Reportage: Werksbesuch bei Sony DADC
Vor drei Jahren besuchten wir das erste Mal Sony DADC in Salzburg. Was hat sich seitdem in Europas größter Blu-ray-Produktion getan? Als wir im Herbst 2006 erstmalig das Werk Anif vor den Toren Salzburgs in Augenschein nahmen, hatte man in der Europazentrale von Sony DADC gerade mal zehn Blu-ray-Produktionen abgeschlossen. 2,5 Millionen Blu-ray-Discs pro Monat betrug die Produktionsleistung.
Seit dieser Zeit hat sich viel getan – sehr viel. So wurde die monatliche Produktion um ein Vielfaches gesteigert. Allein im Oktober fertigte man 23 Millionen Blu-ray-Scheiben – zehn Millionen für Filme, 13 Millonen für PS3-Spiele. Zusammen mit den Schwesterwerken im benachbarten Thalgau und im englischen Southwater kommt Sony DADC Europe auf eine Produktionsleistung von 3,3 Millionen Blu-rays, DVDs und CDs pro Tag.
Was sich sonst noch alles verändert hat, konnten wir während einer Werksbesichtigung im November in Augenschein nehmen, bei der uns Sony erstmalig Zutritt zum Reinraum-Bereich gewährte. Hier verrichten 40 Blu-ray-Replikationsanlagen größtenteils automatisiert ihre Arbeit. Funktionsweise und Aufbau der Anlagen sind jedoch längst kein streng gehütetes Geheimnis mehr. Schon seit Anfang 2007 kooperiert Sony DADC mit Anbietern von Replikationsanlagen wie Singulus und Oerlikon, um Know-how im Bereich Produktionstechnologie weiterzugeben und die Verbreitung der Blu-ray-Disc zu fördern.

Zum ersten Mal öffnete das Sony-Werk in Salzburg seinen Reinraum-Bereich für
Journalisten. Die Kleiderordnung: ein Overall, Kopfbedeckung und spezielle Schuhe.
Blu-ray von A bis Z
Da verwundert es nicht, dass die Replikationsmaschinen nicht nur Sony-Discs produzieren. Zwei Drittel des Umsatzes werden für externe Kunden erzielt. Dabei bietet Sony DADC Auftraggebern ein Komplett-Paket an, das alle Produktionsschritte vom Authoring und Digital Rights Management über Mastering, Qualitätssicherung und Replikation bis hin zu Verpackung und Distribution umfasst. Entsprach 2006 laut Sony-Mitarbeitern das Verhältnis von Produktion zu Ausschuss noch "dem Entwicklungsstand der Technologie", liegt es jetzt mit 80 Prozent Ausbeute auf DVD-Niveau. Um zu verhindern, dass jede fünfte Disc beim Kunden nicht läuft, wird in den Replikationsmaschinen eine automatische Qualitätsprüfung der Blu-ray-Discs durch optische Messsysteme durchgeführt (Bild unten rechts). Die Effizienzsteigerung ging jedoch nicht auf Kosten der Umwelt: Laut Sony hat man seit 2000 die CO2-Emmissionen pro Disc um 94 Prozent reduziert. Auch der Wasser- und Lösungsmittelverbrauch konnte durch gezieltes Recycling minimiert werden.
Eine Sony-Mitarbeiterin bei der visuellen Qualitätsprüfung einer Blu-ray-Disc.
Gesunken ist auch der Aufwand bei der Anlieferung von Rohdaten für Blu-ray-Discs-Produktionen. Denn im Gegensatz zu 2006 gelangen diese nicht mehr vornehmlich auf HDCAM-SR-Bändern zu Sony, sondern online über gesichterte High-Speed-Datenleitungen wie WAM oder Aspera. Nach dem Transfer landen die Daten in der hauseigenen Server-Bibliothek, die über eine Gesamtkapazität von 2 Petabyte verfügt. Die Blu-ray-Datenbank belegt davon 32 Terabyte.

Die Hochpräzisions-Rotationsbeschichtung der Discs erfolgt mit Infrarot-Unterstützung.

Qualitätssicherung: Die Blu-ray-Discs werden einer automatischen Prüfung durch optische Messsysteme unterzogen.


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