Panasonic DMP-BD60 - Blu-ray-Player für 330 Euro
Panasonics Blu-ray-Player BD 60 ist nicht nur enorm gut und günstig, er mischt mit YouTube auch die Multimedia-Front auf.
Der Elektronikriese Panasonic ist immer für eine Überraschung gut. Erst kürzlich beschlossen die Japaner beispielsweise, ihre Waschmaschinen und Kühlschränke auch in Deutschland anzubieten. Mindestens genauso überrascht ihr neuer Blu-ray-Player BD 60: Er spielt YouTube-Videos ab. Das klappt über den hauseigenen Server-Dienst "Viera Cast", den Panasonic in den nächsten Monaten erweitern will (siehe Kasten unten).
Ausstattung
Der BD 60 gibt sich als multimedialer Tausendsassa. Per Netzwerkschnittstelle ermöglicht er neben BD-Live und dem bereits erwähnten "Viera Cast" auch die Verbindung zum heimischen PC. Dank DLNA-Kompatibilität spielt er von dort Fotos, MP3-Dateien und sogar HDTV-Videos ab. Einzige Voraussetzung: Auf dem Computer muss eine entsprechende Server-Software laufen, beispielsweise "TwonkyMedia" (kostenlos auf www.twonkyvision.de). Wer allerdings aktuelle Camcorder-Videos im Format AVCHD abspielen möchte, muss auf den SD-Card-Einschub an der Front oder eine gebrannte Disc zurückgreifen. Die in dieser Generation hinzu gekommene USB-Schnittstelle (für USB-Sticks und externe Festplatten) und die Netzwerkbuchse unterstützen die Übertragung von AVCHD aus unerfindlichen Gründen nicht.
Was dem BD 60 im Vergleich zum demnächst erscheinenden BD 80 für 400 Euro fehlt, ist ein analoger Mehrkanal-Ausgang für den Ton. Den vermissen aber nur altgediente Heimkino-Fans, die noch keinen modernen AV-Receiver mit HDMI-Eingang besitzen. Alle anderen werden mit dem BD 60 rundum glücklich, denn er bietet ansonsten alles. Die 24p-Wiedergabe gelingt ihm ebenso wie das Decodieren von HD-Ton ins PCM-Format für die Übertragung per HDMI. BD-Live funktioniert, wie bei Panasonic üblich, ohne eingebauten Speicher, sondern mit Zwischenspeicherung der heruntergeladenen Inhalte auf SD-Karte.

Bewährt und übersichtlich:
Fernbedienungen von Panasonic sind eine Klasse für sich.
Weitere Veränderungen im Vergleich zum Vorgängermodell BD 35 wirken sich positiv auf den Stromverbrauch und die Ladezeiten aus (mehr dazu im Kapitel "Bedienung"). Per Eco-Link geht der Player automatisch schlafen, wenn ein angeschlossener Panasonic-Fernseher ausgeschaltet wird. Im Test funktionierte das dank HDMI-CEC-Kompatibilität sogar mit Fernsehern anderer Hersteller.
Viele Zusatzfunktionen versüßen zudem den Heimkino-Alltag mit dem Panasonic BD 60, darunter ein dimmbares Display und ein flexibel einstellbarer Videoprozessor mit vielen Optionen. Zudem zeigt der Player auch noch den aktuell abgespielten Video- und Audio-Codec an, ein von wissbegierigen Technik-Fans geschätztes Feature
Bedienung
Die Fernbedienung liegt gut in der Hand und hat deutlich beschriftete Tasten, was die Steuerung einfach macht. Ihre Widerstandsfähigkeit bewies sie im Testbetrieb ebenfalls, denn sie funktionierte nach einem Sturz vom Schreibtisch – ja, auch uns passiert so etwas gelegentlich – noch einwandfrei.
Ungeduldige Naturen wird es freuen: Dank neuer Schnellstart-Funktion dauert es vom Bereitschaftsbetrieb bis zur Wiedergabe der Blu-ray nur noch neun Sekunden; klassenüblich sind derzeit mehr als 20 Sekunden. Allerdings verbraucht der BD 60 mit aktivierter Schnellstart-Funktion stattliche vier statt 0,3 Watt. Ob der Beschleunigungsgewinn den dauerhaft höheren Stromverbrauch wert ist, bleibt daher die Frage. Mit nur 14,8 Watt Stromaufnahme während des Betriebs stellt der Player aber einen neuen Rekord auf und verdient sich so unser Stromsparer-Logo.
Bei den allgemein gähnend langen Einlesezeiten für Filme auf Blu-ray macht der BD 60 leider keine Ausnahme: Satte 26 Sekunden vergehen nach dem Schließen der Schublade mit unserer Testdisc, bis das erste Bild zu sehen ist.
Die "Viera Cast"-Funktionen (siehe Kasten vorhergehende Seite) gehen leicht von der Hand. Nach längerer Inaktivität erscheint sogar ein Bildschirmschoner, damit sich das schöne Menü nicht in einen angeschlossenen Plasma-Fernseher einbrennt. Da haben die Entwickler mitgedacht.
Bildqualität Blu-ray
Schon die früheren Player-Generationen von Panasonic erwiesen sich als Blu-ray-Experten, auch und gerade in Sachen 24p. Der BD 60 ist da keine Ausnahme. Selbst technisch anspruchsvolle Filme wie "Casino Royale" mit seinen zahlreichen Stolpersteinen oder "Sex and the City" mit vielen Nahaufnahmen von Gesichtern und schwierigen Schwenks meistert er in vollendeter Perfektion. Nicht mal bei trickreichen Testbildern lässt er sich aufs Glatteis führen. Zudem bügelt er mit seinen guten Videoreglern leichte Schwächen mancher Filme aus, etwa zu hohes Rauschen oder Unschärfen.
Nach langem Suchen fanden wir doch ein kleines Manko: Die Vollbild-Umwandlung von Video-
material mit 60 Bildern pro Sekunde (1080i/60Hz) klappt nicht immer fehlerfrei, wie die Demodisc "Pioneer Demo Contents 2008 Summer" zeigt. Bei normalen HD-Dokumentationen wie "Antarctica Dreaming" oder HD-Konzerten wie "Doktor Faust" leistete sich der BD60 hingegen keine Schwächen bei der Vollbildwandlung. Generell glänzt der HDMI-Ausgang mit exakten Videoleveln und hervorragendem Frequenzgang.

Wenig Anschlüsse weist der Pansonic auf, aber alles Wichtige. Außer Netzwerk,
HDMI und Strom braucht man im modernen Heimkino ohnehin fast nichts mehr.
Zusatzinfo: Besonderheiten bei Videoeinstellungen und DVD-Wiedergabe
Wie die Vorgänger BD 35 und BD 55 bietet der BD 60 siebenfache Bildregler sowie eine ausgereifte Vollbildwandlung mit dreifach umschaltbarem Filmmode (Auto, Film, Video). Der ab Werk eingestellte Modus "Auto" ist ein guter Kompromiss, um sowohl TV- als auch Kinobilder in saubere Vollbilder zu konvertieren. Bei Kino-DVDs, die wie "Sechs Tage sieben Nächte" ohne Vollbildmarker produziert wurden, stößt der "Auto"-Modus aber an seine Grenzen: Die Strandszene im fünften Kapitel wechselt dann zwischen Flimmern und korrekter Vollbildqualität – für Filmliebhaber ein Graus.
Über die "Display"-Taste der Fernbedienung lässt sich aber problemlos der für Kino optimierte Modus "Film" aktivieren, der die gleiche Szene in durchgängig flimmerfreier Qualität meistert. In diesem Modus ersetzt der Panasonic tatsächlich einen High-End-DVD-Player, der noch dazu mit kompletten Videoreglern inklusive Schärfe und zwei Rauschfiltern bestückt ist und so effektives Bildtuning erlaubt.
Leider hat aber auch der BD 60 ein kurzes Gedächtnis, genau wie seine Vorgänger. Er vergisst diese tolle Einstellung ständig und wechselt in den Modus "Auto", sobald eine neue Scheibe eingelegt wird. Das macht er selbst im Bildmodus "Cinema", der eine dunklere Gamma-Charakteristik als die "User"-Einstellung zeigt. Und doch: "Auto" ist, genau wie "Video", nur bei TV-Produktionen oder Konzerten, die mit 50 Bildern pro Sekunde produziert wurden, die bessere Wahl; hier entstünden mit "Film" seitliche Kämme.
Egal ist die Filmmode-Einstellung bei Kino-DVDs mit gesetztem
Vollbildmarker: Dann wertet der Panasonic das "Progressive Flag" aus
und liefert auch im "Auto"-Modus (aber nicht bei "Video"!) flimmerfreie
Vollbilder.


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