Tonqualität Surround

Die schmale Silhouette der Frontsysteme M 320 F und die kompakten Maße der Satellitenboxen täuschen – schon die ersten Hördurchgänge mit unserer bewährten DTS-Sampler-DVD Nr. 5 brachten eine markerschütternde Tiefbasswiedergabe an den Tag. Detonierende Wasserbomben in "U-571" und krachende Eiskristalle im SciFi-Trickfilm "Titan A.E." ließen die Tester schier vom Glauben abfallen, denn so viel Power und Kontrolle hatten sie dem kompakten Hybrid-System nicht zugetraut.
Zugegeben, an die knüppelharten Bassschläge der großen THX-Ultra-Systeme von Teufel kommt das Theater 3 Hybrid-Set nicht heran, auch Explosionen wirken weniger brachial. Doch der bis 33 Hertz reichende Tiefbass und die maximal erzielbare Basslautstärke von satten 104 Dezibel hinterlassen einen starken Eindruck. Wer einen schwachbrüstigen AV-Receiver besitzt, wird das 300 Watt starke Bass-Tuning der aktiven Teufel-Subwoofer lieben.


Magnetisch geschirmt: Der Center M 320 C darf auch direkt auf einem konventionellen Röhrenfernseher liegen.

Die Auflösung und Sprachverständlichkeit der Satelliten übertraf die Erwartungen in dieser Preisklasse ebenfalls bei Weitem. Wäre da nicht der minimal unterbelichtete Brustton der Frontboxen, dann gäbe es am unverfärbten und feinauflösenden Klang rein gar nichts auszusetzen. Die kleineren Membranflächen der kompakten Satelliten schlagen sich zwar in einem niedrigeren Wirkungsgrad und einer unaufdringlichen Gangart nieder, lassen diese aber keineswegs undynamisch wirken. Auch höheren Verstärkerpegeln folgt das Ensemble klaglos, ohne eng oder aggressiv zu klingen. Emmy Rossums Gesangstimme in "Das Phantom der Oper" (DTS-HD Master Audio) ertönt betörend zart und klar, behält aber auch bei höheren Pegeln stressfrei ihre Kontur. Nur die Größe des Opernhauses oder die Wucht des ganzen Orchesters kann Teufels Hybrid-Set nicht im originalen Maßstab abbilden.
Probehalber erhöhten wir im Test die Subwoofer-Trennfrequenz von 80 auf 100 und 120 Hertz. Das brachte mehr Kraft im Brustton, die hinteren Surroundboxen wirkten aber weiterhin etwas dünn und konnten den Raum hinter dem Hörer nicht mit vollem Klangvolumen füllen. Die analytischen und musikalischen Fähigkeiten des Theater 3 Hybrid Sets sind trotzdem unüberhörbar: Beim Live-Stück "Legends of Jazz with Ramsey Lewis", aufgenommen in Dolby TrueHD auf der Blu-ray-Disc "The Sounds of High Definition", belegen geschmeidig perlende Klavierläufe das feine Rhythmusgefühl und die präzise Impulsdarstellung des Sets.

Tonqualität Stereo

Feine Durchzeichnung und luftige Transparenz bietet das Hybrid-System auch bei klassischer Musik wie "Der Winter" aus Vivaldis "Vier Jahreszeiten". Die flirrenden Violinen wirken bei jedem Tempo akkurat und räumlich exakt gestaffelt, wobei einzig die niedrige Bauhöhe der Frontlautsprecher die Größe der akustischen Abbildung einschränkt. Angesichts der kompakten Maße überrascht das Set bei Stereomusik erneut durch satten und enorm tiefen Bass, hörbar beispielsweise beim Titel "Set the twilight reeling" von Lou Reed. Ein leichtes Defizit im Übergang zum Subwoofer bleibt allerdings bestehen – hier können  die etwas schmal klingenden Satelliten nicht lückenlos an die aktiven Bassreflexsysteme anknüpfen.


Aktiv und flexibel: Die beiden in den Frontboxen integrierten Aktiv-Subwoofer liefern zusammen 300 Watt.

 

Zusatzinfo: Bessere Akustik durch zwei Subwoofer

Der Bass ist in den meisten Fällen das größte Problem in der heimischen Raumakustik, weil die Wellenlängen mit abnehmender Frequenz immer größer werden. Eine Frequenz von 100 Hz entspricht einer Wellenlänge von 3,43 Metern, 50 Hz entsprechen bereits 6,86 Metern. Deshalb muss der Raum sehr groß sein, damit sich die Raummoden (Auslöschungen und Verstärkungen der Frequenz in Abhängigkeit von der Position im Raum) im Zaum halten. Für kleine Räume gibt es zur Reduzierung von lästigem Dröhnen und lästigen Auslöschungen im wesentlichen drei Wege, die sogar kombiniert werden sollten:

1. Verbesserung der Raumakustik: Entweder durch Umziehen in einen anderen Raum oder durch den Akustiker, der entsprechende Bass-Fallen (Absorber-Elemente) installiert, die exakt auf die kritischen Frequenzen abgestimmt sind.
2. Zurecht-Rücken: Der wichtigste Ort beim Filmgenuss ist eindeutig da, wo der Zuschauer sitzt. Im Falle des Subwoofers geht die Optimierung deshalb recht einfach: man stellt ihn auf den Hörplatz und kriecht im Raum herum, bis es gut klingt. Dort stellt man dann den Subwoofer auf. Alternativ kann man auch den Phasenregler drehen oder experimentieren – tiefe Frequenzen unter 200 Hz lassen sich vom Zuhörer ohnehin kaum orten.
3. Mehrere Bassquellen im Raum: Je mehr Bassquellen sich an unterschiedlichen Positionen im Raum befinden, desto besser verteilt sich der Bass und die lästigen Raummoden reduzieren sich. Genau das bekommt man beim Teufel-Set gleich mitgeliefert.


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