Reportage: Was läuft im Kino?

vom 02.01.12 | 15:02

Reportage: Was läuft im Kino?Die Umstellung auf digitale Projektion ist noch nicht abgeschlossen, da drängen bereits neue Technologien in die Kinosäle.

Am 9. Januar 2012 werden in Las Vegas die Stände der CES-Messe fürs Publikum vorbereitet, erste Pressekonferenzen abgehalten und Berichte ins Netz gestellt. Doch viele Besucher werden sich wünschen, jetzt lieber in Galveston, Texas, zu sein. Denn während auf der Consumer Electronic Show 60 Zoll schon groß sind, geht es dort auf einer 25-Meter-Leinwand zur Sache.

Im Erholungs- und Informations-Park Moody Garden zeigt Barco nämlich, wie die Zukunft des Kinos aussieht. Und dass sich eine belgische Firma ausgerechnet einen texanischen Ort für diese Premiere ausgesucht hat, mag am Hersteller der DLP-Chips liegen, an Texas Instruments in Dallas. Und nahezu alles, was an Technologien derzeit auf dem Spielplan steht, wird es in Galveston zu sehen geben.

Reportage: Was läuft im Kino?
Im Moodygarden-Park an der texanischen Golfküste will Barco im Januar seinen
3D-4k-Laserprojektor vorstellen.

 

Laser-Power

Während es bei Projektoren fürs Büro, für unterwegs oder zu Hause vor allem LEDs sind, die sich als Lichtquelle der nächsten Generation etablieren, kommt im Kino nur Laser in Frage. Darüber wird seit Jahren gesprochen, inzwischen scheint es konkret zu werden – und richtig leistungsfähig. Schon im letzten Jahr hatte Kodak in New York einen Laserprojektor fürs Kino gezeigt, mit rund 10.000 Lumen und überraschend hellem 3D-Bild in Polfilter-Technik. Mit so etwas will sich Barco offenbar nicht zufrieden geben.

Gerüchteweise ist von drei- bis vierfacher Lichtleistung die Rede, was mit 40.000 Lumen weit über jedem heutigen Kinoprojektor liegen würde. Offenbar will Barco beim Thema Laser nicht kleckern, sondern klotzen. Dafür spricht auch die Tatsache, dass die Ankündigung der Show in Galves­ton nicht von Barco kommt, sondern von D3D Cinema, einer Spezialfirma, die Museen und andere öffentliche Plätze mit Präsentationstechnik ausstattet. Diese Lichtleistung bedeutet nämlich auch, dass man für ein gutes Bild den Raum nicht mehr komplett verdunkeln muss, wie das bisher im
Kino notwendig ist.

Die hohe Lichtleistung stammt wahrscheinlich von Dioden-gepumpten Festkörper-Lasern, die angeblich inzwischen in attraktiven Preisregionen zu haben sind. Sie haben vor allem den Vorteil, dass sie über Glasfasern zusammengekoppelt sind und damit in nahezu beliebiger Stärke angeboten werden können.

Wann genau Laser ins Kino kommt, ist noch unklar, aber es könnte bereits nächstes Jahr sein. Neben Barco und Kodak, die übrigens zusammenarbeiten, ist Sony in dieser Richtung aktiv, ebenso eine Gruppe um Imax und Laser Light Engines; Kamerahersteller Red hat ebenfalls ein solches Gerät in Arbeit. Im ersten Schritt wird man nur die Lichthäuser vorhandener Projektoren ersetzen, im zweiten Schritt könnte eine Integration bis zur Optik die Bauweise deutlich einfacher machen als bisher.

Den Durchbruch erwartet man, wenn Kinos damit Geld sparen können. Denn die Laser verbrauchen weniger Strom als jede andere Lichtquelle und sie halten länger. Wenn dieser Punkt erreicht ist, kann die Umstellung sehr schnell gehen.  


Reportage: Was läuft im Kino?
Die Projektoren der 2000er-Serie von
Christie lassen sich ab sofort auf 4k umrüsten.
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Mit Red-Kameras lässt sich heute schon ein 3D-Film in zweimal 4k-Auflösung drehen,
doch in den Kinos ist diese Qualität noch nicht angekommen.

 

 







 

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