Marantz AV8003/MM8003 - Vor/End-Kombi für 2.000 Euro
Fairer Preis, Spitzenklang, modernste HD-Ausstattung und neue Multimedia-Fähigkeiten: Die Vor/End-Kombi von Marantz lehrt selbst teuerste Boliden das Fürchten.
Receiver mit HD-Ton-Decodierung gibt's wie Sand am Meer. Bei Vor-/Endstufen-Kombis hingegen war der Denon AVP-A1 HD/POA-A1HD (Test in audiovision 8-2008) der einzige Vertreter der HD-Ton-Zunft – bis jetzt.
Denn Marantz bringt eine hochmoderne Vor/End-Kombi mit allen erdenklichen Schikanen, von insgesamt sechs HDMI-Schnittstellen im modernen 1.3-Standard bis hin zu sämtlichen HD-Tonformaten. In Sachen Multimedia bietet sie sogar ein absolutes Novum, denn die Vorstufe holt nicht nur Musik- und Fotodateien, sondern sogar Videos vom Mediaserver (siehe Infokasten). All das gibt es zum erstaunlich günstigen Preis: Zusammen kosten die AV-Vorstufe AV 8003 und die Achtkanal-Endstufe MM 8003 4.600 Euro. Beileibe kein Schnäppchen, aber günstiger als die Verstärker-Flaggschiffe von Denon (5.500 Euro), Pioneer (7.000 Euro) und Yamaha (5.500). Und wohlgemerkt: Bei Marantz bekommt man fürs Geld zwei getrennte Geräte mit jeweils eigenem Gehäuse und Netzteil.
Technik
Zwei statt nur einem Gehäuse bieten zwar an sich noch keine Garantie für guten Klang, verfügen aber immerhin vom Start weg über das nötige Potenzial. Denn zum einen haben störende Hochfrequenz-Signale, beispielsweise aus der digitalen Audio- oder Video-Signalverarbeitung, durch zwei Gehäusewandungen hindurch kaum die Chance, sich in die analogen Töne einzumischen. Zum anderen kann ein Endstufen-Netzteil noch so groß sein, seine Ausgangsspannung wird trotzdem immer leicht schwanken: Die Ströme, die von den Lautsprechern gefordert werden, sind sehr hoch und ändern sich zudem stark und schnell mit dem Signal. Für die Vorstufe in einer Kombi hingegen spielt das keine Rolle, denn sie bringt ihre eigene Versorgung mit, die sich zudem besser auslegen lässt, da die Strombelastung bei Vorstufen gleichförmiger verläuft.
In Sachen Gehäuse und Verarbeitung leisteten die Marantz-Entwickler ganze Arbeit. Die Innenseiten der Stahlblech-Behausungen sind verkupfert, sehr stabil und passgenau gefertigt. Die Fronten wirken edel und der gehobenen Preisklasse angemessen, auch wenn sich die geschwungenen Seitenteile als schnöder Kunststoff entpuppen.

Vorstufe: Die Elektronik der Vorstufe wird auch wegen des leistungsfähigen Videoprozessors
mit einem vergleichsweise großen Ringkern-Trafo (unten links) mit Strom versorgt.

Endstufe: Am Kühltunnel der Marantz-Endstufe sorgt ein recht leiser Lüfter für flott
durchziehende Kühlluft. So arbeiten die Leistungstransistoren immer wohl temperiert.
Ausstattung
Von den beiden Fernbedienungen ist die einfachere für eine Multiroom-Nebenzone gedacht. Der aufwändigere Geber hat ein integriertes Display, ist umfangreich programmierbar, und zwar mit Hilfe der PC-Software Wizz.it3. Das tröstet aber nicht über die hakelige Bedienung des teils stark verzögert reagierenden Bildschirmmenüs hinweg.
Die Vorstufe AV 8300 weist ein großes Anschlussfeld auf, unter anderem mit vier HDMI-Eingängen und zwei HDMI-Ausgängen, von denen sich allerdings immer nur einer aktivieren lässt. An der Geräterückseite erkennt man, dass die Marantz-Entwickler fest an die klangliche Überlegenheit von symmetrischen Kabeln glauben: Es gibt nicht nur entsprechende Ausgangsbuchsen für alle 7.1 Heimkino-Kanäle, sondern zudem einen symmetrischen Stereo-Eingang für einen CD-Spieler. Herkömmliche Audio- und Video-Anschlüsse finden sich, der Preisklasse entsprechend, in reichlicher Zahl.
Was den modernen Heimkinoton betrifft, präsentiert sich die Marantz-Vorstufe ebenfalls mit ausgezeichneter Ausstattung. Sie verfügt über sämtliche HD-Ton-Decoder – bei Vorstufen derzeit keine Selbstverständlichkeit. Darüber hinaus bringt sie Circle Surround, Dolby Headphone und Dolby Virtual Speaker sowie eine Signalverarbeitung nach THX Ultra 2 mit.
In Sachen Einmess-Automatik setzt Marantz auf das hochkarätige System Audyssey MultEQ. Dabei handelt es sich zwar nicht um die aufwändigste Variante, doch immerhin wird das Übertragungsverhalten von Lautsprechern und Raum für bis zu sechs verschiedene Hörplätze eingestellt. Außerdem arbeitet das System im Zeitbereich und soll damit Wandreflexionen kompensieren, die bei der Raumabbildung stören. Dass diese Automatik den Klang tatsächlich auf allen Plätzen gleichzeitig optimiert, zeigte sie in diesem Test eindrucksvoll. Sie verbessert nicht nur die Klangbalance, sondern sorgt für mehr Räumlichkeit.
Bleibt noch die Endstufe MM 8003, die zum Preis von 1.800 Euro angesichts ihrer Ausstattung günstig ausfällt. Sie besitzt acht gleichstarke Kanäle, dazu symmetrische und asymmetrische Eingänge sowie diverse Fernsteuerungs-Anschlüsse.

Neben den zahlreichen HDMI-Buchsen fallen auf den Anschlussfeldern der Marantz-Kombi
vor allem die reichlich vorhandenen symmetrischen Anschlüsse ins Auge.


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