Denon AVR-2809 – AV-Receiver für 1.100 €
Der AVR-2809 ist derzeit das Topmodell der neuen 09er-Receiver-Serie von Denon – die Boliden lassen noch etwas auf sich warten. Dank der üppigen Ausstattung weiß der 2809 seiner aktuellen Führungsrolle gerecht zu werden.
Ausstattung und Technik
Per Zehn-Bit-Wandler digitalisiert der Denon analoge Videosignale von FBAS, S-Video und Komponente, setzt sie nötigenfalls mit Faroudja-Technik in Vollbilder um und skaliert sie auf bis zu 1080p hoch. Bei einigen schwierigen Szenen klappt die Filmmode-Erkennung nicht hundertprozentig, das Bild wird an bewegten Kanten leicht unruhig. 1080i-Video, das über einen der Komponenten-Eingänge eingespielt wird, verwandelt der Receiver mit leichtem Flimmern in Progressive-Signale. Kommen die Bilder per HDMI (1.3a), reicht er sie unbehandelt an den Ausgang weiter. Das Hochskalieren und Wandeln in Vollbilder muss hier der Player/Bildgeber übernehmen.
Zu den Selbstverständlichkeiten bei AV-Receivern zählt heutzutage eine automatische Einmessung. Denon setzt beim AVR-2809, wie schon bei den vorherigen Geräte-Generationen, auf das bewährte System von Audyssey, genauer gesagt auf die Variante MultEQ XT. Sie stellt Pegel, Größe, Verzögerungszeiten und Filter-Trennfrequenzen der Boxen ein und kann eine Frequenzgangkorrektur für die Lautsprecher sowie für den Raum erstellen. Diese „Raumkorrektur“ bezieht sich nicht nur auf einen Hörplatz, sondern durch bis zu sechs Messplätze auf einen größeren Bereich, so dass die ganze Familie in den Genuss des abgestimmten Sounds kommt. Auch Dynamic Volume, dass die Klangbalance gehörrichtig an die aktuelle Lautstärke anpasst, ist mit an Bord.
Die bekannte, teils mit Tasten, teils als Touchscreen belegte Hauptfernbedienung hat sich bereits in der Vergangenheit bewährt. Dem AVR-2809 liegt noch ein zweiter, einfacherer Geber für die Multiroom-Nebenzone bei, die der Denon über die Vorverstärker-Ausgänge oder die Surround-Back-Endstufen mit Tonsignalen versorgt.

Elegant: Die teils mit festen Tasten, teils mit einem sanft leuchtenden Touchscreen
gestaltete Fernbedienung des AVR-2809 lässt sich prima steuern.
Tonqualität
Ganze Arbeit leistete der Denon im Messlabor: Nur bei der Mehrkanal-Verstärkerleistung, immerhin 89 Watt an acht Ohm, gab es zwei Punkte Abzug, ansonsten heimste er die volle Punktzahl ein.
Im Hörraum beeindruckte er via koaxialer Zuspielung mit einem dynamisch-temperamentvollen Klangbild. Beim Blitzschlag zu Beginn von „Ratatouille“ und als die alte Frau versucht, die Rattenbrüder mit ihrer donnernden Schrotflinte zu erlegen und stattdessen die Decke zerlegt, feuert der Denon die Impulse direkter und bassgewaltiger ab als die anderen Testkandidaten. Wenn die Ratte Remy auf dem Kochbuch durch den Abwasserkanal paddelt, hat er zumindest gegenüber dem Marantz das Nachsehen, denn dieser spielt hier räumlicher und mit mehr Atmosphäre.
Über HDMI mit Tönen versorgt, bringt der Denon Peter Cincottis „Live in New York“ einen Hauch weniger fein und etwas rauer als über den normalen Digitaleingang. Der Unterschied war allerdings nur bei kritischem Material und direktem Umschalten wahrzunehmen. Mit HD-Ton schlug sich der Denon deutlich besser, Dave Matthews und Tim Reynolds musizierten ihr „Lie in Our Graves“ genau so luftig und authentisch wie Jane Monheit und John Pizzarelli den Klassiker „They Can't Take That Away From Me“. Auch bei Stereo lief der Denon – vor allem im Pure Direct-Modus – zu Hochform auf, „Crystal“ von Friend n'Fellow gab er zwar nicht ganz so entspannt wieder wie der Marantz, aber sehr detailliert und mit präziser Räumlichkeit.
1.100 Euro: Der sanfte Schwung verleiht der Denon-Front unauffällige Eleganz.
Tasten und Drehregler sind übersichtlich angeordnet und einfach zu bedienen.



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