

Gut strukturierte und klar lesbare Menüs sorgen beim AVR 600 für hohen Bedienungskomfort.
Tonqualität Surround
Besondere Aufmerksamkeit widmet Arcam den sieben Endstufen. Sie arbeiten im Bereich bis 20 Watt im Class A-Betrieb besonders linear, darüber wechselt die Betriebsart in den Class G-Modus. Das erhöht den Wirkungsgrad, da die Versorgungsspannung nicht immer gleich hoch ist, sondern bei niedrigen Lautstärken gering bleibt und erst mit zunehmendem Leistungsbedarf stufenweise höher geschaltet wird. Somit produzieren die Verstärker weniger Wärme.
Obwohl es die massive Optik vermuten ließe, ist der AVR 600 kein Leistungsmonster. 5 x 90 Watt an acht und 5 x 133 Watt an vier Ohm lassen sich zwar nicht gerade schwachbrüstig nennen, doch die Konkurrenz in dieser Preisklasse schafft mehr. Lautsprecher mit gutem Wirkungsgrad vorausgesetzt, gibt sich der Arcam aber selbst im größeren Heimkino keine Blöße. Das beweist er im Hörraum von audiovision an unseren Referenz-Boxen von Bowers & Wilkins, wo er temperamentvoll und mit begeisternder Impulsivität aufspielt. In der Eingangsszene von "Iron Man" (Blu-ray mit DTS-HD Master Audio 5.1, zugespielt via HDMI) explodiert die Automine mit einem gewaltigen Krachen, und die Kugeln zischen so realistisch durch den Raum, dass selbst wir geübten Probehörer unweigerlich den Kopf zwischen die Schultern zogen.
Die Bauweise erinnert fast an modulare Einschubtechnik und vermittelt damit
einen höchst professionellen Eindruck. Um Resonanzen zu vermeiden,
sind die Lamellen des großen Kühlkörpers – wie so häufig – unterschiedlich lang.
Nicht ganz so martialisch, aber nicht weniger erschütternd geht es zur
Sache, wenn in Disneys "Ratatouille" (Blu-ray mit englischem PCM 5.1,
zugespielt via HDMI) der Blitz in die Hütte der alten Frau einschlägt –
unwillkürlich zuckten wir zusammen. Als sich die alte Dame zur Furie
wandelt und den Rattenbrüdern per Schrotflinte donnernd zu Leibe rückt,
liefert der AVR 600 genau die richtige Dynamik. Selbst bei extremer
Lautstärke behält er die Kontrolle. Der Yamaha RX-V 3900 (um 1.800
Euro, Test auf Seite 70) muss sich da geschlagen geben, obwohl er über
mehr Leistung verfügt; er bleibt weniger konturiert und weicht früher
auf – Potenz ist eben doch nicht alles. Dass der Yamaha kein echter
Gegner ist, belegt auch die Räumlichkeit. Den Einzug von Gandalf ins
Auenland aus dem ersten "Herr der Ringe"-Abenteuer malt der Arcam
einhüllender und noch entspannter.
Für ein spannenderes Duell deuteten wir Pioneers Flaggschiff aus, den
SC-LX 90 Susano (um 7.000 Euro, Test in audiovision 09-08). Geht es bei
"Away From The Sun" von Three Doors Down (DVD, Ton in DTS 5.1,
Zuspielung via S/P-DIF) um brutale Dynamik und Durchsetzungskraft im
Bass, hat der Pioneer leicht die Nase vorn. Er rotzt den von Monster
Music so kongenial aufgezeichneten Live-Hardrock noch unmittelbarer und
ansatzloser in den Hörraum als der Arcam, dem nun bei höheren
Lautstärken früher die Puste ausgeht. Bei etwas beschaulicheren Tönen
dagegen, etwa "Givin'It Up" von George Benson und Al Jarreau, schließt
der Arcam auf, Sänger und Instrumente stellt er nahezu genauso mühelos
und mit klar definierter Räumlichkeit dar wie der Pioneer. Allerdings
gilt das nur, wenn der Arcam über S/P-DIF mit Digitalsignalen beschickt
wird; über HDMI erklingt er ein wenig rauer und etwas detailärmer. Bei
HD-Ton fällt das dagegen kaum auf, denn hier spielt die höhere
Auflösung ihre Trümpfe aus: Auch mit dem AVR 600 stellen sich bei "They
Can't Take That Away From Me" von Jane Monheit und John Pizzarelli viel
Faszination und tolle Räumlichkeit ein.
Tonqualität Stereo
Wie bei der Herkunft des AVR 600 nicht anders zu erwarten: Mit nur zwei Kanälen macht der Receiver eine außerordentlich gute Figur. Ob nun Friend 'n Fellow ihr "Crystal" zum Besten geben oder bei "Tiden Bara Gar" die Jazzband im alten Schlachthaus zu Höchstform aufläuft – der Arcam präsentiert Musik immer höchst detailliert und mit fein aufgelöster Räumlichkeit, ohne dabei die Emotionen zu vergessen. Selbst wenn Metallica mit brachialer Gewalt zur Sache geht, bleibt er konturiert. Dafür gibt's von uns die Höchstwertung. Selbst wer seine Musik im MP3-Format auf einem Streaming-Server (siehe Kasten "Netzwerkfunktionen") liegen hat, kann sich über ausgesprochen sauberen Klang freuen, sofern die Daten nicht zu stark komprimiert vorliegen.

Kantig und schnörkellos präsentiert sich das Design des AVR 600 von Arcam.
Zusatzinfo: Dolby Volume
Ein Problem ärgert Besitzer von HiFi- und Heimkino-Anlagen schon lange: Durch die nicht genormten Pegel der unterschiedlichen Quellgeräte treten beim Umschalten häufig große Sprünge in der Lautstärke auf.
Dieses Problem will Dolby mit seiner neuen Technologie namens "Volume" lösen. Dabei wird mit Regelschaltungen der Pegel von zu leisen Eingängen erhöht und der von zu lauten verringert, sodass beide dem Hörer gleich laut erscheinen. Die technische Umsetzung ist keineswegs trivial und hat einige Jahre gedauert. Denn die Schaltungen müssen zwischen groben Pegelschwankungen und der Dymamik von normaler Musik/Heimkinoton mit schnellen Lautstärkewechseln unterscheiden; schließlich sollen die Schaltungen nur die Pegelsprünge beim Umschalten eliminieren, aber nicht alles flach und gleichförmig klingen lassen. Zusätzlich integrierte Dolby eine Dynamik-Kompression für geringe Abhörlautstärken und eine Schaltung, die Bässe und Höhen dem eingestellten Pegel anpasst.
Der Arcam AVR 600 ist der erste AV-Receiver auf dem deutschen Markt mit Dolby Volume und war für audiovision die erste Gelegenheit, das Verfahren zu testen. Vorläufiges Resultat: Es funktioniert prächtig.


Als neuesten Hardware-Test können Sie ab sofort auf audiovision.de kostenlos den Test des Subwoofers Dali Lektor Sub im HTML-Format
abrufen. Für den kompakten Lektor Sub haben die dänischen Lautsprecher-Spezialisten einen 10-Zoll-Langhub-Treiber mit fester Holzfasermembran gewählt. 
Als neuesten Hardware-Test können Sie ab sofort auf audiovision.de kostenlos den Test des Subwoofers Canton Sub 12 im HTML-Format
abrufen. Der Einsatz einer Passivmembran ist aufwändiger als eine normale Bassreflexkonstruktion, obwohl das Prinzip ähnlich ist – einmal schwingt die Passivmembran, einmal die Luftsäule im Bassreflexrohr.
Zum Höhepunkt der Internet-Blase war Sony an den Börsen 100 Milliarden Dollar wert, heute addieren sich die Aktien auf gerade mal 18 Milliarden. Samsung dagegen wird mit rund 130 Milliarden bewertet.
In der neuen Ausgabe testen wir XXL-Fernseher zwischen 50 und 55 Zoll. Neben der Bildqualität haben wir uns die USB-Recording-Funktion ganz genau angeschaut - mit teils überraschenden Ergebnissen. Darüber hinaus testen wir den ersten 4k-Projektor mit einer Auflösung von 3.840 x 2.160 Pixeln. Für Blu-ray-Freunde haben wir zwei Player der Luxusklasse von Arcam und Cambridge Audio ins Messlabor gebeten.
Die Strategie scheint zu funktionieren: Sharp meldet aus den USA eine große Nachfrage nach den neuerdings angebotenen Großformat-Bildschirmen in 60, 70 und 80 Zoll.









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Filme zum Kinostart auch im Wohnzimmer, dieser Traum rückt näher. Aber ob er jemals wahr wird, ist noch offen.
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Die Umstellung auf digitale Projektion ist noch nicht abgeschlossen, da drängen bereits neue Technologien in die Kinosäle.