Reportage: Strategien der OLED-Hersteller

vom 20.09.11 | 15:24

Reportage: Strategien der OLED-HerstellerEs wird ernst mit den Bildschirmen der Zukunft: Die ersten Produktionsanlagen für OLED-TVs entstehen. Dabei verfolgen die zwei wichtigsten Hersteller unterschiedliche Strategien..

Man könnte glauben, die beiden Firmen reden von unterschiedlichen Bildschirmen. Samsung will jede Menge kleine und mittlere OLED-Bildschirme herstellen, für Mobiltelefone, Tablets, Notebooks und Kameras – weil die wegen ihrer Bildqualität, wegen des geringen Stromverbrauchs und der dünnen Bauweise dafür ideal sind. LG will sich auf große OLEDs konzentrieren und im nächsten Jahr 55-Zöller auf den Markt bringen – weil die Technologie für kleinere und mittlere Größen kaum geeignet sei.


Reportage: Strategien der OLED-Hersteller
Im Jahr 2005 zeigte Samsung ein 40-Zoll-OLED, damals basierend auf
weißem Licht mit Farbfiltern. Inzwischen baut man nur noch RGB-OLEDs.


Und in der Tat: Wenn sie von OLED reden, meinen Samsung und LG nicht das Gleiche. OLED steht für Organic Light Emitting Diode, ist also keine Bildschirm-Technologie, sondern eine Lichtquelle. So haben sich auch etliche europäische Hersteller darauf konzentriert, OLEDs als nächste Generation von Beleuchtungsmitteln zu etablieren, etwa Philips in Aachen oder Osram in Regensburg. Aber natürlich eignet sich OLED hervorragend für Bildschirme, aus mehreren Gründen:

– Strom wird direkt in Licht umgewandelt, und zwar dort, wo es benötigt wird.
– Damit kann der Kontrast sehr gut ausfallen, weil nichts durchleuchtet werden muss wie bei LCDs.
– Die Abstrahlung ist homogen in alle Richtungen, so dass die Bilder aus jedem Blickwinkel gleichmäßig wirken.
– Farben sind sehr rein, da OLEDs als Halbleiter kein Mischlicht, sondern exakte Wellenlängen aufweisen.


Reportage: Strategien der OLED-Hersteller

Bisher wurden OLED-Panels in kleinen Öfen gebacken, etwa im Dresdner
Fraunhofer-Institut (oben); die Firma Von Ardenne bietet nun Beschichtungsanlagen für
riesige Glasflächen von zwei bis drei Metern Kantenlänge an (unten).

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Vier OLED-Typen

OLED kann also die Vorzüge von LCD und von Plasma vereinen oder sogar übertreffen. Doch das gilt nur für den Idealfall, der aber schwer zu realisieren ist. Dann werden rote, grüne und blaue Farbstoffe Pixel für Pixel aufgebracht und von einer Schaltung dahinter aktiviert. Das nennt man RGB-OLED.

Etwas einfacher herzustellen sind OLED-Schirme, wenn man eine weiße Leuchtfläche mit Farbfiltern versieht. Dann braucht man zwar immer noch eine aufwändige Schaltung in Aktiv­matrix-Technologie, aber die Beschichtung der Frontseite mit den organischen Materialien wird einfacher. In der Fachsprache ist dann von Color-by-white die Rede.

Verzichtet man auf die aktive Schaltung und legt eine passive Matrix hinter den Schirm, werden die Pixel größer und die Abmessungen kleiner, weshalb man solche OLEDs nur als Zweitdisplays bei Mobiltelefonen einsetzt. Auch ein 155 Zoll großes Display von Mitsubishi besteht aus solchen aneinander gesteckten Elementen, gefertigt von Pioneer. Für TV-Zwecke eignet es sich wegen der großen Bildpunkte aber nicht.

Und schließlich kann OLED auch als Backlight eines LCD-Schirms dienen. Das könnte man mit dem gleichen Recht als OLED-Display bezeichnen, mit dem Samsung Modelle mit LED-Backlights als LED-Fernseher ausgibt. Korrekt ist das aber weder hier noch da.

LCDs mit OLED-Beleuchtung gab es schon, zum Beispiel in Handys. Doch man kann heute den gleichen Effekt, etwa flache Bauweise, mit LEDs erreichen, weshalb dieses Prinzip kaum noch verwendet wird. Zudem sind sie von der Bildqualität her nicht besser als normale LCD-Schirme. Diese Art, das zur Beruhigung, planen weder Samsung noch LG – auch wenn das manchmal berichtet wird.

 

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