Sony XEL-1 - OLED-TV für 4.300 Euro
Sony präsentiert den ersten Fernseher auf OLED-Basis. Mit einer Diagonale von elf Zoll ist der Winzling zwar nichtgerade alltagstauglich, zeigt aber das Potenzial der Technik.
Normalerweise testet audiovision Fernseher nur, wenn sie volle HDTV-Auflösung und eine Diagonale von mindestens einem Meter haben; schließlich sollen sie das passende Bild fürs Heimkino liefern. Der kleine Sony-TV bietet weder das eine noch das andere – dafür aber eine neue Display-Technik auf Basis organischer Leuchtdioden (OLED). Und die ist allemal einen Test wert.
Technik
Im Gegensatz zu anorganischen Leuchtdioden (LED) lassen sich OLEDs extrem klein bauen und direkt für die Bilderzeugung einsetzen. Die bei LCD-Fernsehern notwendige Kombination aus Bildpunkt (LCD) und Hintergrundbeleuchtung entfällt. Weil OLEDs in schwarzen Bildbereichen weder Strom verbrauchen noch Restlicht emittieren, liefern die Displays hohen Kontrast und verbrauchen wenig Strom. Wann man aber große OLED-Fernseher kaufen kann, steht noch nicht fest. Zwar gab es auf Messen bereits 40-Zoll-Displays zu bestaunen, doch dabei handelt es sich um handgefertigte Einzelstücke, da entsprechende Produktionsstätten noch nicht existieren..
Spartanisch: An Sonys OLED-Winzling XEL-1 findet sich kein einziger analoger Videoeingang.


Flexibel: Das Display läst sich verstellen und bietet so immerdie optimale Ansicht.
Ausstattung und Bedienung
Flacher geht's kaum: Knapp einen Zentimeter misst der 28-Zentimeter-Bildschirm an der dicksten, nur drei Millimeter an der dünnsten Stelle. Die Steuerelektronik sitzt in einem schlanken Standfuß. Über eine Antennenbuchse, die etwas unschön übersteht, empfängt und verarbeitet sie analoge TV-Signale sowie digitales Antennen- und Kabelfernsehen (DVB-T und DVB-C). Analoge Videoschnittstellen gibt es nicht, aber zwei HDMI-Eingänge und einen USB-Port für die Fotowiedergabe. Die Auflösung von 960 x 540 Pixeln entspricht leider nur einem Viertel von Full-HD. Als universeller Mini-Monitor für HDTV und PC-Anwendungen scheidet der Sony daher aus, zumal man einem OLED-Bildschirm momentan noch nicht allzu oft Standbilder zumuten sollte, da Einbrenneffekte auftreten können.
Ansonsten darf der Sony trotz Minimaßen als ausgewachsener Fernseher gelten. Er wartet mit vielfältigen Bildeinstellungen und einem ansprechenden Rollregister-Menü im Stil der Playstation 3 auf. Die mit neun Millimetern ebenfalls ultraflache Fernbedienung überzeugt mit einem übersichtlichen Tastenlayout und passt gut zum Fernseher.

Neuheit: Sonys erster OLED-Fernseher ist mit seinen 28 Zentimetern Diagonale nur ein paar Zentimeter höher als die beiliegende Fernbedienung.
Bildqualität Fernsehen
Das analoge Fernsehbild über Antenne lässt zu wünschen übrig. Zwar erstrahlt es mit natürlichen Farben und viel Kontrast, doch die durchschnittliche Bildschärfe stört genauso wie das Rauschen oder die Abstufungseffekte in dunklen Bildstellen. Deutlich besser sieht das DVB-T- und DVB-C-Fernsehbild aus: Die Schärfe stimmt, und es grießelt nicht.
Ein echtes Erlebnis ist die exzellente Bewegungsschärfe, die den besten Plasma-Fernsehern und auch Sonys LCD-TV mit 200 Hertz überlegen ist. Selbst scharf geschlagene Tennisbälle sausen ohne Flackern, Doppelkanten oder Verschmieren über den Schirm. Im Direktvergleich konnte das einzig ein Studio-Röhrenmonitor bei bestimmten Bildern noch besser, denn er gibt Details in kontrastarmen Flächen ohne Schmieren wieder.
Zum Ton: Die Lautsprecher, die im schlanken Fuß stecken, klingen bei Sprache erstaunlich erwachsen und klar. Mit Musik fällt aber das Fehlen von Grundton und Bass auf.



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