Marantz SR 6003 – AV-Receiver für 1.000 €
Dass sich der brandneue SR 6003 am Design der Stereo-Boliden von Marantz orientiert, verleiht dem AV-Receiver ein gewisses High-End-Flair. Marantz drückt so seine traditionelle Wertschätzung des guten alten Stereo-Tons aus.
Ausstattung und Technik
Der Preisklasse nicht ganz angemessen, bringt der Marantz nur drei HDMI-Eingänge mit, dafür aber zwei Ausgänge. Dank neuestem Verbindungsstandard 1.3a decodiert er, wie alle Testkandidaten, DTS-HD und Dolby TrueHD. HDMI-Videosignale reicht er ohne De-Interlacing oder Upscaling weiter. Analogen Bildern bietet er diesen Service hingegen bis hinauf zu 1080p, verliert dabei aber etwas an Bildschärfe und leistet sich einige Ungereimtheiten bei der Wandlung in Vollbilder: Die Filmmode-Erkennung arbeitet nur ungenügend, kritische Szenen leiden unter Bewegungsflimmern, und zwar sowohl bei 576i als auch bei 1080i. Mit Signalen fürs Fernsehen, bei denen die einzelnen Halbbilder nacheinander aufgenommen wurden und sich deshalb bei Bewegung unterscheiden, hat der Marantz erstaunlicherweise kaum Probleme. Selbst bei Bewegungen kommt es kaum zu Kantenflimmern.
Dank MultEQ-Einmesssystem von Audyssey kann der SR 6003 Pegel, Verzögerungszeiten und Boxengrößen justieren und das Übertragungsverhalten von Lautsprechern und Raum für bis zu sechs Hörplätze einstellen. Außerdem arbeitet das System im Zeitbereich und soll damit Wandreflexionen kompensieren, welche die Raumabbildung stören.

Fast komplett: Nur drei HDMI-Eingänge am SR 6003 sind für die Preisklasse
etwas knapp bemessen. Sonst fehlt aber nichts auf dem Buchsenfeld des Receivers.
Über die Surround-Back-Endstufen oder ein Paar Cinchbuchsen lässt sich ein weiterer Raum beschallen. Dank entsprechender Anschlüsse funktioniert die Fernbedienung auch dort, wenn ein passender Infrarot-Empfänger zur Verfügung steht.
Neben allen gebräuchlichen Tonnormen bringt der Marantz Circle Surround mit, ein weiteres Surround-Optimier-Verfahren für Stereo-Quellen. Dazu kommen Dolby Headphone und Dolby Virtual Speaker. Komprimierte Musikformate wie MP3, WMA und AAC lassen sich über den USB-Eingang auf der Front wiedergeben.

Handlich: Auf der silbernen, auf Knopfdruck beleuchteten Marantz-
Fernbedienung sind manche Tasten etwas klein geraten.
Tonqualität
In Sachen Messwerte fällt die starke Erwärmung auf. Teile des Deckels erreichen bis zu 83 Grad – da kann es bei Berührung zu Brandblasen kommen.
Im Hörraum hingegen rückten die Fähigkeiten der Marantz-Entwickler in den Vordergrund. Der SR 6003 tönt luftig, sauber und homogen, wenn die Ratte Remy in „Ratatouille“ auf einem Kochbuch durch den Abwasserkanal paddelt. Da gluckst, tropft und rieselt es einfach noch natürlicher als bei den Mitbewerbern. Herzhaftes macht über den Marantz ebenfalls Spaß: Bei „Cars“ dröhnen die Motoren realistisch, rauschen mit Schmackes und exzellenter Ortbarkeit um die Rennstrecke. Bei Bassimpulsen lässt sich der Receiver nicht lumpen, wie er beispielsweise im Bond-Abenteuer "Casino Royale" bei der Explosion der Gasflasche eindrucksvoll beweist – bis hinein in die Magengrube der Zuhörer. Im Testfeld kann allenfalls der Denon dieser Tiefbass-Orgie noch einen Tick mehr Präzision verleihen.
Mit Mehrkanal-Musik hält der Marantz sein hohes Niveau, „Away From the Sun“ von 3 Doors Down bleibt selbst bei satten Pegeln dem sauberen Klang treu und beweist Präzision und Leichtigkeit. Weniger zu empfehlen ist allerdings die Zuspielung von herkömmlichem Mehrkanalton über HDMI, denn hier legt sich der Marantz eine raue Stimmlage zu und lässt feine Details verschmieren. HD-Ton dagegen bringt er prima aufgelöst und sehr glaubwürdig. Dass Marantz besonderen Wert auf Stereo legt, macht sich vor allem im Pure Direct-Modus bemerkbar. Bei „Crystal“ von Friend'n Fellow stellt der Receiver Gitarre und Sängerin höchst greifbar und natürlich in den Raum. In dieser Qualität schafft das keiner der Konkurrenten.
1.000 Euro: Das Frontdesign der neuen Receiver-Serie von Marantz
lehnt sich an die Optik der Stereo-Boliden aus dem gleichen Haus an.


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