Marantz SR 5003 – Receiver für 750 Euro

Test Marantz SR 5003 Schon optisch macht der neue Marantz viel her. Seine Front mit den gerundeten Seitenteilen wirkt edel, spontan würde man den Preis des Receivers auf mindestens das Doppelte seiner 750 Euro veranschlagen. Erst bei näherem Hinsehen entpuppt sich das Ganze als schlaue Sparvariante: Nur die Mitte der Front besteht aus Metall, die Seitenteile sind aus Kunststoff. Dem gelungenen Eindruck tut das aber keinen Abbruch.

Ausstattung und Technik

Neben der schicken Optik gibt Marantz dem SR 5003 auch viel Ausstattung mit, von HDMI-Schnittstellen nach Standard 1.3a über Decoder für HD-Ton bis zum Video-Konverter und -Skalierer, der analoge Bildsignale mit hoher Schärfe digitalisiert und auf bis zu 1080p hochrechnet. Mit Videobildern, die per HDMI eingespeist werden, klappt das aber leider nicht, ebenso wenig wie bei den anderen beiden Testkandidaten mit Skalierfunktion, dem Sony STR-DA 2400 ES und dem Denon AVR-1909.
Drei HDMI-Eingänge sind nicht gerade üppig, reichen aber für ein hochklassiges Heimkino mit DVD-Player, Blu-ray-Spieler und HD-Satelliten- oder Kabelreceiver aus; Reserven bleiben allerdings nicht. An Standardanschlüssen analoger oder digitaler Art herrscht dagegen kein Mangel, den Buchsenpark des SR  5003 bringt selbst ein ausuferndes Equipment nicht in Verlegenheit.

Marantz setzt bei der neuen Receiver-Generation wiederum das hochklassige MultEQ-Einmess-System von Audyssey ein. Es misst nach unserer Erfahrung die Pegel, Entfernungen, Größen und Übergangsfrequenzen der Boxen sehr genau ein. Zudem optimiert es den Klang der Lautsprecher nicht nur für einen, sondern für mehrere Hörplätze.

Die Surround-Back-Endstufen des Marantz lassen sich alternativ für ein Bi-Amping der Frontkanäle oder die Beschallung eines zweiten Raums einsetzen. Positiv fällt außerdem das Bildschirmmenü des Receivers auf, insbesondere die übersichtliche Matrix für die Zuordnung der Anschlussbuchsen zu den gewünschten Eingängen.

Test Marantz SR 5003
Schön anzusehen und auch gut aufgeteilt, aber bei ungünstiger Beleuchtung
blendet die Oberfläche der Marantz-Fernbedienung wegen ihres Alu-Looks.

Tonqualität

Die Verstärkerleistung des Marantz gehört in seiner Preisklasse ins Spitzenfeld. Im Heimkino-Betrieb lassen 93 Watt an acht Ohm und 111 Watt an vier Ohm Dynamik-Probleme gar nicht erst aufkommen. Die Stereo-Werte liegen mit 120 beziehungsweise 161 Watt sogar noch um einiges höher.
Erwartungsgemäß gut fiel denn auch die Vorstellung im Hörtest aus. Selbst schwierige Impulse, die vielen Konkurrenten zum Verhängnis werden, wirft der Receiver ganz locker in den Raum, etwa in "Casino Royale" die zu Boden krachenden Eisenträger oder die explodierende Gasflasche auf der Baustelle. Er behält selbst bei solchen Pegeln die Übersicht, bei denen sich die Nachbarn schon mal auf die Suche nach dem Hammer zum Anklopfen machen. Respekt – das ist wirklich großes Kino. Die direkten Mitbewerber von Pioneer und Sony können da nicht mithalten.


Die Buchsendichte auf dem Anschlussfeld des Marantz ist der Preisklasse mehr
als angemessen. Allerdings: Ein HDMI-Eingang mehr hätte es schon sein dürfen.

Sehr gut gelingt auch Musik wie "Away from the sun" von 3 Doors Down – eine DVD, die mit Hardrock-Live-Lautstärke richtig gut kommt. Ein sensibles Händchen beweist der Marantz ebenfalls, wie beim Einzug von Gandalf ins Auenland in "Herr der Ringe": Er bringt die anheimelnde und gemütliche Atmosphäre des Soundtracks sehr glaubwürdig. Auch Peter Cincottis "Live in New York" ertönt einfühlsam und mit sehr natürlich wirkendem Ambiente. Die Stimme Cincottis klingt luftig, klar umrissen und kein bisschen aggressiv. Der Pio­neer und vor allem der Sony kommen nicht an diese Qualitäten heran, sie wirken rauer.
Bei HDMI-Zuspielung legt der Marantz weiter zu, er spielt dann noch lockerer und freier – dies gilt auch für den Klang mit Stereo-Material. Und die Überlegenheit der HD-Tonformate stellt der Receiver schließlich in wirklich beeindruckender Manier unter Beweis, beispielsweise mit dem in DTS-HD Master Audio aufgezeichneten "Listen Up!" von Omar Hakim und Band.


750 Euro: Mit der Metallfront und den gerundeten Seitenteilen sieht der
Marantz SR 5003 so hochwertig aus wie kein anderer Receiver seiner Preisklasse.
 

 



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