Reportage: Video-on-Demand – Frühstart
Filme zum Kinostart auch im Wohnzimmer, dieser Traum rückt näher. Aber ob er jemals wahr wird, ist noch offen.
Dieser Club ist so exklusiv, dass er keine Webseite hat, kein Mitgliederverzeichnis und keine Adresse. Es ist nicht einmal sicher, dass der Bel-Air-Circuit wirklich existiert, und so zweifeln die Wikipedia-Macher sogar den Eintrag in ihrem Web-Lexikon an. Immerhin: Drei Händler in Los Angeles geben an, für diesen Club zu arbeiten.
Und jeder Filmfan möchte dazu gehören: Die Mitglieder des Circuit bekommen von allen großen Hollywood-Studios die brandneuen Spielfilme ins Haus geliefert, früher als 35-mm-Kopien, heute auf Festplatten im digitalen DCI-Format der Kinos. Nur Disney spielt nicht mit.
Louis B. Mayer, der MGM-Gründer, gilt als einer der Väter des legendären Bel-Air-Circuit,
der neue Filme direkt aus dem Studio nach Hause bringt.
Was heute einen Wohnort in der Nähe Hollywoods, sehr viel Geld und gute Kontakte in die Filmbranche voraussetzt, soll bald den weniger vermögenden Massen zugänglich werden. Denn die Studios haben erkannt, dass ihr Geschäftsmodell dringend geändert werden muss, weil es einzigartig ist – einzigartig fehlerhaft.
Denn keine andere Branche leistet sich den Luxus, Summen in Höhe der Produktionskosten für Werbung und Marketing auszugeben, dem größten Teil des Publikums aber den Kauf zu verwehren. Denn wenn ein Blockbuster in die Kinos kommt, schauen alle potenziellen Kunden in die nicht mehr vorhandene Röhre, die aus welchem Grund auch immer einen Film lieber zuhause sehen wollen oder müssen. Das Studio kann dann nur hoffen, dass sich die Zuschauer den Filmtitel merken und geduldig warten, bis sie endlich an der Reihe sind.
Noch kein besseres System
So gern die Hollywood-Bosse das ändern würden, so ratlos sind sie in der Frage, wie sie das anstellen sollen. Zwar schrumpfen die Gewinne aus Filmverkäufen und Vermietung seit einigen Jahren, aber eine Änderung der Vermarktungsreihenfolge lassen die Kinobesitzer nicht zu: Was nicht mindestens vier, besser sechs Monate exklusiv in ihren Häusern zu sehen ist, wird boykottiert.
So ging es sogar Oscar-Gewinner Steven Soderbergh ("Traffic") mit seinem Streifen "Bubble" von 2005. Der kam fast zeitgleich zum Kinostart auf DVD und ins Pay-TV – wobei sich der Kinostart auf die Landmark Theaters des Produzenten Mark Cuban beschränkte. Cuban, nebenbei Besitzer der Dallas Mavericks und damit Chef des deutschen Basketballers Dirk Nowitzki, kritisiert seit langem das starre Verwertungsschema (siehe Kasten unten rechts).
Doch die Studiobosse haben Angst. Nicht nur vor dem US-Verband der Kinobesitzer, sondern auch davor, ein leidlich funktionierendes System zu ruinieren, ohne dass ein besseres etabliert wäre. Doch der Druck wird größer und er kommt über die ständig wachsende Anzahl der Haushalte mit Breitband-Anschluss. Wenn Soderbergh darauf verweist, dass jeder Kinoknüller heute schon beim Start als Raubkopie im Internet zu sehen sei, so fügt er ebenso treffend hinzu: Es gehe jetzt darum, das Geschäft im Web nicht den Filmdieben zu überlassen, sondern selbst zu machen.
Doch die Ungewissheit bleibt: Werden viele Kinos schließen müssen, wenn Filme zum Start schon im Home Theater zu sehen sind? Verliert das Kino mit der Exklusivität seine Faszination? Was sind die Zuschauer bereit zu zahlen, wenn sie den Blockbuster nach Hause holen können?
Ein erster Test läuft seit einigen Monaten in den USA. Premium Video-on-demand (VoD) nennt sich die Kategorie, die bisher für Zuschauer des Zahlsenders DirecTV reserviert ist. Sony, Fox, Universal und Warner brachten jeweils einen Film ein, der 60 Tage nach der Premiere für 30 Dollar für den Abruf angeboten wurde.
"Der Schwarzmarkt hat die Exklusivität der Kinovorführung längst beseitigt."
Steven Soderbergh im Interview mit dem Magazin „Wired“


Da die Texteinblendungen in "Der ganz normale Wahnsinn" eine wichtige Rolle spielen und sie obendrein via Animation ins Bild geschrieben werden, entschied sich Anbieter Tobis, zwei Film-Versionen auf die Blu-ray zu packen: eine mit englischer (Bild Mitte), eine mit deutscher Schriftanimation (Bild unten). Der Kunde kann wählen (Bild oben).

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Am 11. April titelte das Handelsblatt vom "Burn-out einer Ikone", womit Sony gemeint war, und die Financial Times Deutschland meldete: "Japan-Elektronik wird zum Auslaufmodell". Anfang April überschlugen sich in der Tat die Nachrichten, die eine Zeitenwende in der TV-Branche ankündigen:



Zum günstigen Preis projiziert der Acer H 9500 BD extrem helle und kontrastreiche Bilder, leistet sich aber auch kleine Schwächen.
Samsung hat seine LED-Oberklasse überarbeitet: Der neue 55-Zöller 8090 sorgt mit innovativer Sprach- und Gestensteuerung für Furore.
Mit seinem gerade mal ein Zentimeter breiten Rahmen und dem tiefschwarzen Hochglanzbildschirm ist der Samsung ein echter Hingucker. Die Ausstattung des 3D-Fernsehers ist genauso attraktiv wie sein Preis: Online-Händler bieten den 55-Zöller bereits für rund 2.500 Euro an.
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London 1880: Um Frauen von der Hysterie zu heilen, legt ein junger Arzt (Hugh Dancy) bei seinen Patientinnen an intimen Stellen Hand an – mit durchschlagendem Erfolg. Dem manuellen Einsatz nicht mehr gewachsen, erfindet er den Vibrator. Lockere Brit-Komödie mit tollem Schauspielensemble (u.a. Maggie Gyllenhaal, Jonathan Pryce).
Als der Teenager Nathan Harper auf einer Webseite für vermisste Personen ein Kinderfoto von sich entdeckt, gerät er ohne ersichtlichen Grund ins Visier professioneller Killer und der CIA. Zielgruppengerechte "Auf der Flucht"-Variante mit "Twilight"-Star Taylor Lautner (der mit den Muskeln).
Um am Leben zu bleiben, muss Nick (Jesse Eisenberg) für das Möchtegern-Ganovenduo Dwayne (Danny McBride) und Travis eine Bank ausrauben. Da dem Pizzalieferant dafür nur wenige Stunden bleiben, bittet er seinen besten Freund (Aziz Ansari) um Hilfe. Natürlich geht alles schief, was schiefgehen kann. Die kurzweilige Krimikomödie erinnert an "Ananas Express", ohne dessen Klasse zu erreichen. 

TV-Techniker und Entscheidungsträger aus der ganzen Welt gaben im November ein Versprechen ab: Die nächste TV-Norm wird einheitlich. Doch die Liste der Vorhaben ist lang.
Das größte Ärgernis bei 3D-Filmen sind Doppelkonturen. Sie können viele Ursachen haben – und oft kann man nichts dagegen tun.